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Decade In Exile – Transit​/​Pulse

Decade in Exile - Transit​/​Pulse

Nur eineinhalb Jahre nach dem vierten Maxïmo Park Album „The National Health“ veröffentlichten die Nord-Briten mit „Too Much Information“ Anfang des Jahres bereits ihr fünftes Album. Das war alles andere als ein Schnellschuss, sondern zeigte die Band von ihrer bisher stärksten Seite. Das lag wohl auch daran, dass sich das Quintett in diesem Anlauf ohne Produzenten ins Studio wagten und von den Brewis-Brüdern, die ihr als Field Music kennt, unterstützt wurden. Hilfreich waren sicherlich auch die Erfahrungen, die Gitarrist Duncan Lloyd bei der Produktion der B-Seiten der Band gesammelt hat. Parallel zu den Arbeiten an Maxïmo Park Songs und nach seinem ersten Solo-Album „Seeing Double“, das 2008 erschien, begann Duncan 2010 auch das Projekt Decade In Exile. Auslöser dafür war der Tod seines Vaters 2010. Mit „Transit/Pulse“ veröffentlicht Lloyd nun sein erstes Mini-Album mit Decade In Exile. Ein Album, auf dem er sich ausführlich mit seinen Erfahrungen, Emotionen und Gedanken nach seinem schweren Verlust auseinandersetzt. Er beschreibt die Songs als „collection that looks at the time in which the human soul travels between the world of the living and the next“.

Herausgekommen sind teils sphärische Klänge aus ausufernde Soundlandschaften mit flirrenden Gitarren, geloopten Feedbacksounds, dichten Strukturen und jeder Menge Soundspielereien. Meist ganz ohne Gesangspassagen, teils aber dann doch in ganz klassischer Songwriter-Struktur mit zurück gezogenem Gesang, ruhiger Akustikgitarre und trauriger Grundstimmung, wie zum Beispiel in „Cathedral Doors (Transit IV)“. Dass die Grundstimmung eher traurig und gedämpft ist, dürfte nach dem schweren Verlust von Duncan Lloyd natürlich auch klar sein. Weniger klar dürfte Maxïmo Park Fans wohl die Richtung sein, die Lloyd mit Decade In Exile eingeschlagen hat. „Transit/Pulse“ zeigt den Songwriter extrem vielseitig und mit Songs, die von ihrer großen Tiefe und ihrer inneren Zurückgezogenheit leben. Ganz anders also, als der häufig direkt nach vorn preschende Sound seiner Hauptband. Gerade das zeichnet „Transit/Pulse“ aber auch aus und gerade davon leben Solo-Projekte, dass man nämlich neue, in diesem Fall auch berührende Seiten eines Musikers kennen lernt, der einen mit seiner Band nun schon zehn Jahre begleitet.


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