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Haldern Pop 2013 – finale Bestätigungen und Eindrücke von der Pressekonferenz

Die neue Biergartenbühne auf dem Haldern Pop 2012

Noch genau acht Wochen, dann findet in Rees-Haldern vom 8. bis zum 10. August 2013 die 30te Auflage des Haldern Pop Festivals statt. Traditionell werden die letzten Bestätigungen für das Kultfestival auf einer Pressekonferenz im Ort vorgestellt. So auch in diesem Jahr. Die 2009 eröffnete Haldern Pop Bar ist dafür mittlerweile zum offiziellen Rahmen geworden.

Die Pressekonferenz vor dem Jubiläum nutzten die Festivalmacher in Person von Stefan Reichmann und Wolfgang Linneweber zunächst für eine kleine Rückschau. Nicht auf die Entstehung des Festivals, denn die sei schon viel zu durchgekaut. Stattdessen gab es eine kurze Videoschau, in der über Künstler der letzten Jahre sinniert und das, was aus ihnen geworden ist, wurde So zum Beispiel Asaf Avidan, der israelische Songwriter, den 2009 kaum einer kannte, als er auf der Hauptbühne spielte und der mittlerweile einen riesigen Club- und Top 10 Hit in Deutschland feiern durfte. Ähnliches gilt für Mumford & Sons, auf deren Auftritt im Spiegelzelt 2009 ein wenig stolz zurückgeblickt wurde. Dazu gab es immer wieder nette Anekdoten darüber, was für Überraschungen ein gut geplantes Festival noch mit sich bringt, was man hinter den Kulissen in der offiziellen Planung, aber auch einfach in seiner Freizeit erlebt und das Festival mitprägt.

Die Rückschau zielte darauf ab, die Philosophie des Festivals zu erläutern. Man möchte nicht immer „das nächste große Ding“ oder um jeden Preis große Bands buchen, sondern Bands, die man entdecken kann. Etwas, das eigentlich jeder, der das Haldern Pop Festival kennt, weiß, aber gerne auch mal vergisst.

Eine besonders schöne Anekdote war auch die Erzählung, wie man Patrick Watson in Montreal entdeckt hat und Stefan gleich Feuer und Flamme war, Wolfgang Linneweber aber nichts mitbekommen hat, weil er lieber ein Nickerchen machte. Reichmann bemühte dennoch gleich Promoter in Deutschland, um Watson unterzubringen, die aber sagten, das sei zu arty. Auf einem Festival in Cannes sahen ihn dann beide und begossen ihre Entdeckung mit 18 Euro teurem Champagner aus Plastikbechern. Heute gehört der Künstler bekanntlich zu einem der liebsten Söhne des Festivals.

Unter diesem Gesichtspunkt sei auch das Line-Up des diesjährigen Festivals gebucht worden. Damit fühlt sich Reichmann auch auf dem richtigen Weg, da im Forum bereits das obligatorische Gemecker über fehlende Headliner und dergleichen losgegangen sei. Dabei hätte man anscheinend auch schon den ein oder anderen Glücksgriff gelandet, wenn man sieht, wie sehr man zum Beispiel mit Tom Odell beschallt wird.

Auch die Ausrichtung des Festivals möchte man mit Experimenten in den nächsten Jahr etwas ändern. Dabei steht das Miteinander der Künstler unter sich und mit dem Publikum im Vordergrund. So sei zum Beispiel das Tonstudio für das gesamte Wochenende gebucht, damit sich die gebuchten Künstler dort zusammenfinden, experimentieren und auch spontan etwas aufnehmen können. Etwas, das mehrfach jedes Jahr gewünscht wurde. Der Berliner Dirigent Andre de Ridder ist außerdem am Haldern Wochenende mit kleinem Ensemble aus Streichern und Bläsern vertreten und wird zur Verfügung stehen, um Bands spontan zu unterstützen. Der Kirche soll auch ein Ort für Überraschungen werden. Der letzte Programmpunkt in der Kirche ist noch komplett offen und es wird sich spontan zeigen, was dort geschehen wird. Denkbar wäre z.B. ein Set von Villagers, da die Band bereits Mittwochs vor Ort sei.

Auch dem Musiker Denis Jones, der während der Pressekonferenz einen Song zum Besten gab und im Nachgang noch eine Stunde auch für die Öffentlichkei spielte, kommt eine besondere Rolle zu. Er wird ab Mittwoch in Haldern sein und bis zum Sonntag Töne sammeln. Von Fanstimmen über Türenklappern bis hin zu Aufnahmen am Lagerfeuer ist alles denkbar. Daraus sollen während des Festivals Songs entstehen, die dann mit Videoaufnahmen vom Festival direkt verknüpft und veröffentlicht werden.

Auf dem „Haldern kann alles und soll alles passieren“ so in etwa drückte es Reichmann wiederholt aus. Man kann nämlich Künstler nicht über die finanzielle Seite für das Haldern gewinnen, sondern, das hat die Erfahrung gezeigt, nur über das Erlebnis Haldern Pop. Die Künstler, die dort auch auftreten, sich über andere Musiker, die sie selbst mögen freuen und gerne, um diese live zu sehen und zu treffen, gerne auch mal einen Tag länger bleiben – und, nicht zuletzt, das unvergleichliche Publikum. Das sei nämlich das größte Kapital des Haldern und Künstler würden immer wieder davon schwärmen, wie aufgeschlossen dieses Festival und sein Publikum ist und deshalb auch immer wieder gern wieder kommen.

