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Pitchtuner – Tourtagebuch China u. Japan

Nachdem uns in den letzten Monaten unter anderen die Eight Legs und The Miserable Rich mit unterhaltsamen Tourtagebüchern den Alltag etwas versüßt haben, bekamen wir nun die Anfrage, ob wir nicht auch Pitchtuner eine Plattform bieten möchten. Klar doch, tun wir gern. Diesmal nicht allein, sondern gemeinsam mit Rote Raupe und Nicorola. Über die nächsten Wochen wird es dann regelmäßige Einträge der Tour quer durch China und Japan geben. Klingt spannend, wird es bestimmt auch.

Hier dann einmal eine Einleitung dazu:

Pitchtuner touren jetzt bereits seit fast zehn Jahren wie besessen durch die Lande und haben so inzwischen in vielen Ländern ein großes und verlässliches Netz an Freunden und Mitstreitern für die ‚gute Sache‘ gespannt. So ein Netzwerk ist ja ungemein wichtig für alle, die sich für eine Karriere in einem renommierten Büro mit monatlichem Einkommen, Sozialversicherung etc. nicht entscheiden können oder wollen. Ab einer bestimmten Größe kann so ein Netzwerk unerwartete Blüten hervor bringen und über einen je längeren Zeitraum dieses Netz gewoben wurde, desto mehr kann man sich auch darauf verlassen, von ihm getragen und notfalls aufgefangen zu werden: Pitchtuner sind regelmäßig nach Japan gefahren, dem Heimatland der Sängerin und Bassistin Miki Yoshimura, und haben dort in Eigenregie Konzerte organisiert. Da Miki vor ihrer Zeit in Deutschland für mehrere Jahre in einem Live House in Osaka gearbeitet hatte, das viele internationale Artists wie Björk, Tricky und Pavement nach Japan brachte, bevor diese dann die richtig großen Hallen füllten, hat sie natürlich mit ihrem ehemaligen Chef Kontakt aufgenommen. Dieser war nicht schlecht überrascht, was sein Sprössling in Europa so treibt und überreichte voller Freude die mitgeschickte CD an einen A&R einer in Japan sehr gut funktionierenden Plattenfirma. Dieser A&R, der ja immer nach frischen Acts Ausschau hält, kam dann tatsächlich zu einer Pitchtuner Show in Tokyo 2009. Hätte Pitchtuner gewusst, dass diese Show im Rahmen einer Party eines Noise Labels stattfindet, hätten sie den A&R bestimmt zu einer anderen Show eingeladen. Wider Erwarten lief das Konzert allerdings richtig gut und die Besucher waren erstaunlich aufgeschlossen für den Elektro-Indie Sound von Pitchtuner, sodass der A&R völlig begeistert war. Nach kurzer Unterbrechung des Kontaktes zu dem A&R und Wiederfinden nach einer zufälligen Begegnung in Berlin kommt es jetzt tatsächlich zu der Veröffentlichung des Pitchtuner Albums in Japan im Juni diesen Jahres.

Idee

Natürlich sollte so ein Release auch mit Konzerten promotet werden, sodass sich Pitchtuner dazu entschloss eine weitere Tour nach Japan zu planen. Da China ja irgendwie auf dem Weg liegt und dorthin seit ein paar Jahren auch sehr gute Kontakte bestehen, wurden auch dort Gigs mit eingeplant. Nach der Zusage von Fördermitteln der ‚Initiative Musik‘, liefen die Telefone heiss und es kamen eine Gigzusage nach der anderen zustande (siehe unten). Da dieses mal die großartigen Eindrücke von Japan und China wie letztes Jahr sich nicht einfach wieder in Luft auflösen sollten, entschloss sich Pitchtuner, ein Tagebuch über die Erlebnisse ins Leben zu rufen. Kleine Interviews sollen auch einen Einblick in das Musikleben in China und Japan geben. Wie funktioniert die Musikszene dort, wer ist dort aktiv? Gerade der erlebte Eindruck von China war so anders als der durch die allgemeine Medienberichterstattung erwartete, dass es fast schon eine Pflicht ist, diese Insights weiter zu geben und öffentlich zu machen.

Pitchtuner Club Division

Nach Veröffentlichung des Albums ‚Riding the Fire‘ hatte sich Pitchtuner natürlich nicht auf die faule Haut gelegt und Däumchen gedreht. Nein, Pitchtuner hat sich an seine Anfänge und die Gründe seiner Namensgebung erinnert: Pitchtuner soll die perfekt an den Menschen angepasste Maschine sein. Nicht die Musiker richten sich also an die Drum Machine und Synths, sondern diese passen sich an die Musiker an. Ein großes Ziel, das bestimmt noch mindestens die nächsten 20 Jahre Stoff liefert und Pitchtuner schon jetzt dazu trieb, eigene Instrumente und Controller, wie das Midi Rod, den Off the Grid Sequencer und das Barcode DJ System zu entwickeln und patentieren zu lassen. Gerade in der Duo Club Division Version sind diese Entwicklungen zu sehen und zu erleben.

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