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PAWS – Youth Culture Forever

PAWS - Youth Culture Forever

Gute eineinhalb Jahre nach ihrem Debüt „Cokefloat!“ und der Zwischen-EP „Tiger Lily“ veröffentlichen PAWS mit „Youth Culture Forever“ ihr zweites Album. Die Band ist natürlich weiterhin auf Fat Cat beheimatet und scheint sich auch vom Sound her treu geblieben zu sein. Das zeigte zum Beispiel die Vorabsingle „Tongues“, in der PAWS ihre übliche Mischung aus 90’s Rock, Garage und DIY-Charme zeigten.

Auch Zitate der Band deuten darauf hin, dass sie ihrem Sound treu geblieben sind. Na ja, zumindest irgendwie. Gegenüber Spin sagen sie etwa: „It’s louder than the last record, but it’s quieter than the last record, it’s faster than the last record, but it’s slower than the last record. Every song is quite different, but then at the same time it’s the same.“ Bewusst nichtssagend.

Glücklicherweise haben PAWS vor dem Release bereits die Single „Tongues“ für sich sprechen lassen. Ein launiges Stück Indie-Rock mit dicken Gitarren und einer verspielten Popmelodie, die so richtig Lust auf „Youth Culture Forever“ machte.

Auch PAWS schienen richtig Lust auf das Musikmachen zu haben und das hört man „Youth Culture Forever“ auch zweifelsohne an. Das Trio bietet hier LoFi-Punk mit dicken Grunge-Gitarren und einem noch stärkeren amerikanischen 90’s Alternative Einfluss. Die Songs, die dabei herausgekommen sind, dürfen ebenfalls gut und gerne als sonnig und gut gelaunt beschrieben werden. Ein Problem haben sie dennoch, sie sind nämlich häufig musikalisch und textlich genau so nichtssagend, wie das Zitat der Band zum Album. Wobei nichtssagend die Texte noch rühmen würde, häufig sind sie so tiefgehend, wie Tagebucheinträge eines 16-jährigen Mädchens. In „Someone New“ beschreibt die Band etwa ziemlich platt den Verlust der Liebsten und wiederholt im Refrain schnöde „I don’t wanna see you with someone new“. In den Strophen wird dann darüber gesungen, dass man lieber die Stadt verlassen würde, als die Liebste herzugeben und, dass die Wahrheit die im Refrain beschriebene ist. Das Alles in knapp zweieinhalb Minuten, was bedeutet, dass der Spaß zumindest schnell vorbei ist.

Für das ganze Album gilt das nicht, das bringt es mit zwölf Songs auf fast 42 Minuten Spielzeit. Klar, „Youth Culture Forever“ ist wieder ein Album, das man einfach nebenher hören kann und das durchaus zur launigen Berieselung mit leichter Indie-Rock-Kost taugt. Doch zeigte das Debüt „Cokefloat“ mit Texten, in denen sich PAWS mit häuslicher Gewalt und mehr auseinandersetzten, das sie mehr textliche Finesse haben, als sie auf ihrem Zweitwerk zeigen. Und das enttäuscht dann doch ziemlich.

Bei Spin.com steht „Youth Culture Forever“ in voller Länge zum vorab hören bereit

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