All diese Punkte, also die Besinnung auf die eigenen Stärken, der Wille etwas Neues zu wagen, Künstler mit einzubringen und sich immer aufgeschlossen zu zeigen, ist irgendwie typisch Haldern Pop und passt deshalb perfekt zum Kultfestival am Niederrhein.

Auch die starke regionale Verbundenheit wurde noch einmal betont. Man würde zwar als Haldern Pop inzwischen auch internationales Ansehen genießen, ohne die Menschen und auch die Unternehmen aus der Region, die das Festival unterstützen, sei das aber nicht möglich. Deshalb setze man bei der Wahl der Partner auch auf regionale Unternehmen, wie Sinalco, König Pilsener, die Stadtsparkasse, Brauner Mikrophone oder auch Vodafone und Claas.

Neu war auch eine Zusammenarbeit mit dem Musikstreamingdienst Deezer, die im Vorfeld des Festivals und auch im Nachhinein Playlists und andere Specials zum Festival planen.

Nicht neu ist das Gelände des Festivals. Nach einigen Änderungen im Aufbau, den verschiedenen Bühnen und dem Einlass bleibt das Festival in diesem Punkt in diesem Jahr unverändert, die Frage ob sich etwas geändert habe wurde nämlich schlichtweg mit einem „Nö“ beantwortet. Der Aufbau mit Biergartenbühne am Donnerstag hat sich schließlich auch bewährt.

Nach etwas mehr als einer Stunde waren die Veranstalter dann auch schon durch mit ihrer Rückschau und dem Ausblick in die Zukunft und stellten das Video mit finalen Bestätigungen vor. Darunter bekannte Namen, wie Ben Caplan, Florian Ostertag und These New Puritans und, wie sollte es auch anders sein, wieder jede Menge zu entdecken. Die typische Haldern Mischung eben, auf die wir uns in diesem Jahr noch mehr freuen, als in den Jahren zuvor.

Biergartentickets

Nachtrag: Pünktlich zum Jubiläum entschieden sich die Macher des Festivals nun auch dazu, wieder Biergartentickets einzuführen. Am Freitag und Samstag können so jeweils weitere 300 Fans in den Genuss der Festivalatmosphäre im Biergarten kommen und sich die Konzerte aus dem Spiegelzelt auf der Leinwand anschauen. Tickets gibt es für jeweils 10 EUR bei Tabakwaren Kisters in der Lindenstraße in Haldern.

Die finalen Bestätigungen

Orchestre Miniature In The Park (DE)
Florian Ostertag (DE)
Asgeir Trausti (IS)
Pascal Finkenauer (DE)
Ben Caplan (CAN)
Stargaze with Andre De Ridder (DE)
Allah-Las (US)
Ebbot Lundberg and Trummor & Orgel (SE)
These New Puritans (UK)

Alle Bestätigungen

Alabama Shakes (US) – Mainstage
Anna Von Hausswolff (SE) – Spiegeltent
Balthazar (BE) – Spiegeltent
Bear’s Den (UK) – Spiegeltent
Brandt Brauer Frick (DE) – Spiegeltent
Buke and Gase (US) – Spiegeltent
Connan Mockasin (NZ) – Spiegeltent
DakhaBrakha (UA) – Spiegeltent
Dan Croll (UK) – Spiegeltent
Death Letters (NL) – Haldern Pop Bar
Denis Jones (UK) – Spiegeltent
Die Goldenen Zitronen (DE) – Mainstage
Douglas Dare (UK) – Studio
Duologue (UK) – Mainstage
Efterklang (DK) – Mainstage
Glen Hansard (IRL) – Mainstage
Gold Panda (UK) – Beergardenstage
Half Moon Run (CAN) – Spiegeltent
Ja, Panik (AT) – Mainstage
James (UK) – Mainstage
Jherek Bischoff (US) – Church
Joe Banfi (UK) – Haldern Pop Bar
John Grant (US) – Spiegeltent
Julia Holter (US) – Spiegeltent
Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi (DE) – Spiegeltent
Kettcar (DE) – Mainstage
Lee Fields & The Expressions (US) – Mainstage
Local Natives (US) – Mainstage
Lubomyr Melnyk (UA) – Church
Luke Sital-Singh (UK) – Church
Metz (CAN) – Spiegeltent
Mikal Cronin (US) – Beergardenstage
Owen Pallett (US) – Spiegeltent
Peter Broderick (US) – Spiegeltent
Regina Spektor (US) – Mainstage
Rubik (FIN) – Spiegeltent
Sam Amidon (US) – Spiegeltent
Sophie Hunger (CH) – Mainstage
Suuns (CAN) – Beergardenstage
The Staves (UK) – Spiegeltent
The Strypes (IRL) – Spiegeltent
This Is The Kit (UK) – Spiegeltent
Tom Odell (UK) – Mainstage
These New Puritans (UK)
Trümmer (DE) – Mainstage
Villagers (IRL) – Mainstage
We Were Promised Jetpacks (UK) – Beergardenstage

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