Konzertberichte

The Maccabees + We Are Augustines – Köln, Gebäude 9, 15. Februar 2012

Ein paar Wochen vor dem Konzert waren alle Tickets verkauft, The Maccabees sollten also, nachdem sie zuletzt im Juni 2009 das Gebäude 9 bespielt hatten, etwas mehr Publikum anziehen.

Opener an diesem Abend war das Trio We Are Augustines aus New York, die bei wohl mehreren Zuschauern aus dem Publikum besser ankamen als The Maccabees selbst. Abwechslungsreiche Gitarrensongs, die überwiegend länger als vier Minuten dauern, ließen die Wartezeit zum Hauptact angenehm verstreichen. Am Ende war man vielleicht sogar etwas enttäuscht, dass We Are Augustines nicht noch mehr Songs auf ihrer Setlist stehen hatten. Die Musik der Amerikaner kam sehr frisch und ehrlich rüber, ebenso die Aussage des Sängers, dankbar dafür zu sein, ihre Songs präsentieren zu dürfen. „Book Of James“ und „Chapel Song“ waren mir schon aus dem englischen Radio bekannt. Kein Wunder, dass die Briten schon auf die Band aufmerksam geworden sind. In Deutschland soll ihr Album „Rise Ye Sunken Ships“ Anfang März erscheinen, und es gibt sicherlich noch einige mehr Songs, die ins Ohr gehen, neben den zwei bekanntesten. „Chapel Song“ war dann auch der letzte Song und die drei Jungs verließen freudig die Bühne. Es war deutlich, dass sie gut bei dem Kölner Publikum ankamen.

Zuletzt hatte ich The Maccabees 2009 im Stadtpark als Support von Maxïmo Park gesehen, dort probten sie noch während das Publikum schon eingelassen wurde. Als Support waren sie durchaus geeignet. The Maccabees - Köln, Gebäude 9Dementsprechend war ich relativ gespannt, ob die Londoner auch als Headliner überzeugen konnten. „Given To The Wild“ ist bereits das dritte Album, was nach „Wall Of Arms“ hohe Ansprüche stellt. Diese konnten, einigen Meinungen und Reviews nach, wohl nur bei wenigen erfüllt werden. Trotzdem ist das Konzert ausverkauft und man geht die Sache mit gemischten Gefühlen an. Denn „Love You Better“, „No Kind Words“ oder „Can You Give In“ gehören eindeutig zu den beseren Songs der Band, welche sie vielleicht auch zu einer der meist gehypten Künstler in diesem Jahr gemacht haben.

Gegen 22 Uhr erlosch das Licht und die 6 Musiker betraten die Bühne und begannen mit dem sehr ruhigen „Child“ das Konzert. Obwohl genau die Hälfte der Songs vom neuen Album stammten war das Konzert in der Gesamtheit in Ordnung. Stücke, wie die oben genannten, „Pelican“ und die neue Single „Feel To Follow“ ergaben insgesamt eine gute Mischung. Zeitweise konnte man Sänger Orlando Weeks jedoch nur schlecht verstehen und auch die wenigen Worte die an das Publikum gerichtet waren, waren ein eher schüchternes Nuscheln, was auf der anderen Seite auch einen sympathischen Eindruck machte. Bei den populäreren Songs herrschte gute bis ausgelassene Stimmung, die sich trotzdem nicht durch den ganzen Abend zog. Das Kölner Publikum hatte wohl auch schon einmal länger durchgehalten.

Den zuvor erwähnten „Hype“-Eindruck wurde ich am Ende leider nicht los, das neueste Werk kann auch live nicht mit dem zweiten mithalten, so als ob es das berüchtigte zweite Album wäre. Als Vorband mit einer kürzeren Setlist und ohne Fülllieder gerne wieder, als Hauptact aber nicht unbedingt.

Setlist:

Child
Feel to follow
Wall of arms
No kind words
Glimmer
Went away
William Powers
First love
X-ray
Can you give it
Forever I’ve known
Love you better
Pelican

Unknow
Precious time
Grew up at midnight

Fotos: Steffi WhiteTapes

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