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Sunday Chocolate Club – Tour-Tagebuch pt. 17

Letzte Woche war es wieder mal so weit, Sunday Chocolate Club haben wieder für drei Termine deutsche Bühnen unsicher gemacht. Bei diesem Ausflug mit Ersatzdrummerin Anne, die wie ihr ja schon wisst immer mal wieder für den guten Jan einspringt und auch wieder ihre Erlebnisse in einem Tourtagebuch zusammengefasst hat:

Sunday Chocolate Club live

Liebes Tourtagebuch,

das war eine schöne Woche. Schön und anstrengend. Und viel gelernt:

1. Lektion am Montag (Osnabrück): Leute, die nicht gekommen sind, um die Band anzusehenhören (sondern um sich zu Katy Perry & Konsorten so lange die Kante zu geben, bis man die Traute gefunden hat, wild mit Phillip aus dem 3. Semester zu knutschen), werden höchstwahrscheinlich nicht zur Band tanzen (sondern lieber zu Katy Perry ein bisschen lasziv vor Phillip aus dem 3. Semester auf der Tanzfläche von einem Bein aufs andere treten, sich danach mit dem Handy der besten neuen Studi-Freundin mit Phillip zusammen lustig fotografieren lassen und in letzter Konsequenz natürlich mit Phillip knutschend neben dem DJ-Pult enden).

2. Lektion am Dienstag (Karlsruhe): Wenn auf dem Flyer aus den ominösen Untergründen des Fossils Myspace steht, dass die Band aus York & Manchester (statt aus Bielefeld & Münster) kommt, ist der Laden voll.

3. Lektion: Vor allem ist der Laden aber sehr voll, froh und am Tanzen, wenn die Leute gekommen sind, um Bands zu sehenhören. Wenn die dann auch noch die von den Leuten erwartete Musik machen, ist der Abend geritzt und wird mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit einer der schönsten der frischeren Erinnerung werden.

Zusammen mit Too Tangled aus Belgien schwitzten wir die kleinste Bühne der Welt so richtig schön voll. Ungebremste Euphorie auf allen Seiten! Karlsruhe war gut zu uns. Karlsruhe hat uns auch mit dem besten Bandessen der Welt und vielen frischen Getränken gesegnet.

4. Lektion: Man trinkt in Karlsruhe kleine Biere, auf denen ein junger Welpenwolf abgebildet ist. Die heißen „Wölfle“ und machen einen dicken Kopf.

Dementsprechend fanden wir uns später wieder in der „Alten Hackerei“, wo wir wild schreiend und springend die Indie-Perlen der 1980er Jahre abfeierten. Zum Abschluss des herrlichen Abends erhielten wir von unserem charmanten Gastgeber Tom am örtlichen Trinker-Brunnen noch eine ausführliche Einführung zur Trinker/Fixer/Pfarrerin/Ladenbesitzer-Problematik der Karlsruher Werderstraße und dann führte uns Hannes sein Navi heim ins Hostel-Bett. Nach geschlagenen 4 Stunden Schlaf brachten wir am nächsten Tag im verkaterten Kopp dann das Kunststück fertig, uns mit der Straßenbahn dermaßen in Karlsruhe zu verfahren, dass wir erst mit großer Verzögerung die Stadt verließen. (Freundliche Rentner führten uns zum Glück in die Legende des Straßenbahnplans ein.)

5. Lektion am Samstag (Hamburg): Weil Singer-Songwriter alleine auftreten, haben sie niemanden auf der Bühne dabei, der sie zum Aufhören anhält. Weil es davon auch noch 2 hintereinander gab, begann unser Auftritt statt 9 erst um 11.

6. Lektion: Im Freundlich & Kompetent ist man nicht nur beides ausgesprochen, man hat auch noch Nebel auf der Bühne. (Die Fotos vom Auftritt sehen allesamt nach Gorillas im Nebel aus.) Außerdem hat Kai mich mit der Glitzerkonfettipistole beschossen. Ein Mordsgaudi!

7. Lektion: Der Teddy schleppt die meisten Groupies ab. Ernsthaft.

In 2 Wochen gehts nach Eisenach. Wir planen Großes. Außerdem die Besichtigung der Wartburg am Tag danach. (Gucken, wo Luther das Tintenfaß nach dem Teufel geschmissen hat, nachdem wir das Konfetti nach den Eisenacher Musikfreunden geworfen haben.)

Foto: Maria Bringmann

Sunday Chocolate Club auf Tour

26. Oktober 2012 Corner´s Club 54, Eisenach
03. November 2012 12 Inch Club, Remscheid
05. November 2012 Pension Schmidt, Münster (supporting Spring Offensive)

Myspace // Bandcamp

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