Konzertberichte

The Victorian English Gentlemens Club, Münster, AMP, 9. Oktober 2009

Anfang der Woche meinte unsere Ariane in ihrer Ankündigung zur Tour des Victorian English Gentlemens Club beinahe orakelnd: „stellt euch vor, eine der heißesten britischen Bands der Stunde kommt nach Deutschland und keiner geht hin.“ Orakelnd deshalb, weil sich leider vor Ort herausstellen sollte, dass aus irgend einem Grund nicht wirklich viele den Weg ins AMP gefunden haben. Vergleichsweise spät für unsere Verhältnisse kamen auch wir erst etwa eine halbe Stunde nach dem Einlass in Münster’s Kuschelosfa, außer dem Personal und der Band warteten zu diesem Zeitpunkt erst 5 Besucher auf diversen Sofas auf den Beginn des Konzerts. Aus den Boxen schallten Swing-Songs und Chansons, während der offizielle Beginn um 22:00 Uhr immer näher rückte. Eine ganze Weile tat sich nichts, eine Vorgruppe sollte es auch nicht geben und so wurde der pünktliche Beginn auch erst einmal 30 Minuten nach hinten geschoben. Nein, das haben The Victorian English Gentlemens Club nun wirklich nicht verdient. Dachten sich dann glücklicherweise auch 35 weitere Musikfreunde uns so wuchs die Zahl der Besucher bis zum Beginn doch noch auf etwa 40.

Immer noch nicht viel, aber genug um ein wenig Stimmung zu machen. Dachten sich dann wohl auch The Victorian English Gentlemens Club und betraten die hübsch geschmückte Bühne des AMP. An der Decke haben sie ein paar Fähnchen aufgehängt, am Boden Lichtschläuche verlegt und die Mikros mit Blümchen verzehrt. Zunächst stimmten nur die Louise Mason und Steph Jones an Bass und Gitarre und Drummer Dan Lazenby einen leicht schrägen Chor an, zu dem dann Sänger Adam Taylor die Bühne enterte. Die Musik des Quartetts ist eigentlich schon ein eigenes Genre. Die war ein stetiger Kampf zwischen rauem Indie-Rock und Pop im stetigen Kampf. Die Instrumente quietschen und knarzen, die Melodien wirken beinahe wie dilletantisch hingerotzt, haben aber merklich System. Art-Pop in Perfektion sozusagen. Sänger Adam Taylor singt dabei mal allein, häufig aber auch begleitet von den beiden Mädels zu seiner linken und seiner rechten. Stimmlich erinnerte er dabei ein wenig Jack White, ohne dabei aber je in ähnliche Bluesrockige Gefilde abzuwandern. Das ergab in knapp 60 Minuten Set ein Potpourri ungestümen Songwritings, was die knapp 40 Anwesenden zwar nicht zum tanzen, aber dennoch zum ausgelassen mit dem Fußwippen und lautem Jubel anregte. Nach knapp 45 Minuten schlossen The Victorian English Gentlemens Club dann auch bereits den ersten Teil ihres Sets mit einem längeren, lauten Intermezzo ab. Die anschließende Pause sollte dann aber nicht lange dauern und so kehrte erst Bassistin Louise Mason und dann der Rest der Truppe für zwei weitere Zugaben zurück auf die Bühne. Anschließend bewegte sich die Band quasi direkt von der Bühne Richtung Merch-Stand, wo bereits eine Traube Menschen auf sie wartete, um sich für ein tolles Konzert zu bedanken und die Tour-Kassen des Quartetts noch ein wenig durch Erwerb von CD’s und T-Shirts zu füllen.

Fotos: Ariane WhiteTapes, mehr hier

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