Streams

Abby – Interview

Abby - Friends & Enemies

In knapp vier Wochen ist es nach langem Warten endlich soweit, knappe zweieinhalb Jahre nach ihrer Debüt-EP „Welcome Home“ veröffentlichen die Wahl-Berliner von Abby endlich ihr Debüt „Friends & Enemies“. Das wurde passenderweise in den Abbey Road Studios gemastert und zuvor live in einem Londoner Studio eingespielt. Ihr könnt euch auf jeden Fall schon auf ein erfrischendes Pop-Album freuen. Die Wartezeit könnt ihr euch nun noch ein wenig mit einem kleinen Interview mit Abby versüßen, das wir bereits vor ein paar Monaten geführt haben.

Bald veröffentlicht ihr euer Debüt “Friends and Enemies”. Bereits 2011 habt ihr eure Debüt-EP “Welcome Home” veröffentlicht. Warum hat’s so lange bis zum Album gedauert?

Gut Ding will Weile haben. Es war zwar schon eine längere Zeit jetzt, aber für uns gefühlt, war es genau richtig. Wir haben nicht zu viel Zeit damit verbracht und einfach die Zeit genommen an den richtigen Ecken zu schrauben und Überlegungen anzustellen, welche Schritte wir in Richtung unseres Albums unternehmen wollen und das hat schlussendlich etwas gedauert, aber es war eine gute Zeit.

Ihr habt “Friends and Enemies” in den Abbey Road Studios aufgenommen, wie kam es dazu?

Das stimmt leider so nicht. Wir haben unser Album in den Abbey Road Studios nur mastern lassen, nicht aufgenommen und das kam über unseren Produzenten und natürlich auch denjenigen, der das Album gemischt hat, sodass es für ein ganz natürlicher Weg war, an dem wir dann glücklicherweise teilhaben durften.

Euer Album habt ihr mit Andreas Olsson aufgenommen, der schon mit Jason Mraz, KT Tunstall, James Morrisson, a-ha, Ron Sexsmith und Cat Stevens als Produzent und Sound Engineer gearbeitet hat. Wie war die Arbeit mit ihm? Er hat offensichlich sehr auf euren eigenen Sound geachtet.

Sehr schön. Es war eine total gute und offene Zusammenarbeit. Er hat uns, unserer Meinung nach, ein gutes Stück Kante verliehen. Dadurch, dass er einfach gesagt hat „Jungs, wir nehmen das Album live auf, da führt kein Weg dran vorbei“. Das war für uns neu und auch besonders schön dadurch, dass es alles kleine Momentaufnahmen auf dem Album sind.

Bei Konzerten während der Aufnahmen habt ihr das Londoner Barfly ausverkauft, plant ihr auch einen Albumrelease und eine Tour in England? Haben die Briten euch gut empfangen?

Ja, wir sind am planen. Es wird keinen Album Release geben, wir werden erst einmal eine EP in England veröffentlichen und einen gewissen Weg starten, wie wir es auch in Deutschland getan haben und simultan auch weiterhin versuchen dort Konzerte zu spielen. Wir dürfen dieses Jahr auch das ein oder andere Festival im UK spielen. Also: wir sind stark an unserer Planung dran.

Wir wurden auch definitiv gut aufgenommen in England und da unser Album auch in England aufgenommen wurde, war es ein ganz natürlicher Prozess für uns auch da zu spielen. Ich würde auch behaupten, unser Sound ist nicht gerade typisch deutsch, auch nicht typisch englisch, sondern eher typisch europäisch und die Engländer haben durchaus auch schon ein offenes Ohr für europäische Bands, wie zum Beispiel auch Phoenix.

Ihr habt es auf dem Soundtrack zum Matthias Schweighöfer Film Schlussmacher und als Werbetrenner bei Viva geschafft. Wie kam es dazu und wie fühlt es sich an, wenn man plötzlich in fast allen Viva Werbepausen seinen Song hört?

Das fühlt sich natürliche toll an (auch, wenn ich keinen Fernseher habe). Aber, wie es zu all dem kam: Den Song selbst gab es ja schon 3 Jahre und natürlich hat er letztendlich demjenigen gefallen, der den Soundtrack gemacht hat. Angeblich hat er auch Matthias Schweighöfer selbst gut gefallen und dann ist der Song im Film geblieben. Welche Songs letztendlich wirklich in einem Film blieben, ist einfach Glück. Darüber kam das mit Viva dann auch, dass zusätzlich zu unseren Video, der Song auch als Werbetrenner genutzt wurde.


