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Daughn Gibson – Me Moan

Daughn Gibson - Me Moan

Bei Daughn Gibson schadet es wohl nicht, ein wenig zur Vorgeschichte des 32 Jahre alten Musikers zu erzählen. Der Songwriter wurde 1981 in Carlisle, Pennsylvania unter dem Namen Josh Martin geboren und erlangte Anfang bis Mitte des vergangenen Jahrzehnts erstmals ein wenig Bekanntheit als Drummer der Band Pearls and Brass, die sich selbst mit dem Genrebegriff Stoner Metal geschmückt hat. Die Band liegt seit 2010 wieder auf Eis, ein anderes Mitglied ist nun mit Pissed Jeans unterwegs und Daughn startete seine Solokarriere.

Im letzten Jahr setzte er mit „All Hell“ ein erstes Statement. Ein Album, das karge Instrumentierung mit Electronica, Country und Daughn’s extrem tiefer Stimme vereinte. Kollegen feierten ihn schon als den nächsten James Blake und andere Magazin erschufen für ihn das Genre Stoner Country.

Nur ein Jahr später hat der zwei Meter große Hühne bereits das nächste Album am Start. Dieses Mal ist der damit auf dem Kultlabel Sub Pop gelandet und plant den ganz großen Wurf.

„Me Moan“ heißt übersetzt so viel wie „Ich stöhne / jammere“. Die Stimmung ist also im Vergleich zum Debüt nicht wirklich aufgehellter. Der Begriff Stoner Country muss nun endgültig um den Begriff Elektro angereichert werden. Der Ex-Trucker Gibson klingt unterlegt von nach vorn preschenden Elektrobeats, Synthies und düsteren Bass- sowie Gitarrenlinien wie ein Nick Cave in der Goth Disko. Der Titel „Me Moan“ könnte da auch nicht passender sein, da Gibson’s Art zu singen wirklich häufig wie ein Stöhnen aus einer Gruft klingt. Zusammen mit pluckernden Beats und dem hohen Tempo mancher Nummern erzeugt das eine seltsame, teils unbehagliche aber komisch faszinierende Stimmung. „Me Moan“ ist Musik, wie aus einem Trucker-Albtraum. Jede Menge kleiner Experimente sorgen für die nötige Abwechslung. Da ertönt dann mal ein Dudelsack aus dem Dunkeln und manchmal taumelt auch eine Steel-Guitar durch die Stücke. Hat man dann noch die Statur des Musikers vor Augen passt der Begriff taumeln auch ganz gut. Irgendwie will einem beim hören nicht das Bild eines Yeti-großen Menschen aus dem Kopf, der zu den seltsam abgehackten Rhythmen auf „Me Moan“ über die Bühne taumelt und dabei die Songtexte ins Mikro jammert. Das macht Daughn Gibson alles nicht zum neuen James Blake, „Me Moan“ aber zu einem interessanten Erlebnis aus Wave-Pop, Country und Elektro, das man auf jeden Fall anhören sollte.

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