Interviews

The Twilight Sad – Interview

In einigen Tagen veröffentlichen The Twilight Sad ihr zweites Album „Forget The Night Ahead“, für uns also höchste Zeit, die Band einmal zum Gespräch zu bitten. Während sie sich gerade auf Tour zusammen mit Frightened Rabbit und We Were Promised Jetpacks quer durch die USA befinden, bekamen wir Sänger James Graham an die Strippe und befragten ihn, was uns auf Album Nummer 2 erwarten wird.

Hi James, danke, dass du dir ein wenig Zeit auf eurer Tour nimmst. Wie läuft’s denn soweit in den USA?

James: Es läuft klasse. Die Konzerte sin dimmer klasse, viele waren sogar ausverkauft und die Reaktionen sind nur positiv.

Die USA sind ja auch schon beinahe so etwas wie die Heimat von Frightened Rabbit.

James: Ja klar, aber vier waren aber auch schon vier Mal hier. Da kommen wir jetzt auch an viele Orte, wo wir schon waren. Frightened Rabbit sind auch gute Freunde von uns, also passt das alles super zusammen.

In Kürze erscheint hier in Deutschland auch euer zweites Album “Forget The Night Ahead”. Was genau sagt der Titel über das Album aus?

James: Zuerst soll er natürlich die Grundaussage einfangen. Es geht da um Dinge, Erlebnisse und Nächte, die man einfach vergessen will. Es ist im Grunde ziemlich dunkel und alle Songs drehen sich darum mit bestimmten Situationen unzufrieden zu sein, die einen verrückt machen und zerfressen.

Wir hatten beim Hören auch das Gefühl, es sei noch intensiver und dichter als sein Vorgänger, würdest du zustimmen?

James: Ja, ich denke die Musik ist viel dunkler geworden, was auch am Grundthema liegt. Auf dem ersten Album hatten wir auch einige wärmere Sounds, wie ein Akkordeon und ein paar akustische Gitarren. Jetzt haben wir viel “bösen” Krach und es ist auch sehr laut, unser Bassist hat bei den Aufnahmen allein drei Verstärker kaputt gemacht. (lacht)

Ihr habt mit Mogwai getourt, hat euch diese Erfahrung auch ein wenig zum dunkleren Sound beeinflusst?

James: Hmm, klar, es war natürlich toll mit Mogwai und die besitzen auch diesen extrem krachigen Post-Rock Sound, von dem wir sehr beeindruckt waren. Die Tour mit ihnen war auch eine der besten Dinge, die wir als Band bisher erlebt haben, denn jeden Abend einer Band zusehen zu dürfen, die mit derartiger Hingabe so dichte Live-Shows spielt, das inspiriert einen natürlich. Es hatte auch bestimmt einen Einfluss auf uns, aber keinen den ich aktiv wahrgenommen hätte.

Was würdest du sagen ist der Hauptunterschied zum ersten Album, mal abgesehen von der dunkleren Grundstimmung?

James: Ich denke, unser Songwriting hat sich eindeutig weiter entwickelt. Auf dem ersten Album waren die ersten Songs, die wir jemals als Band geschrieben haben. Die waren das chon teilweise mehrere Jahre alt. Jetzt waren wir als Band gefestigt und als Musiker gereift und wussten, wie Songwriting und Studioarbeit funktioniert. In der Zwischenzeit haben wir schon viel erlebt und völlig andere Dinge getan, über die wir nun schreiben konnten.

In dem Zuge habt ihr mit dem zweiten Album auch ein neues Artwork, was hat euch dieses Mal inspiriert?

James: Das macht ein guter Freund von uns, er heißt James Thomas. Wir haben ihm gesagt, wir mögen diesen Stil und er hat daraus eine Bildwelt erschaffen, die sich nun durch’s Album ziehen wird. Auch für das erste Album hat er das schon gemacht, wir wollen ihn eigentlich auch immer dafür dabei haben.

Wir hatten ja bereits eure Tour mit Frightened Rabbit und We Were Promised Jetpacks. Die Presse scheint ja so eine Art Triumvirat schottischer Bands, also das Herz einer neuen Glasgow-Szene machen zu wollen. Seht ihr euch selbst als Szene?

James: Ich weiß nicht. Es war ja so, Fat Cat hat uns Frightened Rabbit vorgestellt, bevor wir beide den Deal da unterschrieben haben. Seitdem sind wir natürlich gut befreundet. Wir haben seitdem auch ähnliche Erfahrungen gemacht. We Were Promised Jetpacks kenne ich noch nicht so lange, die sind ja erst seit Kurzem bei Fat Cat dabei. Ich glaube nicht, dass wir eine Szene sind. Fat Cat hatte einfach ein gutes Händchen für schottische Bands und so sind wir eine Art Gemeinschaft. In Glasgow ist es im Prinzip auch so, kennst du jemanden in der Musikszene, dann kennst du auch jeden.

Wie Frightened Rabbit und We Were Promised Jetpacks singt ihr auch mit schottischem Akzent, war das damals eine bewusste Entscheidung, oder kam das einfach ganz natürlich?

James: Ja, es war ganz natürlich und völlig unterbewusst. Die Stücke handeln eben von Dingen, die mir passiert sind und von Leuten die ich kenne, da ist es ehrlich das auch in der nennen wir es einmal Sprache, zu tun, in der ich kommuniziere. Ich fing eben an zu singen, wie ich auch spreche und das ist dann auch die Geschichte.

Hast du schon einmal probiert ohne Akzent zu singen?

James (lacht): Nein, habe ich noch nie. Ich weiß auch gar nicht, ob ich das könnte. Das erscheint mir einfach ganz normal so zu singen. Ein Londoner singt ja auch nicht mit Newcastle Akzent. Vielleicht klänge unsere Musik mit diesem Akzent auch seltsam.

Ihr habt letztes Jahr euer Live-Album “Killed My Parents And Hit The Road” veröffentlicht, was für eine Band mit gerade einmal einem Album ja schon recht besonders ist, wie kam es dazu?

James: Wir haben während der Tour einfach ein paar Songs und Konzerte aufgenommen und fanden es eine nette Idee, Fans diese Aufnahmen zugänglich zu machen. Dabei waren dann auch noch zwei Cover-Versionen und neue Songs, damit Fans etwas haben, während sie auf das nächste Album warten.

Du hast die beiden Cover-Versionen angesprochen, wie wählt ihr ein The Twilight Sad Cover?

James: Das ist recht einfach, wir schauen, welche Bands wir mögen und was zu uns passen könnte, das verbinden wir dann noch mit jede Menge Krach. Außerdem muss das dann auch noch mit schottischem Akzent passen. Das ist uns bisher hoffentlich immer gelungen.

Gut, danke dir soweit für das Interview und wir freuen uns auf eure Tour im November.

James: Ja, wir auch, danke!

Fotos: Myspace der Band

Discussion

Comments are closed.

Archive