Konzertberichte

The Pains Of Being Pure At Heart, Luxor, Köln, 09. Juli 2011

Zum mittlerweile vierten Mal statteten die New Yorker The Pains Of Being Pure At Heart nun schon der Nordrhein Westfälischen Medienhauptstadt Köln einen Besuch ab. Das spricht für eine gewisse Zuneigung der Band zur Domstadt, die Sänger Kip dem Luxor auch gleich bei der Begrüßung spüren ließ. „It’s great to be back“. Man sollte meinen, dass der mittlerweile vierte Besuch auch wieder volles Haus bedeutet, da sich die Band ja nun schon eine Fanbasis in der Stadt erspielt hat. Nicht aber am Samstag Abend. Das hatte aber sicherlich vielerlei Gründe. Der erste ganz eindeutig, das die Band nach November und Februar nun schon das dritte Mal innerhalb eines 3/4 Jahres in Köln vorbei schaute. Eine gewisse Übersättigung ist da beim Publikum nicht auszuschließen. Hinzu kommt noch, dass ein Samstag nicht der beliebteste Konzertabend der Kölner ist. Das geht auch den Veranstaltern so und so war der Einlass bereits auf 18:30 Uhr angesetzt.

Der Beginn war für 19:30 Uhr vorgesehen, wurde aber kurzerhand auf 20:00 Uhr verlegt, nachdem auch der Einlass aus unbekannten Gründen um 30 Minuten verschoben wurde. Relativ pünktlich um 20:00 standen dann Oh, Napoleon aus Krefeld, die The Pains Of Being Pure At Heart auf ihrer gesamten Deutschland-Tour begleiten, auf der Bühne. In etwas kleinerer Besetzung, da für die Tour wohl Drummer und Bassist Zuhause bleiben mussten. Auf ein Akustik-Trio geschrumpft gaben die Newcomer Songs ihres Debüts „Yearbook“ zum Besten. In den 25 Minuten des Sets boten sie unterhaltsame Popsongs, die das Luxor zwar nicht zu Begeisterungsstürme ausbrechen ließen, aber für eine angenehme Eröffnung sorgten.

Nach einer etwas längeren Umbaupause ging es dann auch mit The Pains Of Being Pure At Heart los, die mit einem gut aufgelegten Kip und „Belong“, dem Opener ihres ebenso betitelten zweiten Albums eröffneten. Der Sound im Luxor war zu Beginn allerdings so schlecht abgemischt, dass man zunächst nicht viel von der Melodie zu vernehmen wusste. Erst im Laufe des Sets besserte sich das und auch die Boxen wussten die rockige Spielfreude der Band zu übertragen. Das Luxor war mittlerweile ganz gut gefüllt und das Publikum bekam einen Mix aus „Belong“ und dem mittlerweile zwei Jahre alten Debüt „The Pains Of Being Pure At Heart“ zu hören. Etwas rauer als gewohnt, was die Stimmung noch deutlich steigerte.

Wie das immer so ist in den Sets von The Pains Of Being Pure At Heart verging die Zeit wieder viel zu schnell und plötzlich war das Set fast schon zu Ende. Zwar beließen es die New Yorker nur bei ein paar Ansagen zwischen den Song, die gute Laune war ihnen aber anzusehen. Und man ist an so einem Abend ja auch nicht da, um sich Geschichten von der Band anzuhören, sondern wegen der Musik und die boten The Pains Of Being Pure At Heart in gewohnter Klasse dar. Mit so viel Intensität, dass Kip’s Gitarrengurt gegen Ende des Sets zerriss, weshalb er etwas angestrengt einen Fuß auf eine Box stellte und die Gitarre auf den Oberschenkel lehnte. Das wechselte er ab mit Passagen, in denen er auf der Gitarre einfach mit der linken Hand die Akkorde griff und die Gitarre festhielt, um mit der anderen Hand gezielt die vor sich baumelnde Gitarre zu streichen. Andere Musiker hätten vielleicht abgebrochen, oder die nächste Pause für einen Gurtwechsel genutzt, Kip spielte einfach weiter und wechselte erst beim anschließenden Zugabenteil die Gitarre.

Den Zugabenteil bestritt er, wie auch beim Konzert in Münster zunächst beim Stück „Contender“ allein, bevor für die anschließenden „Say No To Love“ und „Strange“ die Band zu ihm stieß. Da das Publikum danach aber noch keine Lust hatte zu gehen, klatschten alle so lange, bis The Pains Of Being Pure At Heart noch einmal für „Hey Paul“ auf die Bühne zurück kehrten. Kip sagte noch „actually we ran out of songs, we know how to play“. Dieses eine Stück hatten sie aber offensichtlich noch drauf und so rockten sie noch einmal richtig drauf los, bevor sie sich mit einer kleinen Verneigung beim Publikum verabschiedeten, für das sie auch ihren vierten Abstecher nach Köln wieder zu einem unterhaltsamen Abend gemacht haben.

Setlist:

Belong
This Love Is Fucking Right!
Heart In Your Heartbeat
The Body
Heaven’s Gonna Happen Now
Stay Alive
My Terrible Friend
Come Saturday
Yound Adult Friction
Too Tough
Everything With You
The Pains Of Being Pure At Heart

Contender (Kip solo)
Say No To Love
Strange

Hey Paul

Fotos: Ariane WhiteTapes, mehr hier

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