Konzertberichte

Villagers – Gebäude 9, Köln, 13. Mai 2015

Villagers – Gebäude 9, Köln, 13. Mai 2015

Anfang April erschien das nunmehr dritte Villagers Album „Darling Arithmetic“. Ein Album, das Conor J. O’Brien (den Kopf der Band), nach den beiden Konzept-Alben „Becoming A Jackal“ und dem 2013er Nachfolger {Awayland}, von seiner bisher persönlichsten Seite zeigt. Denn mit den Songs auf dem Album verarbeitet er das Ende einer homossexuellen Beziehung und die Schwierigkeiten auf die Mann und Frau in unserer modernen Gesellschaft immer noch stoßen, in spärlich instrumentierten Stücken. Wie auch bei den ersten beiden Alben, mussten wir nicht lange warten, bis er mit seiner Band auch in Deutschland vorbei schaute. Dabei besuchte er auch, wie üblich, wieder das schöne Köln, wo Villagers einen Monat nach dem Albumrelease ihr nunmehr drittes Konzert gaben.

Passend zum veränderten Ansatz der Stücke auf „Darling Arithmetic“, hat sich auch die Bandbesetzung ein wenig geändert. So fanden sich nun ein neuer Drummer und eine Harfenistin im Line-Up. Auch am Bass gab es eine Änderung, jedoch nur in der Form, dass nun ein Kontrabass, statt eines E-Bass auf der Bühne stand.

Villagers – Gebäude 9, Köln, 13. Mai 2015

Die Vorzeichen für den dritten Villagers Auftritt waren also dieses Mal andere. Wie anders, das zeigte sich dann auch direkt mit dem Opener und Titeltrack des neuen Albums „Darling Arithmetic“. Durch das Zusammenspiel von akustischer Gitarre, Kontrabass, Harfe und sanft, beinahe jazzig, angeschlagenen Drums, erschufen Villagers eine intime Atmosphäre, in der Conor’s Stimme deutlich zu hören war und zu einer berührenden emotionalen Dichte beitrug.

Das Publikum hing ab der ersten Minute an den Lippen des jungen Iren, der seine persönlichen Texte mit viel Gefühl zum Besten gab und es schaffte, mit seinem Vortrag für den ein oder anderen Gänsehautmoment zu sorgen.

Schön zu beobachten war vor allem, wie andächtig die Zuschauer während der Songs lauschten. Bis in die letzte Reihe schien sich niemand zu trauen, die ruhig vorgetragenen Songs auch nur durch flüstern zu stören. Der Applaus zwischen den Songs war dafür umso tosender. Ein Applaus, in dem nicht nur Begeisterung für die Songs mitschwang, sondern auch ein Zuspruch für den Musiker, so als wolle man Anerkennung dafür zollen, dass er sich dem Publikum auf so persönliche Art öffnete.

Villagers – Gebäude 9, Köln, 13. Mai 2015

Neben allen Stücken des neuen Albums, die live teils noch eine Spur rhythmischer und dynamischer wirkten, reicherten Villagers das Set auch um ältere Stücke an. Passend zum Sound von „Darling Arithmetic“ wurden diese komplett neu arrangiert. So erschienen etwa „Nothing Arrived“, „The Waves“, „Pieces“ und „Set The Tigers Free“ nun in einem etwas schlichteren, dafür umso berührenderen Gewand.

Die wohl deutlichste Überarbeitung erfuhr „Ship Of Promises“, das Conor am Ende des Sets ganz allein, nur mit seiner Akustikgitarre vortrug. Das druckvolle, rockige Stück verlor vielleicht seine bombastische Note, gewann dafür aber umso mehr Innigkeit und Größe.

Kein Wunder also, dass der Applaus am Ende des regulären Sets noch eine Spur tosender ausfiel, als zuvor. Den Zugabenteil eröffnete Conor anschließend ebenfalls solo mit „Becoming A Jackal“, dem Titelsong des ersten Villagers Albums, der auch in der Solo-Version nicht an Nachdruck und Emotionalität verlor. Mit „Pieces“ und „Courage“ folgten dann noch zwei Stücke mit voller Band, bei dem insbesondere letzterer für eine wohlige Gänsehaut sorgte und den Abend mit seinem Titel auch gut zusammenfasst.

Denn es gehört schon viel Mut dazu, seine Gefühle in derart intimem Rahmen und so offen vorzutragen. Mut, der vom Publikum mit donnerndem Applaus belohnt wurde und Die Band sicherlich mit einem guten Gefühl in die Nacht verabschiedete.

Setlist, Villagers – Gebäude 9, Köln, 13. Mai 2015

Darling Arithmetic
Set the Tigers Free
Dawning On Me
Nothing Arrived
So Naïve
No One To Blame
That Day
Everything I Am Is Yours
Memoir
My Lighthouse
The Soul Serene
Hot Scary Summer
Little Bigot
The Waves
Ship of Promises (solo)

Becoming a Jackal (solo)
Pieces
Courage

Photos by: Ariane WhiteTapes

Villagers – Video zu „Everything I Am Is Yours“

Interview // Facebook // Myspace // Label

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