Konzertberichte

The Rumble Strips + Cama Maya, AMP, Münster, 26. Februar 2010

Auf ihrem letzten Abstecher nach Deutschland spielten The Rumble Strips auf den ganz großen Bühnen im Vorprogramm der schwedischen Pop-Rocker von Mando Diao. Eine große Chance, sich einem neuen Publikum vorzustellen, die vielen Reaktionen auf den bekannten Plattformen nach zu urteilen auch genutzt wurde. Mit ihrem zweiten Album „Welcome To The Walk Alone“, einem Major-Release auf Universal Music, entwickelte sich dann auch ein regelrechter Hype um die Band um Frontmann Charlie Waller. Durch geschickte Arrangements von Owen Pallett, eine überzeugende Produktion von Mark Ronson und natürlich starke Songs bewiesen sie zudem noch, dass hinter dem Hype auch noch jede Menge Potential steckt, das sie nun nach den großen deutschen auch auf den ganz kleinen Bühnen Deutschlands unter Beweis stellen wollten.

Der Name The Rumble Strips hatte sich dann auch anscheinend bereits sehr weit rumgesprochen, denn als wir circa eine viertel Stunde nach Einlass die Treppe zum AMP hinunter gingen war der Club bereits gut gefüllt, alle Sofas besetzt und sogar vor der Bühne bereits ein kleiner Pulk von Menschen. Normalerweise sieht das erst zu Beginn des Hauptacts so aus, The Rumble Strips ließen die Veranstalter also glücklich auf das bevorstehende Konzert schauen. Vor die Jungs um Charlie Waller waren dann allerdings noch die Dinslakener Cama Maya gebucht. Vor etwa genau einem Jahr durften wir diese bereits im Vorprogramm von Kingsize sehen. Damals bereits mit durchaus guten Songs, allerdings mangelte es etwas an Charisma und sagen wir einmal Tiefe im Sound. In einem Jahr kann allerdings viel passieren, das zeigten dann auch Cama Maya. Mit unterhaltsamen, zackigen Sounds zwischen Indie-Rock und Brit-Pop, lässiger Darbietung und kurzweiligen Melodien nahmen sie den Pulk vor der Bühne voll für sich ein. Man hätte beinahe den Eindruck gewinnen können, hier eine völlig andere Band zu sehen, als noch vor einem Jahr. Die Jungs waren eindeutig gereift und boten ein geschlossenes, spannendes 30 minütiges Set dar, das offensichtlich auch AMP Chef-Booker Eavo vollends überzeugte, denn bei Twitter schrieb er kurz nach deren Set: „Verlage und Labels hiermit lege ich Euch dringend die @CamaMayaBand ans Herz! – glaube, die sind noch zu haben….“. Dem schließen wir uns gern an, also auf sie!

Nach einer kurzen Umbaupause betrat dann das von vielen heiß erwartete Quinett aus Tavistock die kleine Bühne. Die gaben dann am zweiten Tag ihrer Deutschland-Tour von Beginn an alles und legten das auch von den Alben gewohnte hohe Tempo hin. Der Vortrag von Charlie Waller am Gesang war dabei ähnlich beeindruckend, wie auf den Aufnahmen. Ohne Brüche sprang er zwischen den Tonlagen hin und her und schrie, dass es eine wahre Freude war ihm zu zu hören. Durch Saxophon und Trompete, die stellvertrend für Streich- und Blasorchester von den Aufnahmen anwesend waren, wurde der Darbietung ein ordentlicher Druck verliehen und die versammelte Anhängerschar gab seinem Bewegungsdrang nach. Dabei zeichnete sich schnell ab, dass gerade The Rumble Strips Album Nummer 2, „Welcome To The Walk Alone“ in der Publikumsgunst besonders hoch stand. Egal, ob es sich nun um den Titel-Track, das zackige „Not The Only Person“, oder auch den Party-Track „Dem Girls“, die Stimmung kochte am Meisten beim zweiten Album. Als eindeutiger Publikumsliebling entpuppte sich das infektiöse „Daniel“, das auch nachdem es gespielt wurde in den Songpausen von Teilen des Publikums laut gegröhlt wurde. Dieses lang gezogene „Dahnijöhl“ setzt sich aber auch im Ohr fest. Nach einer guten Stunde und ein paar Zugaben verabschiedeten sich The Rumble Strips unter großem Applaus von der Bühne und hatten sogar einige im Vorfeld eher kritische Stimmen in unserem Umfeld, die meinten, sie könnten sich nicht vorstellen, dass The Rumble Strips live besonders mitreißend würden, von sich überzeugen können. Ein Sieg auf ganzer Linie also und ein Grundstein für zukünftige Auftritte auf den großen Bühnen Deutschlands, wobei es natürlich auf den kuscheligen Bühnen eigentlich immer noch am schönsten ist.

Fotos: Ariane WhiteTapes, mehr hier

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