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Lestat Vermon – Clouds

Lestat Vermon - Clouds

Am Samstag trat Gitarrenlegende Slash bei der TV Total Stock Car Crash Challenge an und zeigte sich dabei wieder als perfekte Inkarnation des Klischees „Gitarrist einer bekannten Band auf Solopfaden“. Das Stück war nicht der Rede wert und die Performance bestand im Grunde auch nur aus Nahaufnahmen des Mannes mit dem markanten Hut, der natürlich auch ein Solo eingebaut hat. Dass derlei Projekte aber nicht immer gleich völlig klischeebeladen und bedeutungslos sein müssen, zeigte vor vier Jahren unter anderem Maximo Park Gitarrist Duncan Lloyd mit seinem Soloalbum „Seeing Double“. Ein hübsches Gitarrenpop-Album mit einer gehörigen Dosis Sonnenschein und gleichzeitig auch ein Beleg dafür, dass bei Maximo Park nicht Paul Smith allein für die großen Hits der Band verantwortlich ist. Das Projekt Lestat Vermon ist ebenfalls eines aus der oben genannten Kategorie. Dabei handelt es sich um Polarkreis 18 Gitarrist Philipp Makolies, der sein Soloprojekt im Grunde bereits so lange verfolgt, wie seine Hauptband. Der Erfolg seiner Band ließ das Soloprojekt dann jedoch erst einmal hinten anstehen und er reiste mit Polarkreis 18 quer durch die Republik, um die Massen mit dem Nr. 1 Hit „Allein Allein“ zu begeistern.

Polarkreis 18 haben seitdem mittlerweile noch das Album „Frei“ veröffentlicht, mit dem sie an den Erfolg des Vorgängers anschließen wollten. So ganz hat das nicht geklappt, deshalb macht die Band jetzt erst einmal Kreativpause. Für Makolies die ideale Zeit, nun sein Soloalbum zu veröffentlichen. „Clouds“ ist im Prinzip das Gegenstück zum opulenten, teils orchestralen Bandsound von Polarkreis 18. Statt sechs Musikern steht hier ja auch nur ein Musiker im Mittelpunkt. Bei Konzerten gerne auch zwei, denn Polarkreis 18 Multiinstrumentalist Ludwig Bauer ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil der Liveformation geworden.

Viele Stücke beschränken sich auf das sanfte Gitarrenspiel von Makolies, der die Stücke auf seiner alten Jugendgitarre komponiert hat. Angereichert werden sie stellenweise durch ein wenig Piano und natürlich die Stimme Markolies‘. Die Gitarre wird häufig nur gezupft und der Gesang von Markolies häufig gehaucht. Songs, die direkt aus dem Herbstnebel entspringen und teils eine ähnliche Stimmung entfalten, wie zum Beispiel Fleet Foxes. Auch die Kings Of Convinience wären sicherlich stolz auf einige der zurückgenommenen Kompositionen von Lestat Vermon. Einige Stücke bieten zwar auch nur die übliche Songwriterkost, dennoch schafft es Markolies auf „Clouds“ eine wohlige Atmosphäre zu erzeugen.

Die Kernstücke des Albums sind wohl „Clouds“ und „Homesick“. Ersteres mit seinem langsam voranschreitendem Gitarrenspiel, der leicht lässigen Erzählweise und dem hellen Pianospiel von Ludwig Bauer. Mit dem schweren Gitarrenspiel von „Homesick“ und der hier verwendeten Slidegitarre schafft es Markolies dann Schwermut und Hoffnung wunderbar zu einem mitreißenden kleinen Popsong zu verbinden. In Zukunft noch mehr von dieser Sorte und Markolies ist irgendwann mehr als „nur“ der Gitarrist von Polarkreis 18.

Lestat Vermon auf Tour

18.10.2012 Berlin, Zur Glühlampe
31.10.2012 Hamburg, Hasenschaukel
27.11.2012 Stuttgart, Speakeasy (Petit Sejour)
27.12.2012 Dresden, Societaetstheater

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Discussion

  1. […] zusammen mit seinem Bandkollegen Ludwig Bauer sein Debüt als Lestat Vermon veröffentlichte. “Clouds” hieß das Werk und zeigte erwachsenes Songwriting und Songs, die ihre Kraft vor allem aus ihrer […]

    Posted by Videopremiere: Lestat Vermon – “When The Molecules Are Stopped” | WhiteTapes | April 16, 2014, 2:00 pm

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