Konzertberichte

Young Blood: The Making Of + Wilhelm Tell Me, FZW, Dortmund, 09. September 2011

Seit Wochen haben wir hier die neue Young Blood Konzert-Party-Vernissage-Reihe angekündigt, die im Westen Dortmunds Musik- und Kunstliebhaber zusammenführen soll. Freitag war es dann soweit und das FZW öffnete die Tore für die Interessenten.

Zuerst noch ziemlich leer, füllte sich bis zum Beginn des Konzerts der Clubraum bis er doch recht gut gefüllt war. Ohne Panda ging natürlich gar nichts. Die Veranstalter haben sich voll reingehängt und die Räumlichkeiten des eigentlich ziemlich nüchternen FZWs echt schick hergerichtet. Pappdreiecke, Young Blood Schriftzüge und ein Plüschpanda über der Tür begrüßten die Gäste.

Als das Intro von The Making Of erklang, strömten die Massen nach unten in den Club. Kurz danach betraten die vier Dortmunder die Bühne. Ich habe die Jungs habe seit ihrem Auftritt mit Ghost of Tom Joad im März nicht mehr live gesehen und ich war regelrecht sprachlos, wie gut sie sich in dem letzten halben Jahr gemacht haben. The Making Of (Foto: Chiara WhiteTapes)Ein paar Dinge haben sie sich für ihre Performance und Bühnenpräsenz wohl eindeutig von den Münsteraner Geistern abgeguckt, aber wieso sollte man sich nicht auch mal inspirieren lassen. Julian erklomm zwischendurch die Bass Drum und es wurde von allen Seiten auf das Schlagzeug eingedroschen. The Making Of sind definitiv um Einiges lauter geworden, klingen sehr viel erwachsener, etwas düsterer, weniger poppig und geben wesentlich mehr Druck in die Songs. Maurices Hinweise auf ihre Facebook-Seite sind nicht verloren gegangen. Irgendwie liebenswert, aber…

Hey Jungs, man kennt euch inzwischen. Ihr braucht das nicht ständig zu erwähnen. Was ihr gerne immer wieder erwähnen dürft, ist die Tatsache, dass ihr am am 13. Oktober 2011 in der Hafenliebe in Dortmund eure von Dennis Scheider aufgenommene EP „Love Lost“ der Öffentlichkeit präsentieren werdet.

Mein Highlight des Abends war definitiv der Titel „Scraps Of Poetry“. Leider ging der Auftritt viel zu schnell vorbei und die Hamburger Band Wilhelm Tell Me übernahm die Bühne. Sänger Henning kannte ich ja bereits solo und von seiner ehemaligen Band Elias aus Münster, die mir 2009 sehr ans Herz gewachsen ist.Leider, leider musste er sich von der deutschen Sprache verabschieden und mit Wilhelm Tell Me ganz andere Wege einschlagen. Die kommen nämlich unglaublich poppig und verspielt daher.

Wilhelm Tell Me (Foto: Chiara WhiteTapes)

Das ist nicht Jedermanns Sache. Vielleicht bin ich auch einfach inzwischen zu alt, um in die Zielgruppe zu passen.

In Dortmund schien es den meisten Anwesenden zu gefallen. Die Kopfnicker sieht man ja auf jedem Konzert. Im Normalfall ist das ein Zeichen von Wohlgefallen. Einige Mädels hüpften vor der Bühne wild durch die Gegend und konnten jedes einzelne Wort mitsingen.

Mir persönlich schienen alle Titel vom Aufbau her ähnlich zu sein, was mich ziemlich ermüdete. Schade, da Henning ja mit Elias damals bewiesen hat, dass er abwechslungsreiche, tolle Songs schreiben kann. Vielleicht findet er auf der nächsten Platte wieder dahin zurück. Seine Band kam leider auch nicht aus den Puschen und stand nahezu regungslos auf der Bühne. Um Leute zum Tanzen zu bewegen, reicht es leider nicht, wenn der Sänger wie wild hin und herspringt. Auch der Rest der Band steht im Fokus. Aber ich will hier ja nicht meckern. Wilhelm Tell Me sind ja noch recht neu, vielleicht gibt sich das mit der Zeit.

Nach den letzten Klängen strömten die meisten Zuschauer erst mal nach draußen, um frische Luft zu schnappen. Genug Zeit, um das FZW startklar zu machen. Schließlich bedeutet Young Blood ja nicht nur Konzert, sondern Party! Im Glaskasten, der komplett mit schwarzen Tüchern mit angehefteten Pappdreiecken verhüllt war, startete Jules Bellevue in die FGHT PRS Nacht. Gegenüber im Club ließ Danny on TV, altbekannt durch das Partyformat THE BEAT, zusammen mit den Mädels von MyMixtape die Indie-Klänge wieder auferstehen. Beide Floors bebten. Die Mischung macht’s einfach. Ist doch super, wenn man einfach zwischendurch mal die Musikrichtung wechseln kann. Ich wusste gar nicht, wo ich lieber bleiben wollen würde. Also startete ich bei FGHT PRS, weil ich eh gerade in dem Raum war. Nach Jules übernahm die DJane Hadil die Kontrolle über die Regler. Ich konnte mich kaum losreißen, aber wozu hat man denn Freunde? Die wollten natürlich alles miterleben und zogen mich zu späterer Stunde nach unten in den Club.
Es war einfach abgefahren. Ein Typ hatte sich von Kopf bis Fuß mit Young Blood Aufklebern beklebt, überall waren lustige, tanzwütige Menschen und Seifenblasen wohin das Auge blicken kann. Es war heiß, es war voll, es war ein Erlebnis. Was soll man auch mehr dazu sagen? Wer die Chance hat am 14. Oktober die nächste Young Blood Sause zu besuchen, sollte sich das auf gar keinen Fall entgehen lassen. Bei dem Start, kann es ja eigentlich nur noch besser werden.

Fotos: Chiara WhiteTapes, mehr hier

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