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William Fitzsimmons – Gold In The Shadow

Bitte nicht stören – Therapiesitzung. Dies könnte ohne Zweifel an der Türe des Proberaums von William Fitzsimmons gestanden haben, als er sein neues Album „Gold In The Shadow“ aufnahm.

Nun, dies ist sicherlich nichts außergewöhnliches, wenn man sich mit dem Menschen William Fitzsimmons und seinen bisherigen Platten beschäftigt. Den Höhepunkt seiner musikalischen Verarbeitung persönlicher Erlebnisse war definitiv sein 2008er Album „The Sparrow and the Crow“. Frisch geschieden nahm er den Hörer mit auf eine Beziehungs-Zeitreise, die nicht selten schmerzhaft und voller trauriger Erinnerungen steckte. Was das Thema angeht, ist sein Nachfolger nun deutlicher optimistischer – zumindest in Fitzsimmons’schen Maßstäben.

Also platziert der bärtige Herr seine Zuhörer wieder mitten im Zentrum seiner musikalischen Therapiesitzung. Erste Erkenntnis: Das Licht am Ende des Tunnels ist deutlich erkennbar.

„The Winter From Her Leaving“ blickt sogar nahezu positiv auf seine vergangen Beziehung zurück und optimistisch nach vorne. In „What Hold“ teilt er seinen neugewonnenen Optimismus sogar direkt mit: „ You will see sunlight again.“

Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Die Musik von Fitzsimmons ist nach wie vor unglaublich intensiv und es tut ihm gut, dass es wieder bergauf zu gehen scheint. Ein weiteres zerbrechliches Album hätte ihm vermutlich nicht gut getan. Seinen Hörern wohlmöglich auch nicht. Und dennoch: Manchmal will man ihm einfach zurufen: „Junge, jetzt ist aber auch mal gut. Augen zu und durch. Genug gejammert.“

Aber es ist diese stete Zerrissenheit, die seine Musik dann letzten Endes ausmacht und die ihn so unverwechselbar klingen lässt. Mit etwas mehr Optimismus wird uns Fitzsimmons dann beweisen, dass seine Musik auch ohne Liebeskummer ganz hervorragend funktionieren kann.

Rating: ★★★½☆
William Fitzsimmons

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