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Grizzly Bear – Painted Ruins

Grizzly Bear – Painted Ruins

Als die US-Amerikaner von Grizzly Bear vor knapp drei Monaten mit dem Song „Three Rings“ aus ihrer mittlerweile fünf Jahre andauernden Releasepause nach dem Werk „Shields“ zurückkehrten, nahmen wir Radiohead als Referenz auf. Nicht, weil der Sound der Band um Ed Droste nun besonders Radiohead-Like ist, sondern wegen dem „Mythos“, der seitdem um die Musiker aufgebaut wird. Eventuell haben Grizzly Bear das auch ein wenig gefühlt und sich zunächst recht kryptisch verhalten, was News um das neue Album betrifft. So mussten wir dann auch einige Wochen auf verbindliche News warten und irgendwann stand fest, dass im August mit „Painted Ruins“ wirklich das neue, nunmehr fünfte Album der Band erscheint.

Seitdem haben uns Grizzly Bear zuverlässig die Wartezeit verkürzt, indem sie etwa im Monatstakt einen neuen Song veröffentlichen. So folgte noch das Stück „Four Cypresses“ und im Juli folgerichtig ein weiterer Vorbote. Der hörte auf den Namen „Neighbors“ und bekam auch ein Video.

Aber dennoch, es wirkt so, als würde die Presse etwas Großes von Grizzly Bear verlangen. Beschreibungen, wie „Musterschüler der New Weird America-Klasse“ sind da noch zurückhaltend. Aber so eine Bezeichnung ist am Ende auch nicht ganz abwegig. Auf „Painted Ruins“ toben sich Grizzly Bear nämlich einfach wie gewohnt aus. Ob die an sie gestellten Erwartungen Einfluss auf das Werk hatten, lassen sie dann auch nicht durchblicken und bieten lieber ein Dickicht an Sounds. Genau das ist nämlich „Painted Ruins“ geworden. Zusammengerufen von Chris Taylor haben sie ein Album aufgenommen, das Fans des Überhits „Two Weeks“ vielleicht abschreckt, Leute, die die Band aber schon länger kennen, aber direkt mitnimmt. In ausgefransten Arrangements zelebrieren die Musiker psychedelischen Folk mit mal euphorischen, mal verzweifelten Momenten und mischen abgehackte Soundfragmente mit orchestralen Gesängen und repetitiven Beats. Eine Referenz zu Radiohead ergibt sich dann sogar auch, denn die Drums von „Three Rings“ erscheinen dann doch stark inspiriert von „15 Step“ vom Kultalbum „In Rainbows“. Das letztlich spektakuläre Element von „Painted Ruins“ liegt am Ende dann aber in der unspektakulären Komponente, in der selbst vergleichsweise harte Gitarrenriffs in einer wohligen Soundwand münden, die einem zwar „Painted Ruins“ noch nicht ganz erschließen lässt, aber die Ahnung gibt, dass es auch nur noch ein paar Durchgänge braucht und genau das ist es auch, was am Ende ein großartiges Album ausmachen kann.

Grizzly Bear live in Deutschland

02. Oktober 2017, Berlin – Columbiahalle


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