Konzertberichte

The Bronx + Middle Class Rut, Köln, Underground, 16. Februar 2009

…und es hat Boom gemacht! Wohl der falsche Weg, einen Konzertbericht zu beginnen, mit dem Zitat eines fürchterlichen Schlagers aus der schlimmsten Epoche der deutschen Musikgeschichte. Und dann auch noch falsch zitiert. Und was hat das mit The Bronx zu tun? Rein gar nichts! Die haben gestern den Underground im formschönen Köln einfach mal in seine Einzelteile zerlegt und ein Feuerwerk aufblitzen lassen. Zuvor haben es als Support Middle Class Rut ihnen gleich getan.

Das Underground in Köln – Klein, schnuckelig, ranzig, die ideale Location für wilden, dreckigen Punkrock mit Hardcore Einflüssen. Dementsprechend gut besucht war es auch. Seit kurzem ist Album Nummer Drei von The Bronx in Deutschland erhältlich, sehr anders als seine Vorgänger klingt es nicht, eine Tatsache, die durchaus zu beruhigen weiß, denn genauso liebt man sie auch. Wild, ungestüm, laut und vor allem schnell.

Vor The Bronx gibt sich ein amerikanisches Duo die Ehre, Middle Class Rut heißen sie, und sind gute Freunde von The Bronx. Und auch als Support wird gerotzt auf hohem Niveau, lediglich mit Schlagzeug und Gitarre bewaffnet, doch mit großen Geschick wird gezeigt, dass hier auch eine Menge Abwechslung herrschen kann. Und dann betritt das Highlight des heutigen Abends die Bühne. The Bronx, und der Tanz beginnt! Sänger Matt Caughthran braucht keine Bühne, er wirft sich ins Publikum, will eins sein mit den knapp 250 Besuchern an diesem Abend werden. Probleme und Sorgen werden für ein paar Stunden vor der Tür stehen gelassen, hier zählt einzig und allein das Zusammensein, wie eine große Familie, in der er es auch rauher und ausgelassener zugehen kann. Moshpit, Pogo und wilder Tanz, dem Gesuch eines Einzelnen nach Dope wird entgegengesetzt, dass heute das einzige Mittel zum Berauschen die Musik bleibt. The Bronx sind die Erben von Black Flag, die meisten Bandmitglieder tragen das Logo auf ihrer Haut. Es mag für manche eine unüberwindbare Bürde sein, mit Black Flag in einem Atemzug genannt zu werden, für The Bronx ist es eine Ehre und sie beweisen allemal, dass sie es wert sind.

Die Setlist ist lang, 16 Lieder, aber bei dem Tempo, dass sie vorlegen ist der ganze Spaß schon nach einer Stunde und einer einzigen Zugabe gegessen. Aber ganz ehrlich, bei diesem Tempo ist mehr auch nicht drin. Hyperaktiv würden die einen es bezeichnen, wild und viel Rock’n’Roll, die Antwort der Anderen. Auch wenn der Soundmann heute nicht seinen besten Tag erwischt hat, der Gesang ist kratzig, beschweren wird sich keiner. Dass die Setlist lang ist, wissen wir, dass sie auch schön bestückt ist, erfahren wir nun. Highlight aller drei Alben waren zu hören, inklusive dem Überhit „Shitty Future“. Bei „Young Bloods“, der aktuellen Single aus dem dritten Bronx Machwerk, wird kräftig und laut mitgesungen. Matt ist sichtlich glücklich über das was in Köln los ist. Die Show reißt mit und selbst in der letzten Reihe wird geschwitzt, es ist kein Entkommen möglich, aber das will auch keiner, in dieser Stunde, wo die Probleme weiterhin draußen im Regen warten.

Noch sind The Bronx in Deutschland auf Tour. An folgenden Termin habt ihr die Möglichkeit sie zu sehen:

20. Februar, Berlin – Kato
22. Februar, Frankfurt – Batschkapp

Myspace The Bronx // Myspace Middle Class Rut

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