Konzertberichte

Young Rebel Set + Torpus & The Art Directors, Luxor, Köln, 13. November 2011

In Kürze starten wir hier unseren jährlichen Poll, um herauszufinden, welches Album es verdient hat, euer WhiteTapes Record Of The Year zu werden. Dem Young Rebel Set Debüt „Curse Our Love“ räumen wir dabei gute Chancen auf eine Platzierung in den Top 10 ein. In unseren Redaktionscharts dürfte es auf jeden Fall ganz sicher auftauchen. Zwar ist das alles, was die Jungs dort an Folk und Rock bieten nichts Neues, doch die Mischung macht’s. Und die macht vor allem ordentlich Laune. Insbesondere auch live, was ihr hier ja auch schon das ein oder andere Mal nachlesen konntet.

Zum Jahresabschluss war die Band aus Stockton-On-Tees jetzt wieder ein letztes Mal in diesem Jahr auf Tour und feierten ihren Tourabschluss im Kölner Luxor. Die Eröffnung des Abends wurde dem neuen Grand Hotel van Cleef Signing Torpus & The Art Directors überlassen.Eine junge Truppe aus Hamburg rund um Sänger und Frotmann Sönke Torpus, die ganz dem Zeitgeist und auch gut zum Hauptact passend handgemachtem Folk-Sound spielte.

Torpus & The Art DirectorsDie Anwesenden nahmen die Songs der Band warm auf und schon am Beginn des Support-Sets war das Luxor gut gefüllt. Auf ihrem Facebook-Profil nennen die Hamburger Bright Eyes, Ryan Adams, Conor Oberst, Bob Dylan, Wilco, Mumford & Sons, Langhorne Slim und Elvis Perkins als Einflüsse. Das hörte man auch deutlich. Teilweise hätte man auch genau so gut denken können, man würde gerade die neuen Folk-Helden Mumford & Sons oder auch Stornoway sehen. Man könnte daraus jetzt schließen, dass Torpus & The Art Directors gesehen auf die frühe Entwicklungsphase, in der sie stecken schon eine gute Reife erreicht haben. Auf ihre Live-Präsenz und die Spielfreude gesehen ist das auch sicher so, denn die Band spielte locker auf und wusste durchaus zu unterhalten. Einzig die eigenständige Note ging ihnen völlig ab. Ihre Songs klangen, wie der größte Teil des Materials anderer Bands, die größtenteils von der Insel kommen und Folk und Country als ihre Art des musikalischen Ausdrucks entdeckt haben.

Young Rebel SetViele ihrer Songs waren dann auch leider absolut austauschbar mit Material der genannten Einflüsse. Aber die Band ist wie gesagt noch in einer frühen Phase ihrer Entwicklung als komplette Band und so warten wir einfach ab, wie der Sound der Jungs und des Mädels weiter gedeiht.

Am Ende des Sets machten Torpus & The Art Directors nach langem und verdientem Applaus Platz für eine kurze Umbaupause, nach der Matt Chipchase und die restlichen Jungs von Young Rebel Set die Bühne betraten. Die legten wie man es von ihnen gewohnt ist mit großem Tempo los und stürzten sich freudig in ihre folkgeschwängerten Rocksongs und das Publikum sprang gleich hinterher und feierte ab der ersten Minute mit. Eines war jedoch anders. Nämlich die Kopfbedeckung von Sänger Matt Chipchase. Die war im nämlich in Berlin abhanden gekommen (um nicht zu sagen, gestohlen worden), weshalb er an diesem Abend einmal oben ohne auftrat. Das tat natürlich seiner Performance keinen Abbruch und er sang sich leidenschaftlich durch die Stücke.

Young Rebel SetEin wenig heiser von mehreren Wochen auf Tour nahm er sich stimmlich zwar stellenweise zurück, das fiel aber nie negativ auf. Da wir hier ja schon das ein oder andere Mal von einem Gig der Jungs aus Englands Nord-Osten berichteten war es dann natürlich auch keine Überraschung, dass nach etwas mehr als der Hälfte des Sets wie Band die Bühne verließ und ihren Sänger alleine zurück ließ. Der ist bekanntlich solo als Billy The Kid bekannt und spielte die nächsten paar Songs allein mit Gitarre.

Ein ruhiger Moment, der wie immer ein wenig Zeit zum durchatmen ließ und die Stimmung weiter verdichtete. Denn ein Young Rebel Set soll ja nicht nur Songs zum schunkeln bieten. In kompletter Bandbesetzung gingen die Jungs dann nach ihrer kurzen Pause noch einmal in die Vollen und steuerten auf das große Finale des Sets zu. Das mündete am Ende – wie könnte es auch anders sein – in „If I Was“, das vom gesamten Publikum mitgesungen wurde. Und nicht nur von denen. Denn etwa nach der Hälfte des Stücks kamen auch Torpus & The Art Directors auf die Bühne und machten noch einmal richtig Party mit der Band.

Es folgte riesiger Applaus und eine kurze Pause, nach der Young Rebel Set für ein paar letzte Zugaben auf die Bühne zurück kehrten. Die letzte war „Measure Of A Man“, für das die Jungs noch einmal letzten, verdienten Applaus ernteten, um die Besucher im Anschluss in die neblige Nacht zu entlassen. Natürlich stellte es keine Überraschung dar, dass der Abend mit Young Rebel Set einfach erstklassige Unterhaltung bot. Live kann man sich nun einmal auf die Qualität der Band verlassen und so werden sie sicherlich nicht nur in einer Liste der besten Alben, sondern auch in der ein oder anderen Liste unserer Top Konzerte auftauchen.

Fotos: Ariane WhiteTapes, mehr von Young Rebel Set hier, mehr von Torpus & The Art Director hier

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