Konzertberichte

YOUNG BLOOD: Flashguns, FZW, Dortmund, 11. November 2011

Die Zahl 11 – Was fällt uns dazu ein? Auf das Thema Fußball zu kommen, ist in Dortmund ja nicht besonders schwer. Numerologie ist leider nicht meine Stärke. Eine Schnapszahl ist die 11 aber auf jeden Fall. Wenn man nachträglich alles zusammenführt, könnte man darauf kommen, dass man entweder das ideale Datum verpasst hat, um zu heiraten oder dass das dritte Young Blood Event im Dortmunder FZW an einem vorüber gezogen ist. Welch ein Glück, dass ich da war.

Geladen waren die britischen Flashguns. Drei Jungs aus London, die sich in einer katholischen Jungenschule über den Weg gelaufen sind. Verrückterweise sehen sie auch genauso aus – brav und vor allen Dingen jung. Ihre Musik klingt aber wesentlich erwachsener als sie in Natura rüberkommen und durch ihre Bühnenpräsenz kann man ihnen ihr Alter wirklich nicht anmerken.

In einem Atemzug mit dem Namen Flashguns fielen in der letzten Zeit häufig die Wörter „ausverkaufte Häuser“. So kurz nach der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Passions Of A Different Kind“ ist das erstaunlich. Wenn man allerdings hört, mit wem die Jungs in den letzten Jahren auf Tour waren, wird einiges klar. Bombay Bicycle Club, White Lies und The Teenagers sind nur einige der hochrangigen Namen.

Vor dem FZW standen die Leute trotz der plötzlichen eingesetzten winterlichen Kälte Schlange, um die neue Sensation live erleben zu dürfen. Pünktlich ging es im Club los und direkt von Beginn an legten sich Sam, Giles und Olly voll ins Zeug. Ich muss zugeben, dass sie mich bei den ersten Malen, als ich in die Platte reingehört hatte, noch nicht so recht packen konnten. FlashgunsLive sah das Ganze allerdings komplett anders aus. Selten hatte ich einen solchen Aha-Effekt und verstand so schnell, wieso gerade alle so auf diese Jungs abfahren. Obwohl sie nur ab und an Kontakt zum Publikum aufnahmen, tanzte der Großteil der Zuschauer spätestens nach der ersten Viertelstunde ausgiebig. Wer immer mitsingen konnte, stimmte mit ein.

Neben den schon länger bekannten Titeln wie „No Point Hanging Around“, „Passions Of A Different Kind“, „Racing Race“ oder „Speed & Leisure“ spielten die Londoner einfach ihr komplettes Debütalbum runter. Dazu mischten sie natürlich auch noch einige Titel, die es nicht mehr auf die Platte geschafft haben. Ganz besonders umgehauen hat mich der Opener des Albums namens „Sounds Of The Forrest“. Aber auch „Passions Of A Different Kind“, mein Lieblingssong von der Platte, hat es live echt in sich.

Insgesamt wirkte das Trio so unglaublich erwachsen, dass man kaum glauben möchte, dass sie erst seit 2007 zusammen Musik machen und tatsächlich erst Anfang 20 sind. Wahnsinn. Anfang nächsten Jahres sind sie wieder zu Besuch in Deutschland, unter Anderem im Amp in Münster. Ich gehe mal stark davon aus, dass ich sie mir auch dann wieder ansehen werde.

Nachdem die Flashguns die Bühne verließen wanderten alle die Treppe hoch, ab in die Bar, wo bereits Danny on TV für exzellente Musik sorgte. Danny sollte den meisten schon von THE BEAT bekannt sein. Zwischendurch durfte natürlich auch Jules Bellevue für FGHT PRS an die Plattenteller. Was am Ende blieb, waren zahlreiche Gedanken an einen wirklich tollen Abend, der sich vielleicht bei der nächsten Young Blood Sause am 9. Dezember wiederholen lässt. Dann stehen nämlich die Waylayers und The Cads auf dem Programm. Diese Kombination sollte sich wohl keiner entgehen lassen.

Fotos: Chiara WhiteTapes, mehr Fotos hier

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