Konzertberichte

Young Rebel Set, FZW, Dortmund, 05. Februar 2010

So langsam wurde es langweilig. Es wirkte so als wäre die Hochburg des Indiekosmos allmählich eingeschlafen. Großbritannien, die früher im Viertelstundentakt großartige Bands aufs Festland geschickt haben, hatten Lieferengpässe. Seit den Rifles hat sich da nicht mehr viel getan und es wurde ruhig (dies beruht natürlich rein auf der persönlichen Ansicht des Verfassers). Doch dann kam still und auf leisen Sohlen diese 7 köpfige Formation und spielte sich im Hand umdrehen in die Herzen vieler. Alleine das Vorbotenvideo „If I was“ lieferte das lang vermisste AHA Erlebnis. Angesiedelt irgendwo zwischen Bruce Springsteen und The Clash mit einer gehörigen Prise Folk wurde uns „Young Rebel Set“ auf den Präsentierteller gelegt. Und beim ersten Halt in Dortmund ist es klar geworden, die Insel lebt. Mehr denn je.

Auf persönliche Empfehlung ins eigene Boot geholt hat sich das ehrwürdige Grand Hotel van Cleef diese Band und schickt sie prompt auf Deutschland Tour. Ein Halt im Rahmen der Visions Sabotage Party war das FZW in Dortmund. Noch ohne eigenes Album im Gepäck und nur einer leider ausverkauften EP sorgten sie doch schon für eine gut gefüllte Halle. Vorschusslorbeeren zahlen sich halt aus. Doch diese mussten sie erstmal rechtfertigen und unter Beweis stellen, also rauf auf die Bühne.

Kein großes Palaver, kein großes Schnick-Schnack drum herum. Die Bühne güt gefüllt mit 7 Leuten, so sorgten sie dafür, dass auch der letzte im Saal ums lässige Mitwippen nicht drumrum kam. In den folgenden knapp 50 Minuten wurden die kleinsten Zweifel besiegt, es handelt sich um eine zu unrecht gehypte Band. Es wirkte einfach ehrlich, wenn man der Band auf der Bühne zusah. Mit dem Herz am rechten Fleck sorgen sie für unnachahmliche Gänsehaut-Momente. Der Sänger mit seiner doch recht rauen Stimme, ein tanzwütiger Bassist, reichlich Gitarren, einer Mandoline und der Mundharmonika schreiben sie sich den Blues von der Seele. Es funktioniert einfach. Ob etwas gedämmter und ruhiger oder schwungvoll und tanzwütig – die Mischung macht es und stimmt. Auch der zwischenzeitliche Sologang vom Sänger, die Band hat soeben die Bühne verlassen, wirkte wundervoll harmonisch. Als das eigentliche Set mit „If I Was“ beendet worden ist wollte man sie nicht gehen lassen und so gaben sie sich noch zwei weitere Runden die Ehre und spielten Songs des angekündigten Debütalbum. Dass inzwischen Smoke Blow, eigentlicher Headliner des Abends, einen Saal weiter die Bühne betreten haben, kümmerte hier niemand. Auch ein wenig wehmütig war man, dass das doch recht kurze Set beendet war.

In voller Hoffnung blicke ich aber jetzt auf das hoffentlich bald erscheinende Debüt und freue mich, dass die Band noch in ihren Anfängen steckt und uns noch schnell und häufig über den Weg läuft. Zum Abschluss bleibt nur noch eins zu sagen: Danke Grand Hotel!


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