Konzertberichte

The (International) Noise Conspiracy – Live in Krefeld, 19. Juli 2008

Dennix Lyxzen ausgeprägtem Orientierungssinn ist es zu verdanken, dass zumindest eine der zwei Bands am heutigen Abend auf der Bühne steht. Die amerikanischen Indierocker von Pinback haben sich schlichtweg verfahren und sind Belgien gelandet, was einen Auftritt unmöglich macht. Der Noise Conspiracy Sänger wagte jedoch einen Blick in die Karte und bemerkte schnell, dass Krefeld doch noch ein Teil von Deutschland war. Und so standen Punkt Neun Uhr die 5 Schweden auf der Bühne um ihr längstes Set ihrer Karriere zu spielen.

Die Kufa in Krefeld ist ein recht überschaubarer Club, bestehend aus einem gemütlichen Vorplatz, einer kleinen netten Eingangshalle, einem Café und dem eigentlichen Konzertsaal. Dass das Konzert nur im Cafe vor knapp 100 Leuten stattfand war für den eigentlichen Besucher gar nicht mal die schlechteste Lösung. Als die Uhr 9 schlug, kamen erst 4 in lila Seidenanzüge gehülte Menschen auf die Bühne. Ohne Sänger Dennis Lyxzen, der auf sich warten ließ, später aber im seidenen Umhang auf die Bühne stolzierte. Und er hatte sie direkt alle Gefangen. Kein Bein stand still, die Bewegung schwappte durch den Raum und man war mittendrin, statt nur dabei um einen nicht unbekannten Sportsender zu zitieren. Das ist das außergewöhnliche an so kleinen Konzerten.

Sie fesseln dich, sie lassen dich nicht los und man fühlt sich viel mehr als der Teil des Ganzen, im Gegensatz zu manch seelenlosen Großraumveranstaltungen. Ein guter Mix aus alten Songs wie Smash it up vom ersten Studioalbum Survival Sickness, Lieder vom letzten Meisterwerk Armed Love oder auch Songs vom bald erscheinden Album sorgten für einen abwechslungsreichen Abend. Denn neuen Stück merkte man mal wieder die Früchte der Arbeit mit Starproduzent Rick Rubin an. Schon beim letzten Album Armed Love hatte er seine Finger im Spiel, was von vielen wohl als bestes Album der Noise Conspiracy angesehen wird. Auch den Einfluss der The Doors wird bemerkbar. Viele Lieder klingen verspielt, weisen abstrakte Tonspuren auf. Aber eines haben alle Gemeinsam, sie zünden weiterhin und machen The (International) Noise Conspiracy weiterhin zur tanzbaren Revolution. Black Mask, das groß gefeierte Up for Sale und natürlich Capitalism stoles my virginity waren nur ein kleiner Auszug aus den Schönheiten. Zwei Stunden mit 4 Zugaben ließen auch den letzten im Cafe erstrahlen. Sänger Dennis ließ es sich auch nicht nehmen und tanze einmal in Mitten des Raumes, zwischen den Besuchern. Ein kleinen Nachteil hatte die kleine Bühne jedoch schon, konnte sich die Band nicht wie gewohnt auf großen Bühnen austoben. Gereicht hat es alle male und unzufrieden war keiner. Nachdem eigentlichen Ende Armed Love wurde die Band nochmals auf die Bühne geschrien um eine weiteren Song vom kommenden Album uraufzuführen. Sie versprachen das längste Konzert ihrer Karriere, ob sie es eingehalten habe kann niemand so genau sagen. Zumindest war es eines ihren besten Konzerte und der Beweis, das Clubkonzerte ein Charme hat, an den große Freiluftveranstaltungen oder Indoorspekatel nie dran kommen werden.

Foto: Pressefreigabe

Martin WhiteTapes

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