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Unser 2009 – das Jahr in Trennungen

Weiter geht’s in unserem fröhlichen Jahresrückblick. Nach den Songs des Jahres kümmern wir uns nun um die Band-Auflösungen des Jahres, denn es scheint so, als habe es zum Ende des Jahrzehnts bei besonders vielen Musikern gekitzelt, sich einer anderen Aufgabe zuzuwenden. So haben wir wieder eine Reihe talentierter Bands verloren, die uns teilweise schon lange begleiteten.

Recht früh im Jahr gab es bereits eine der traurigsten Nachrichten. Der famose Ryan Adams beschloss nämlich nach einer Reihe von Alben mit Whiskeytown ganz zu Beginn seiner Karriere, ein paar mit seinen Cardinals und noch mehr Solo-Alben, dass er für den Moment erst einmal genügend musiziert habe. Am 14. Februar folgte dann noch die „Extra Cheese“ EP und das war’s dann. Seitdem macht Ryan vor allem Schlagzeilen als Verlobter von Mandy Moore, schreibt Videospiel-Kolumnen für theawl.com, schreibt Songs für Norah Jones, produziert und veröffentlicht immer noch die ein oder andere digitale Single über sein wieder belebtes Label Pax.am.

Ryan Adams & The Cardinals: „When The Stars Go Blue“


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Der logische Weg von Ryan Adams führt uns zu Oasis. Die Erklärung ist natürlich sein großartiges „Wonderwall“-Cover. Die Brüder Gallagher haben mitten in ihrer Festival-Tournee beschlossen, getrennte Wege zu gehen, nachdem es kurz vor einem Auftritt zu einem großen Streit zwischen Beiden kam. Im nächsten Jahr machen Oasis dann in neuer Besetzung weiter, das wird aber wohl nicht mehr das selbe sein, gilt also als eine Bandtrennung.

„Wonderwall“


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Weiter geht es im 90er Brit-Pop Genre. The Verve haben sich nämlich wieder getrennt, nachdem sie im letzten Jahr ihr Comeback feierten. Das lief nur solala, vielleicht hat sich deshalb auch niemand für die Trennung interessiert. Richard Ashcroft macht jedenfalls wieder solo und der Rest findet sicher auch wieder sein Betätigungsfeld.

„Love Is Noise“


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Die nächste Trennung war schon lange geplant. Denn als Blur Anfang des Jahres bekannt gaben, sich für ein paar Festivals wieder zu vereinigen, war natürlich auch vorherzusehen, dass danach Schluss ist. Gilt trotzdem als Trennung.

„Coffee & TV“


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Wenden wir uns nun wieder einer richtigen Trennung. Die kam auch richtig überraschend. Denn im Juli sagten Muff Potter lebewohl. Die hatten da schon 16 Jahre Bandgeschichte hinter sich und für ihr neues Album „Gute Aussicht“ extra ihr Label wieder belebt. Dennoch fühlte sich die Band „an einem Schlusspunkt angekommen“. Schade für die deutschsprachige Gitarrenmusik. Aber dafür bleiben uns die einzelnen Muff Potter ja in anderen Rollen erhalten, Dennis Scheider etwa als Chef von Richard Mohlmann Records, wo er die großartigen Miyagi und BEAT!BEAT!BEAT! nun groß heraus bringen wird.

„Blitzkredit Bop“


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Ebenfalls im Juli zogen dann auch Little Man Tate einen Schlussstrich. Nach nur zwei Alben und einer Reihe von Hit-Singles in England schien die Luft raus.

„Hey Sweetie“


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Am gleichen Tag wie Little Man Tate gaben auch Tiger Lou ihre Trennung bekannt. Was allerdings erst endgültig wirkte scheint eher eine Phase zu sein, in der das Projekt auf Eis liegt, während sich ihr Frontmann anderen Dingen widmet. Aber das wird die Zeit zeigen.

„Sell Out“


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Einen Monat später machten dann auch The Rascals Schluss. Zunächst stieg Frontmann Miles Kane aus, während der Rest noch ein Projekt zu Ende bringen wollte. Mit dem Abschluss der Arbeiten sind The Rascals nun auch Geschichte.

„I’ll Give You Sympathy“


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Die nächste Band war eigentlich noch gar nicht richtig gestartet. Indoor Fireworks hatten gerade eine Single veröffentlicht und verabschiedeten sich nun Ende des Jahres auch wieder. Das ist aber nicht ganz so schlimm, denn Frontmann Marc Oliver macht mit Dot To Dots weiterhin tolle Musik.

Schlimmer dagegen war, dass die großartigen Dartz nach der Trennung von ihrem ! auch nun ihre endgültige Trennung bekannt gaben. Das hin und her zwischen Studium und schlecht bezahltem Job als Musiker wurde ihnen einfach zu viel, also wurde das Projekt nach zwei Alben leider beigelegt. Schade.


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Die traurigsten Nachrichten folgen wie immer zum Schluss. So auch hier. Zwischen zwei Touren gaben The Rakes ihre Trennung bekannt. Die Gründe waren mehr schleierhaft als nachvollziehbar. Man könne nicht mehr 110 % geben, deshalb mussten The Rakes von einem Tag auf den anderen aufgelöst werden. Die Begründung war mehr als unbefriedigend, besonders, wenn man in Betracht zieht, dass die Band noch eine England- und eine Amerika-Tour vor sich hatte. Da wirkt es beinahe undankbar den Fans gegenüber, wenn man eine solche Begründung liefert. Fehlen wird uns die Band dennoch, da sie mit „Klang“ ein Album ablieferten, mit dem sich The Rakes für die nächsten Jahre gut positionierten.

„We Danced Together“


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