Konzertberichte

Tomte, Bochum, Zeche, 07. November 2008

Du nennst es Pathos – ich nenne es Leben: Tomte in Bochum. Sie sind wieder da – voll verstärkt und Liedern für die verschiedenen Lagen des Lebens. Tomte feuern ihr Heureka-Feuerwerk aus. Diesmal ist die Zeche in Bochum Treffpunkt, mehr als 700 Leute sind heute hier, was soviel wie ausverkauft bedeutet.

Nichts geht mehr, der letzte Winkel ist besetzt. Tomte sind in der Stadt. Verwundert schaue ich um zwanzig nach Acht auf die Uhr und frage mich, wieso denn schon Tomte auf die Bühne kommen? Da habe ich doch glatt die Vorband verpasst. Naja, macht nix, bin ja auch wegen Tomte hier. „Heureka“ heißt die Tour zum Album Heureka. Und „Heureka“ ist doppelte Eins, einmal der erste Song auf dem Album, zum Anderen der Opener des heutigen Abends.

Es wird geklatscht im Rhythmus zur Melodie. „Korn & Sprite“ ist der zweite Song in der Setlist und auch immer wieder ein gern gesehener Gast, der lauthals mitgesungen wird. Tomte sind gut drauf, sie haben Spaß am Spielen und an Bochum (und zu gereistem) Publikum.

Denn Thees fühlt sich heimisch im Ruhrgebiet, so sagt er es. Es leuchten „Buchstaben über der Stadt“ in Bochum und die Augen funkeln bei so manchem Besucher. Gänsehaut im Preis inbegriffen. Auch bei Thees Uhlmann, dem der laute Gesang des Publikums entgegenschallt. So geschehen bei „Küss mich wach, Gloria“, als sich Thees dafür bedankt.

Irgendwie wirkt der gute Herr jedoch heute wortkarg, anders als man ihn kennt. Liegt wahrscheinlich am immer noch bezauberndem Publikum. „Norden der Welt“, „New York“ und „Neulich als ich Dachte“ sind nur ein Teilauszug aus der schönen Setlist. „Du bringst die Stories, ich bring den Wein“ wird Nagel, Sänger von Muff Potter, gewidmet. Nach ca. 50 min. der erste Break, es wird umgebaut.

Akustik steht nun im Vordergrund. Inspiriert von den beiden Akustikkonzerten in Wien und Dortmund im September, sind sie nun fester Bestandteil. „Schreit den Namen meiner Mutter“ eröffnet dieses kleine Set, welchen nun von Gunnar Vossgröne (Escapado) am Cello begleitet wird.

Zugabenblock Nummer Zwei beginnt in feinster Punkmanier mit „In Köln und dann in meinem Zimmer.“ „Ich erschoss einen Faschisten in Schönau, nur um ihn sterben zu sehen“ ist der Beginn von „Dein Herz sei wild“ und findet Zustimmung in den Reihen des Publikums. „Die Schönheit der Chance“ und „Ich sang die ganze Zeit von dir“ beenden den zweiten Zugabenblock, bevor die Band nach minutenlangen „TOMTE“ Rufen noch ein letztes Mal die Bühne betritt um sich mit „Die Geigen bei Wonderful World“ zu verabschieden.

Innige Pärchen und so manche kullernde Träne im Publikum sind dabei zu sehen, aber alle sind einig, dass das ein sehr guter Abend war. Gänsehaut inklusive.

Interview mit Thees zu Heureka

Fotos und Text: Martin WhiteTapes

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