Konzertberichte

The Tunics, AMP, Münster, 24. April 2010

Seit ein paar Monaten gibt es in Münsters schönem Club unter dem Fruchtmarkt, der vor vielen Jahren einmal „Bananenreiferei“ hieß und nun einfach AMP heißt, eine schöne neue Form von Konzerten. Im Rahmen der Indie-Party am Mittwoch, Freitag, oder Samstag gibt es zu vorgerückter Stunde noch ein kurzes Set einer Band, mit einem tanzbaren Sound. Das wurde bisher immer gut angenommen, am vergangenen Samstag gab es aber nun eine Premiere, denn erstmals gab es Indie-Rock als Party-Act. Vorgetragen von The Tunics aus England, die dieser Tage als Support von Nada Surf in deutschen Landen unterwegs sind und ihre freien Tage sinnvoll nutzen wollten. Und etwas sinnvolleres als einen Auftritt im AMP gibt es nun einmal nicht, also machten sie logischerweise genau das.

Als zum Einlass aber gerade einmal 10 Leute auftauchten schien es noch so, als würde Indie-Rock als Party-Act eher so begehrt sein, wie Deutschland Sucht den Superstar Gewinner Merzad Marashi im Line-Up von Rock am Ring. Aber da der Einlass bereits um 22:30 Uhr war und der Beginn für 0:00 Uhr angesetzt wurde, war noch viel Zeit für Münsters Party-Volk den Weg in Münsters gute Party-Stube zu finden. Das taten sie dann auch zahlreich und zum Beginn des Sets um dann erst 0:30 Uhr war das AMP proppevoll. Nicht wegen The Tunics, sondern wegen der Party, dass eine Band auf der Bühne stand wurde dennoch wohlwollend aufgenommen und The Tunics höflich begrüßt. Verhaltene Höflichkeit, die sich aber bereits im Laufe des ersten Songs in fröhliche Tanzlaune wandelte. Aber mit ihrem zackigen, typisch britischen Indie-Rocksound lieferten sie schließlich auch dankbare Sounds mit hübschen Hooks und eingängigen Refrains, die genau richtig für eine Meute jugendlicher in Partylaune sind. Einziger Wermutstropfen im hübschen 30 minütigen Set eigentlich nur der Drummer von The Tunics, der auf seine Felle eindrosch, als würde er für Metallica spielen. So waren die Drums etwas überpräsent, was dem Sound von The Tunics stellenweise nicht wirklich gut tat, aber vielleicht wollte der Drummer auch nur die Beats für die jungen Menschen in Tanzlaune bieten. Egal, mit The Tunics feierte Indie-Rock als Party-Act im AMP eine gelungene Premiere. Und The Tunics haben zudem alles andere als schlechte Werbung für sich gemacht.

Fotos: Ariane WhiteTapes

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