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Sunday Chocolate Club – Tagebuch „Videodreh“

Es ist endlich wieder soweit, der Sunday Chocolate Club hat wieder Zeit gefunden, sein Tagebuch bei uns zu pflegen. Derzeit arbeitet die Band an ihrem Debüt-Album, das 2014 erscheinen soll und berichtet im Tagebuch von einem spannenden Erlebnis, die Band hat nämlich ihr erstes Video gedreht, aber lest selbst:

Liebes SCC-Tagebuch,

seit der 7. Klasse wollte ich bei einem Musikvideo mitmachen. Jetzt darf ich endlich. Nikolai und Bjarne von Hard Drive in Hamburg machen uns für unser neues Stück „Where the monsters sleep“ nämlich eins. Und weil der SCC dermaßen globalisiert ist, dass er es nicht einmal hinbekommt, in einer gemeinsam Stadt zu leben, entschieden wir uns, in Hamburg zu drehen. Aus Herzensgründen und wegen Nikolai und Bjarne.

Weil ich so aufgeregt war, hab ich mich den Abend vor dem Dreh dann erstmal aus Versehen bis morgens im „Café K 19“ in Berlin zu den Indie- und Asselpunk-Perlen der 80er verfeiert. In entsprechender Verfassung schlug ich am nächsten Abend in Hamburg auf. Kai und Hannes haben mich aufgesammelt, in unseren Bulli reingesteckt und sind zu den Herren Regisseuren gefahren. Die saßen in ihrer WG-Küche und aßen Pflaumenkuchen. Dann teilten sie uns Rollen zu: „Wer von euch raucht denn?“ „Hannes raucht für uns alle genug.“ „Okay. Hannes filmen wir, wie er sich eine dreht. Kai, du bist der Sänger, du stehst auf ´ner Ampelkreuzung und singst.“ Bassist und Schlagzeuger: „Haha!“

Kai und seine Ampelkreuzung wurden als erstes gedreht. Während Hannes und ich uns also beim Asiaten gegenüber den Bauch mit Tofu und Erdnusssoße vollschlugen, schauten wir Kai dabei zu, wie er imaginäre Autos wegfuchtelte. Ich war selten so gerne nicht Sänger.

Kai vom Sunday Chocolate Club

Dann: „Okay Anne, dich drehen wir, wie du mit dem Bus durch die Stadt fährst.“ „Mit welcher Linie?“ „Den Bulli!“ Au weia. Verkatert im Dunkeln bei Nieselregel das große Auto durch die große, fremde Stadt fahren. Und dabei singen. Und am besten keine zugedröhnten Touris ummähen und am besten nicht beim So-tun-als-würdest-du-tanken von auf Krawall gebürsteten Möchtegern-Seeeds in Smokings deren Spazierstöckchen übergezogen kriegen. So hatte ich mir das damals in der 7. Klasse nicht vorgestellt!

Anne vom Sunday Chocolate Club

Landungsbrücken, Hafen-Skyline, Reeperbahn-Tanke, die Eisenbahnbrücke mit der „Astra-Stube“ drunter – alles mitgenommen, was schön nach Hamburg aussieht. Regen und Nacht und betrunkene, grölenden, Hannes umringenden Feiermuttis, 3 mal die selbe Brücke runterlaufen und glücklich-ausgepowert dabei gucken, 6 mal den selben Refrain zum Ghettoblaster dazusingen.

Fünf Stunden später war der Dreh durch. Standen wir in eben der „Astra-Stube“ im Fenster – Kai und Hannes jeder mit einem Astra, ich mit dem Kopf auf dem Tresen und der Hand am Malzbier – , schauten der Metal-Band des Abends beim Instrumente-in-Familienautos-einpuzzlen zu und fühlten uns schwer Rockstar. Wenn das Video auch nur halb so gut wird wie sein Dreh, wird es wunderschön.

Hannes vom Sunday Chocolate Club

Video-Trailer:


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Discussion

  1. […] Es ist schon etwas her, dass Sunday Chocolate Club hier vom Dreh zu ihrem aller ersten Video berichteten. Genau genommen was das im November und hier könnt ihr die Eindrücke der Band nachlesen. […]

    Posted by Sunday Chocolate Club – Video zu “Where the Monsters Sleep” | WhiteTapes | April 29, 2014, 11:12 am

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