Konzertberichte

Yuck, Underground, Köln, 01. März 2011

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Ende letzten Jahres fand sich das multinationale Quartett von Yuck aus New Jersey, London und Hiroshima in den BBC Sounds Of 2010 wieder. Und das mit gerade einmal zwei Singles auf dem Markt. Viele Vorschusslorbeeren also für diese erst 2008 gegründete Band. Mit ihrem vor ein paar Tagen in England veröffentlichten gleichnamigen Debüt, lieferten sie nun aber auch die Rechtfertigung für den von Bloggern und Presse geschürten Buzz um die junge Truppe. Darauf gibt es eine herrlich unaufgeregte Mischung aus Grunge, Shoegaze und Indie-Rock, mit der die Band unterhaltsame 50 Minuten bietet.

Verzaubert vom Debüt, freuten wir uns natürlich darüber, dass Yuck bereits kurz nach dem Release ihres Debüts auch schon in Deutschland vorbei schauten. So wagten wir uns also kurz vor Karneval in Deutschlands Karnevalshochburg. Das Underground war aber glücklicherweise verschont von allerlei jeckem Volk. Stattdessen fanden sich knappe 50 Musikverliebter im Ehrenfelder Rockschuppen ein, um sich die Indie-Band der Stunde anzuschauen.

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Sie spielte von Beginn an beschwingt auf. Dabei benötigt die Band nicht wirklich viel, um die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. Verzerrte Gitarren, unaufgeregter Gesang und niedliche kleine LoFi-Melodien, die an Bands wie Dinosuar Jr. und Pavement erinnern, laden zum fröhlichen mitwippen ein. Insbesondere bei den etwas schnelleren, scheppernden Nummern, wie „Get Away“, „The Wall“ und „Holing Out“ war das Hitpotential von Yuck erkennbar.

Bei ihrer Bühnenpräsenz müssen sie allerdings noch etwas üben. Sänger Daniel Blumberg versteckte sich meist mit komischen Tanzbewegungen hinter seiner Gitarre und seinem Mikro und Bassistin Mariko Doi schien in ihrer eigenen Welt zu schweben. Einzig Gitarrist Max Bloom, der mit seiner Gitarre zu verschmelzen schien und Drummer Jonny Rogoff, der mit einem breiten Grinsen unter seiner Lockenpracht für das ein oder andere Witzchen gut war, ging eine gewisse Sicherheit in der Perfomance aus, mit der es ihnen gelang, das Publikum auch ein wenig mitzureißen. Aber Yuck sind noch jung und genügend tolle Melodien bringen sie bereits mit, da entwickelt sich die Bühnenpersönlichkeit früher oder später auch noch.

Fotos: Ariane WhiteTapes, mehr hier

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