Youtube direkt

Denkt ihr, Musiksender, wie MTV früher, hätten heute noch eine Chance, oder haben sie sich selbst überlebt und sich zwangsweise zu dem entwickelt, was Viva und Co. heute sind?

Ich denke schon, dass ein Musiksender wie MTV, wie er früher war, gerade jetzt auch seine Berechtigung hätte, mit viel Musik und wenig Reality-Kram. Darüber würden sich sicherlich auch einige Menschen freuen. Es ist halt kein Musikfernsehen mehr, es ist alles Reality-Soap, sodass es eigentlich zu einem normalen Sender geworden ist mit nicht besonders gutem Programm. Ob das sich jetzt zwangsläufig so entwickeln hat müssen.. vielleicht entwickel es sich ja auch wieder zurück, ich hoffe es.

Liest man Reviews zu euren Konzerten und zur EP, liest man gerne die Namen Phoenix und Two Door Cinema Club. Wen würdet ihr als wichtige Einflüsse eures Sounds und vielleicht sogar Vorbilder nennen?

Uhm, Two Door Cinema Club, weiß nicht genau. Phoenix: Also wir finden Phoenix alle toll, aber sie sind nie so 100% das musikalische Vorbild gewesen, sodass man versucht jetzt eine Blaupause davon anzufertigen. Aber Phoenix ist eine toll Band, mit guten Songs und gutem Sound.

Euer Albumtitel ist “Friends and Enemies”, ein ziemlich altes mythologisches und literarisches Thema, wenn man es so will. Warum habt ihr euch gerade für dieses Thema entschieden?

Der Titel soll natürlich polarisieren. Es ist aber hauptsächlich auf das Innenleben von Abby bezogen und auf den Song Monsters, in dem der Albumtitel als Textzeile vorkommen. Es geht um den Gedankenkrieg, wie auch in Abby, dass Freund, wie auch Feind in einem selbst wohnen. Das Ganze zieht sich ja auch durch die kleinstmöglichen Einheiten oder die Familie und Freundschaften. Je näher man Menschen an sich heran lässt, je besser sie einen kennen, desto eher kann er auch zu einem Feind werden. Es ist auch gar nicht so extrem literarisch manifestiert jetzt bei uns, aber das Thema spielt in Abby eine große Rolle.

Ihr habt eine enge Bindung zur Popakademie Mannheim. Hat euch das auf dem Weg zum Albumrelease etwas gebracht, oder denkt ihr, ihr hättes es auch ohne dieses Know-how bis hierhien gebracht?

Ich denke, es ist wichtig, an dieser Stelle einmal zu sagen, dass die Popakademie in Mannheim in erste Linie auch eine Hochschule ist, sie einem schlussendlich das Instrument als solches (wir haben ja auch Musik studiert) und natürlich wollen sie einen auch auf den Beruf, ein selbststädniger Musiker zu sein,vorbereiten. Aber, ich glaube, das, was die Popakademie für uns ausmacht, ist, dass wir uns zusammen gefügt haben zu einer Band als wir dort waren.

Ihr seid, wie Konstantin Gropper von Get Well Soon, von Mannheim nach Berlin umgesiedelt. Denkt ihr, Berlin ist der Ort, an dem man als junge deutsche Band sein muss, oder ist die Herkunft letztlich egal?

Meiner Meinung nach, ist das vollkommen egal. Uns geht es in aller erster Linie um die Lebensqualität in der Stadt und nicht um das Gefühl, dass die Stadt uns den kreativen Input gibt, den wir unbedingt brauchen. Indirekt vielleicht, aber bewusst spielt das keine Rolle.Von daher ist es, wie schon gesagt, meiner Meinung nach, wirklich egal, wo man herkommt oder lebt, um gute Musik zu machen.

Live spürt man bei euch eine riesige Spielfreude und eine noch größere Intensität als bei euren Aufnahmen. Was ist für euch persönlich der Unterschied zwischen Livespielen und Albumaufnahmen und denkt ihr, eine Band kann nur dann überleben, wenn sie sich live auch Mühe gibt und ihre Leidenschaft auch transportieren kann?

Da wir das Album live aufgenommen haben, spüren wir da nicht den großen Unterschied. E ist vom handwerklichen für uns das selbe, nur live hast du da noch die Menschen. Da geht es dann natürlich darum so viel Energie wie möglich zu transportieren. Von daher glauben wir schon, dass ne Band live gut sein muss, um es wirklich zu schaffen.


Youtube direkt

Website // Facebook // Myspace // Label

Musik von Abby bei Amazon.de kaufen

Discussion

Comments are closed.

Archive