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It’s A Race For WhiteTapes Record Of The Year – The Endspurt

wt1Knappe 3 Wochen habt ihr euch die Finger wund gevotet, um eurem Favoriten zum Titel „WhiteTapes Record Of The Year“ zu verhelfen. Jetzt da das Jahr nur noch eine Woche erleben darf, bevor es 2009 Platz macht, reduzieren wir unser Voting-Formular auf die besten 10 Alben und läuten den Endspurt ein. Alle Stimmen stehen auf Null, jetzt kommt’s noch einmal richtig drauf an! Unter den Top Ten fehlen überraschenderweise MGMT, die Foals, die Fleet Foxes und andere übliche Verdächtige aus den Jahresbestenlisten der Kollegen. Wir diktieren nichts, sondern haben euch eure Top Ten zusammenstellen lassen, in der Folge könnt ihr nachlesen, wer es geschafft hat. Also, nachgelesen, abgestimmt und Daumen gedrückt!

1984 – Open Jail

1984Wave aus Frankreich und das auch noch ganz neu interpretiert, nein das sind nicht Nouvelle Vague, sondern ein blutjunges Trio aus Straßburg, das Johnny Cash zusammen mit Ian Curtis auf den Indie-Dancefloor geschickt hat. Dabei rumgekommen ist mit „Open Jail“  dem Debütalbum von 1984, die beste Joy Division Verneigung des Jahres, die zudem kein Stück nach Interpol klingt. Merci!


Bloc Party – Intimacy

intimacyGanz offen gesagt waren Bloc Party für uns in diesem Jahr Kandidaten für den Titel „waren mal toll, kann man jetzt aber getrost vergessen“. Der frühe digitale Release von Intimacy wirkte dann auch fast wie ein schlechter Versuch Radiohead nachzuahmen. Die darauf enthaltenen Songs allerdings zeigten Bloc Party von ihrer bisher besten Seite und brachten die Gewissheit, diese Band sollte man nicht abschreiben. Zu herausragend zudem die Singles „Talons“, oder „One Month Off“, um Bloc Party den Weg in eure Top 10 zu verwehren.


Bon Iver – For Emma, Forever Ago

intimacy„For Emma, Forever Ago“ ist wohl das schönste Produkt aus Herzschmerz und Isolation, dass je seinen Weg auf eine CD gefunden hat und ein eindrucksvoller Erstling für Justin Vernon’s Projekt Bon Iver. Eigentlich 2007 schon veröffentlicht erfuhr das Album dieses Jahr seinen weltweiten Release und dürfte nicht wenige Herzen mit dieser sanften Mischung aus Hoffnung, Liebeskummer und Einsamkeit erwärmt haben. Hymnen auf die Einsamkeit ganz ohne Chöre, die Allein Allein singen, schön das.


Get Well Soon – Rest Now Weary Head, You Will Get Well Soon

intimacyKonstantin Gropper ist wohl der Newcomer der deutschen Singer-Songwriterszene, so unglaublich vielschichtig sein Debüt „Rest Now Weary Head, You Will Get Well Soon“, das mit melancholischem Pop, Post-Rock-Einflüssen und tiefsinnigen Texten aufwartete. Auf jeden Fall schon das deutsche Album des Jahres und sicher auch in vielen anderen Jahresbestenlisten ganz oben anzutreffen.


Kyte – Kyte (s/t)

Kyte sind die Newcomer bei Erased Tapes und bewiesen dort mit ihrem selbstbetitelten Debüt-Mini-Album, dass junge englische Bands nicht alle austauschbar sind. Mit ihren Soundgebilden aus Post-Rock, Shoegaze und Dreampop dürften sie eines der schönsten Mitschwelgealben des Jahres abgeliefert haben, zudem haben sie sogar ein neues Genre geprägt, den Dreamgaze. Und das gerade einmal mit Anfang 20!


Eugene McGuinness – Eugene McGuinness (s/t)

intimacyAuch aus England und ebenfalls Anfang 20, das ist Eugene McGuinness, die Songwriter-Hoffnung aus Liverpool. Ganz lässig veröffentlichte der im letzten Jahr sein Mini-Album „The Early Learnings Of…“ und zeigte in diesem Jahr auf seinem Debüt über volle Album-Länge facettenreiche und vor Ideen überschäumende Popsongs, in denen er das beste aus 50 Jahren Musikgeschichte zu seinem ganz eigenem Stil vereint.


Miyagi – Hydraulic Son

intimacyÜber diesen Zugang in euren Top Ten haben wir uns natürlich besonders gefreut. Miyagi haben den britischen New Wave als Geisel genommen und ihn in einem Kellerraum auf dem Münsteraner Güterbahnhof mit Country und Post-Punk gekreuzt. Dabei herausgekommen ist mit „Hydraulic Son“ ein Album, neben dem Frankenstein’s Monster wie ein treuer Hundewelpe wirkt. Nicht zuletzt dank des Obersongs „Whatever 2.0“ wird man im kommenden Jahr bestimmt auch über die Grenzen des Münsterlandes hinaus noch einiges von dieser Band hören.


Conor Oberst – Conor Oberst (s/t)

intimacyWer dachte mit Cassadaga hätte Conor Oberst alle Spiritualität verpulvert wurde dieses Jahr eines besseren belehrt. Denn zusammen mit ein paar Freunden spielte er im Mystic Valley sein erstes Soloalbum in diesem Jahrtausend ein. Natürlich hätte auch Bright Eyes drauf stehen können, aber auch unter dem Namen Conor Oberst zeigte das Album Oberst’sche Songwriter-Kost erster Güteklasse.


Ra Ra Riot- The Rhumb Line

intimacyDen Dadaismus haben Ra Ra Riot zwar im Namen, in ihrer Musik findet er sich jedoch nicht. Da zeigte die Band von der amerikanischen Ostküste lieber eingängigen Indie-Folk mit sanften Geigen und melancholischem Cello. Das ganze wurde mit einer Intensität auf vorgetragen, dass Ra Ra Riot mit „The Rhumb Line“ mehr als beweisen konnten, nicht einfach nur ein Arcade Fire Klon zu sein. Zudem ist „Dying Is Fine“, auch wenn der Song schon etwas älter ist, ganz sicher einer der Songs des Jahres.


Travis – Ode To J. Smith

intimacyÜberschwänglich sprachen viele in diesem Jahr von einem Travis-Comeback, obwohl die Band eigentlich niemals wirklich weg war. Wahrscheinlich war aber einfach gemeint, dass Travis es lange nach ihrem letzten auf voller Länger überzeugendem Album „The Invisible Band“ mit „Ode To J. Smith“ endlich wieder geschafft hatten wirklich zu überraschen. Die Schotten rockten nämlich. Und das nicht nur ein bisschen, sondern mit lateinischen Chören und dem ersten Gitarrenriff der Bandgeschichte. Hut ab, mit besonderem Blick in Richtung von Sänger Fran Healy.


Ariane WhiteTapes

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