Konzertberichte

Warpaint, Kulturkirche, Köln, 28. Juni 2011

Warpaint zelebrieren ihren träumerischen Psychedelic-Pop in der Kulturkirche – haben leider nicht ihr bestes, jedoch ein sehr professionelles Paar Shoegaze im Gepäck.

Das LA-Quartett ist derzeit eher auf Open-Air Festival Bühnen anzutreffen. Ausgerechnet ihr einziges deutsches Club Konzert in diesem Sommer, findet jedoch am wahrscheinlich heißesten Tag des Jahres statt.

In Köln sind es 37 Grad und eine Vorgruppe mit dem Namen Heat soll den Abend einläuten. Anstatt sie zu vermehren, entscheiden sich die meisten Konzertbesucher dazu ihre Schweißperlen lieber im Hof der Kulturkirche zu pflegen und die Vorband alleine schwitzen zu lassen.

Warpaint beginnen ihr Set mit „Jubilee“ – einem Track den bisher wohl nur einige hartgesottene Fans als Demo auf ihrer Festplatte haben. Nun wurde der Track neu eingespielt und soll wohl doch noch veröffentlicht werden. Theresa, Stella, Jenny und Emily scheinen heute abend wortkarg bis betrübt. Auch ihr sonstiges ständiges Jammen und Live-Improvisieren stellen sie eher hinten an und verlassen den vorgegebenen Pfad ihrer Songs nur selten. Wäre man gemein, würde man ihnen an dieser Stelle eine gewisse Routine vorwerfen.

Der Sound in der Kulturkirche ist etwas breiig und als der Hall auf die Mikrofone verteilt wurde hat Theresa mindestens einmal zu oft „hier“ gerufen. Was beim Gesang noch kein schwerwiegendes Problem darstellt, gibt bei den Ansagen zwischen den Songs jedoch leichte Rätsel auf. Vor „Elephants“ atmet sie tief durch und widmet den Song einem Freund. Ganze Sätze sind nur schwer zu verstehen, doch die entscheidenden Worte „friend“ „car accident“ und „died“ fallen. Der Grund für die bedrückte Stimmung auf der Bühne? Die Gesichter der 4 sprechen ganze Enzyklopädien.

Nach „Elephants“ kommt es kurz vor Schluss zum ersten kleinen Highligt in der Kulturkirche: Emily kehrt alleine auf die Bühne zurück und spielt nur von ihrer eigenen Gitarre begleitet eine reduzierte Version von „Baby“. Doch Zeit um selig in der Gegend herumzuschauen bleibt kaum, denn Warpaint haben noch ein Ass in ihren ärmellosen Kleidern versteckt: Wieder zu viert auf der Bühne wird eine 15-minütige Version von „Beetles“ eingeleitet, die sich mehrfach zu verlieren scheint, nur um doch immer wieder genau an den entscheidenenen Stellen zusammenzufinden. Sie können es halt doch. Zufrieden entlassen uns Warpaint in die immer noch viel zu warme Nacht. Zwar ohne „Billie Holiday“, aber beschweren will sich hier wirklich niemand.

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