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Die Nuller – die Lieblingsalben der WhiteTapes Redaktion

Heute einmal, mitten in unseren bunten Jahresrückblick, kümmern wir uns auch einmal kurz um das gestern beendete Jahrzehnt. Das ist nun Geschichte, aber deshalb ja noch lange nicht aus dem Sinn. Gegen das Vergessen hilft natürlich auch eine hübsche Liste. Dabei verzichten wir vollständig auf ein „die besten“ Dingsbums, da so etwas auf ein gesamtes Jahrzehnt gesehen immer extrem subjektiv ist. Deshalb von uns als kleinen Rückblick nur die Lieblings-Alben der WhiteTapes Redaktion. Nun ja, zumindest der drei von uns, die eine Top 10 zusammen bekommen haben. Nun also viel Spaß mit unseren individuellen Lieblingen:

Ariane WhiteTapes

1. Maximo Park – A Certain Trigger (2005)

In der zweiten Jahreshälfte 2004 bekam ich zwei, drei Livemitschnitte und ein paar Demos einer jungen Band aus dem Nordosten Englands in die Hände – einer Bekannten aus Newcastle sei Dank. Gefiel mir ganz gut. War aber relativ schnell auch wieder vergessen. Im Februar 2005 spielte genau diese Band, mit Namen Maximo Park, ein Intro Intim u.a. mit Feeder, die gerade im Begriff waren Pushing The Senses zu veröffentlichen. Erst Vorort fiel mir auf, dass ich die Songs, wie die Gestalten dort auf der Bühne irgendwie schon kannte. Wer erinnert sich schon an ein Bild, über das vor Monaten mal flüchtig der Blick gestreift war. Ich war immer noch nicht ganz überzeugt, aber mit dem Album und der darauffolgenden Deutschlandtour war das Eis mehr als gebrochen und die Band, die sich 2004 fast unbemerkt in meinen Gehörgang gespielt hatte, spielte sich sehr wohl bemerkt in mein Herz. Wo sie bis heute einen kleinen Ehrenplatz, geschützt in einer gläsernen Vitrine, einnimmt. Nach dem Kitsch die Fakten. 2005 hat sich einiges verändert in meinem Leben, nicht zuletzt auch ich mich selber. Richtig begann das Jahrzehnt für mich eigentlich erst in diesem Jahr – und musiktechnisch eben im Februar mit den fast schon wieder vergessenen und dann freudigst wiederentdeckten Maximo Park.


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2. Bright Eyes – Lifted, Or The Story Is In The Soil, Keep Your Ears To The Ground (2002)

Mein erstes Bright Eyes Album. Beim ersten Hören, verstand ich kaum was da abging. Conor Obersts Stimme lag für mich irgendwo zwischen krächzig und grauenvoll, Melodien, durch die vielen vielen verschiedenen Instrumente, für mich schwer auszumachen. Aber irgendwas hatte das Ganze. Also hörte ich weiter und weiter und weiter und als sich mir nach der Verwirrung endlich mal die Texte eröffneten und dann auch Melodien (und ich mich selber erschreckenderweise in all dem wiederfand) kam ein wunderschönes Album zum Vorschein, das ich so schnell nicht wieder aus den Händen legte und auch heute noch immer wieder mehr als gerne höre.


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3. Final Fantasy (Owen Pallett) – Has A Good Home (2005)

Auf dem MySpace einer Freundin hatte ich seiner Zeit ein Bild von Owen Pallett gesehen und gefragt, wer der schmucke Herr, der mir so gänzlich unbekannt war, sei. Wenige Tage nach der Antwort hielt ich das Album in meinen Händen und möchte Final Fantasy seitdem in meinem Leben nicht mehr missen.


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4. Travis – The Invisible Band (2001)
5. The Pains Of Being Pure At Heart – The Pains Of Being Pure At Heart (2009)
6. Patrick Wolf – Wind In The Wires (2005)
7. The Strokes – Is This It (2001)
8. Field Music – Field Music (2005)
9. The Rakes – Capture/Release (2005)
10. Get Well Soon – Rest Now Weary Head, You Will Get Well Soon (2008)

Auf den Plätzen:
11. The Futureheads – The Futureheads (2005)
11. Sufjan Stevens – Come On Feel The Illinoise (2005)
11. Blood Red Shoes – Box Of Secrets (2008)

