Konzertberichte

We Were Promised Jetpacks + Astairre – Grammatikoff, Duisburg, 06. August 2012

We Were Promised Jetpacks + Astairre - Grammatikoff, Duisburg, 06. August 2012

Zwei Alben haben die Schotten von We Were Promised Jetpacks nun schon auf dem Markt. Bei ihrem Debüt „These Four Walls“ handelten wir die vier Schotten noch als Geheimtipp, der mehr Aufmerksamkeit verdient. Die bekamen sie dann aber auch schon im Herbst desselben Jahres und so spielten die Jungs unter anderem vor ausverkauftem Haus in Münster. Kein Wunder also, dass We Were Promised Jetpacks in der folgenden Zeit immer wieder gern in Europa vorbeischauten. Kurz vor den Aufnahmen zu „In The Pit Of The Stomach“ zwang sie dann aber die Krebserkrankung des Gitarristen zu einer Pause.

Die haben Gitarrist und We Were Promised Jetpacks aber gut überstanden und so konnten sie letztes Jahr, nur zwei Jahre nach dem Debüt, auch schon genanntes Album Nummer 2 veröffentlichen. Seitdem befinden sich die vier Schotten auch wieder auf regelmäßiger Tour, die sie bereits im Frühjahr nach Deutschland führte. Bevor sie im September auf ihre nächste umfangreichere Headline-Tour starten, nutzten We Were Promised Jetpacks nun auch die Festivalzeit, um zwischen die Auftritte noch ein paar Headline-Shows zu setzen. Einer davon führte sie auch nach Duisburg. Ja genau, nicht Münster, Osnabrück oder eben Köln, sondern Duisburg. Dieses Städtchen am Rhein im westlichen Ruhrgebiet, das mit seinem Industrieschick das typische Klischee des Ruhrgebiets mit zweitklassigem Fußball, heruntergekommenen Fabriken und Häuserfassaden mehr als gekonnt bedient. Viel mehr weiß die Stadt dann auch nicht zu bieten. Oder doch? Mit dem Steinbruch und dem Grammatikoff gibt es in der Industriestadt immerhin zwei Konzertlocations mit immer besser werdendem Booking.

We Were Promised Jetpacks + Astairre - Grammatikoff, Duisburg, 06. August 2012

So gaben sich zum Beispiel die Labelmates von We Were Promised Jetpacks, The Twilight Sad bereits die Ehre in Duisburg. Und … And You Will Know Us By The Trail Of Dead werden im September auch vorbeischauen. Langer Rede kurzer Sinn, es verschlug uns also nach Duisburg. Im Dellviertel fanden wir das Cafe Grammatikoff, das im ersten Stock eine Konzerthalle bereithält, die den Charme eines alten Kinosaals hat. Circa 500 andere Besucher verschlug es ebenfalls in die Location. Nur eine dreiviertel Stunde nach Einlass erlebten sie dann auch schon den Support. Der hörte auf den Namen Astairre, nennt Duisburg seine Wahlheimat und wählte einen Sound, der irgendwo zwischen Muff Potter, Jimmy Eat World und Tomte angesiedelt war. Allerdings bei weitem noch nicht so ausgereift. Vielmehr wirkten die Songs einfach nur wie zitatbeladene Deutschrock-Nummern, die auch Schwiegermutti gefallen würden, ohne, dass sie sich danach groß daran erinnern würde. Als Einstimmung war das gar nicht schlecht, vor allem, da der Gesang trotz deutscher Texte kaum zu verstehen war, was sicherlich einiges an Peinlichkeit nahm.

Nach einer halben Stunde und kurzer Umbaupause standen dann We Were Promised Jetpacks auch schon auf der Bühne. Wir befürchteten wieder unangenehme Enge und natürlich eine schubsende Meute, wie man sie leider inzwischen bei der Band immer häufiger auch durchsetzt von Szene-Kids und Hipstern erlebt. In Duisburg wurde aber trotz gut gefüllter Halle ein höflicher Abstand zur Bühne gehalten und auch die Bewegung auf ein Mininum reduziert. Nur eine Handvoll Leute haben sich daran nicht gestört und tanzten intensiv mit. Eigentlich schade, denn ein wenig ausgelasseneres Tanzen passt ja durchaus zur schnelleren Musik der Schotten. Aber die bewegen sich selbst ja auch nicht viel auf der Bühne. Das Set von We Were Promised Jetpacks begann langsam mit einem Wechsel aus alten und neuen Stücken. Die Band musste scheinbar erst richtig warm werden und Sänger Adam richtete erst nach dem vierten Song ein Hallo an das Publikum. Das quittierte das mit lautem Applaus, was neben Mitklatschen zu einer der wenigen Tätigkeiten des Publikums gehörte.

We Were Promised Jetpacks + Astairre - Grammatikoff, Duisburg, 06. August 2012

Aber so konnte man sich voll auf das Geschehen auf der Bühne konzentrieren und mitansehen, wie sich We Were Promised Jetpacks in einen kleinen Rausch aus Gitarrenwänden mit bei ihren größeren Hits eingebauten Hooks spielten. Dadurch entwickelte sich eine ganz eigene Atmosphäre, bei der es einmal nicht darauf anzukommen schien, dass die Schotten unbedingt ihre Hits, wie „It’s Thunder and It’s Lightinig“ und „Quiet Little Voices“ spielten. Das Publikum sog diese besondere Atmosphäre auf und schien keinen Moment verpassen zu wollen. Erst nach etwas mehr als einer halben Stunde durchbrachen We Were Promised Jetpacks den stetigen Wechsel zwischen neuen und alten Songs und spielten drei neue Songs am Stück. Darunter auch ein ganz neues Stück, das ebenfalls zu begeistern wusste.

Nach etwas mehr als einer Stunde verabschiedeten sich die vier Schotten dann auch schon wieder von der Bühne und kam auch nicht für eine Zugabe zurück. Das kannten wir aber schon von der Band und so waren wir nicht verärgert, wie man es stellenweise beim Rausgehen von Anderen hören konnte. Wenn We Were Promised Jetpacks im September wieder nach Deutschland kommen, sind wir auf jeden Fall wieder gern dabei.

Fotos: Chiara WhiteTapes, mehr hier

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