Konzertberichte

The Lake Poets – Haldern Pop Bar, Rees-Haldern, 8. Dezember 2014

The Lake Poets

Ein wenig mehr als drei Jahre ist es nun schon her, dass wir euch hier den britischen Singer-Songwriter Martin Longstaff mit seinem Projekt The Lake Poets vorstellten. In der Zwischenzeit begeisterte uns der junge Musiker mit zahlreichen Singles und in diesem Jahr mit der Debüt-EP „Honest Hearts“, die in der ersten Jahreshälfte erschien und niemand Geringeres als David A. Stewart von Eurythmics auf ihn aufmerksam machte, der Martin unter Vertrag nahm. Im nächsten Jahr nimmt Martin nun mit ihm sein Debüt-Album in Nashville auf. Vorher wagte sich der Sunderlander aber noch für ein paar Konzerte nach Deutschland. Im Vorfeld zeigte sich dann auch, dass die Nachfrage nach dem in Deutschland eigentlich recht unbekannten Songwriter, größer zu sein schien, als gedacht, denn aus ursprünglich zwei Daten wurden schließlich fünf Termine.

Da wir kurzfristig die Gelegenheit bekamen, Damien Rice letzten Dienstag im Alten Pfandhaus in Köln zu sehen, besuchten wir The Lake Poets in der Haldern Pop Bar, statt beim Konzert im Theater „die wohngemeinschaft“ in Köln zugegen zu sein.

Im Gegensatz zum Termin in Köln (der am Abend sogar ausverkauft war), ab dem Martin von seiner Band unterstützt wurde, trat er in Haldern solo auf. Nur mit seiner Gitarre und seiner unverwechselbaren Stimme bewaffnet, betrat der Nord-Engländer die kleine Bühne, die mit knapp 50 Besuchern gut gefüllten Bar und bot mit „Windowsill“ gleich den ersten Gänsehautmoment. Ganz schnell wurde auch klar, warum Martin sich von anderen Vertretern seines Genres abhebt. Neben emotionalen, mal traurigen, mal kritischen Texten, die er mit seiner gefühlvollen Gesangsstimme vorträgt, legt er auch viel Wert auf ein ausgefeiltes Gitarrenspiel. Wo viele Singer-Songwriter mit zwei Akkorden durch die Songs geleiten oder leicht schrammelnd, wie ein Kinder-Gitarren-Chor, bietet Martin in seinen Stücken ein abwechslungsreiches Gitarrenspiel, das die Texte nicht nur unterstützt, sondern genau so wichtig für die Songs ist, wie der sprachliche Ausdruck.

So schaffte es Martin auch eine fesselnde Atmosphäre zu erzeugen, in der das gesamte Publikum völlig aufzugehen schien. Selbst in den ganz ruhigen und zerbrechlichen Momenten seiner Songs lauschten die Besucher so andächtig, dass man die sprichwörtliche Stecknadel hätte fallen hören können. Kein Wunder also, dass im Anschluss an die knapp einstündige The Lake Poets Show der Applaus erst einmal nicht abebben wollte und Martin an seinem Merch-Stand gut zu tun hatte. Ein Abend, nach dem wir uns sehr freuen würden, The Lake Poets im nächsten Jahr vielleicht wieder in Deutschland begrüßen zu dürfen.

The Lake Poets – „Bluebell“ acoustic for In Bed with


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