Iain WhiteTapes

1. Ryan Adams – Gold (2001)

Dieses Album wurde unfreiwillig zum Hit. Am 11. September 2001 änderte sich durch die Anschläge von Al Qaida von einem auf den anderen Tag die gesamte Weltordnung. Die Welt sollte für unsere Generation nicht wieder so sein, wie vorher. Für Ryan Adams auch, sein Song „New York, New York“, dessen Video 4 Tage vor den Anschlägen entstand, traf das Seelenleben der Amerikaner und machte ihn zu einem Star. „Gold“ wurde in der Folge weltweit knapp 800.000 mal verkauft. Ich entdeckte Ryan Adams dann eher durch Zufall, zum Einen durch die Zusammenarbeit mit Adam Duritz von den Counting Crows, von denen ich damals großer Fan war und irgendwann auch unvermeidlich durch „New York, New York“. Seitdem ist „Gold“ zu einem treuen Begleiter geworden und funktioniert auch heute noch immer prima.

2. Bright Eyes – Lifted, Or The Story Is In The Soil, Keep Your Ears To The Ground (2002)

Als ich mir dieses Album kaufte, war ich mir noch gar nicht so sicher, was ich da überhaupt tat. Die Kompositionen absolut schräg und kantig, nichts wollte sich mir zunächst erschließen, bis auf das Gefühl, „irgendwas hat das“. Nach ein paar Durchläufen offenbarten sich dann auch höchst emotionale und wunderschöne Klanglandschaften, die heute noch mein Herz berühren. Ein typischer Grower, bei dem ich mich heute noch jedes Mal freue, dass ich die Geduld hatte, das Album auch wirklich wachsen zu lassen. Davon abgesehen hat Conor Obest hier mit Bright Eyes schon die Geige in den Indie gebracht, bevor so richtig an Arcade Fire (somit auch Owen Pallett) zu denken war.


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3. Maximo Park – A Certain Trigger (2005)

Am Anfang war da ein Intro Intim mit Feeder, bei dem fünf junge Engländer im Vorprogramm die Bühne energisch und mit teils komischen Tanzschritten zu ihrem Eigen machten. Ein paar Monate späte kam dieses Album und „Apply Some Pressure“ blies mich zunächst so weg, dass ich vom Rest des Albums nichts mitbekam. Den schloss ich dann aber auch schnell ins Herz und Maximo Park seitdem gleich mit. Ein Album zum immer wieder reinhören, heute noch so frisch, wie vor knapp 5 Jahren.


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4. Ryan Adams & The Cardinals – Cold Roses (2005)
5. Frightened Rabbit – Midnight Organ Fight (2008)
6. Bon Iver – For Emma, Forever Ago (2008)
7. The Strokes – Is This It (2001)
8. Damien Rice – O (2002)
9. Get Well Soon – Rest Now Weary Head, You Will Get Well Soon (2008)
10. Travis – The Invisible Band (2001)

Auf den Plätzen:
11. Jimmy Eat World – Clarity (1999 / in Deutschland 2003)
11. The Arcade Fire – Funeral (2005)

Jana WhiteTapes

1. Modest Mouse – The Moon & Antarctica (2000)

Das erste Modest Mouse Album, das ich gehört habe und eines der wenigen Alben insgesamt von denen ich mit Bestimmtheit sagen kann, dass sie meinen Musikgeschmack geprägt haben. Eigentlich jedes Lied ist hier genial. Es ist seltsam, bedrückend und irgendwie doch humorig, voller Texte, die man nicht aufhören kann überall hinzukritzeln und Musik, die immer noch beeindruckt.


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2. Tomte – Hinter allen diesen Fenstern (2003)

Anfang des Jahrzehnts war ich 13, jetzt bin ich 23. Wenn ich mich frage, welche Alben über die gesamte Zeit von besonderer Bedeutung für mich waren, sind das wenige. Das hier gehört dazu. Egal wie man zu der Band steht, muss man einfach zugeben, dass dieses Album ist etwas großartiges ist.


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3. Bright Eyes – Fevers and Mirrors (2000)

Und noch ein altes Album. Vielleicht nicht von allen so hoch angesehen, ist „Fevers and Mirrors“ mein persönlich liebstes Bright Eyes Album. Unendlich melodramatisch und irgendwie macht es dennoch Spaß.


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4. Christian & Lions – More Songs for Dreamsleepters & the very awake (2006)
5. The Kills – No Wow (2005)
6. The Dresden Dolls – The Dresden Dolls (2004)
7. Kasabian – West Ryder Pauper Lunatic Asylum (2009)
8. The Libertines – Up the Bracket (2002)
9. Tocotronic – Kapitulation (2007)
10. MGMT – Oracular Spectacular (2008)

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