Konzertberichte

T-Mobile Extreme Playgrounds – The Dirt Session, Duisburg, Landschaftspark Nord, 19. April 2009

Willkommen bei WhiteTapes – dem Sportmagazin. Hier erfahrt ihr das neueste über BMX- Kultur und Dirtbike- Sessions. Naja, bevor wir ins peinliche Abdriften kommen wir dann doch zum eigentlich Inhalt. Über Musik schreiben. Duisburg, Landschaftspark Nord – der Tatort. Die T-Mobile Extreme Playgrounds luden als eines der ersten Festivals ein und 4.200 Zuschauer folgten, ausverkauft! Kombiniert mit den besten Dirtbike- und BMX-Fahrern aus denen sich in einigen Contests Tagessieger ermitteln ließen und sich in 360 Grad Drehungen und Überschlägen gerade nur so überboten. Dazwischen wurde Musik in bester Tony Hawk Manier geboten. Dan Dryers, The Flatliners und, die beste Punkband der Welt, NOFX, teilten sich die Bühne.

Wer glaubt bei Dan Dryers einen irischen Songwriter mit Folkeinflüssen und Akustikgitarre zu bekommen, den muss ich enttäuschen. Punkrock. Nicht mehr, nicht weniger. Reicht auch vollkommen aus, denn die Jungs verstehen was von Ihrem Handwerk. Zwar zieht es der Großteil der 4.200 Zuschauer im Duisburger Landschaftspark die knallende Sonne zu genießen, die an diesem Nachmittag noch brütet. Die die sich trotzdem rein getraut haben, werden belohnt. Und die Band erntet Beifall und ist sichtlich zufrieden. Nach dem wieder der ein oder andere Überschlag geboten wurde, so mancher Fahrer den Sandboden küsste, die Zuschauer sich ein neues Bier geholt haben, ging es am Spätnachmittag weiter mit Band Nummer Zwei des Abends. The Flatliners. Lässt der Name hier auf eine irische Folkpunkband schließen, die dem Alkohol fröhnt und laut und teilweise ordinär ist? Nein. Auch diesmal lautet die einfache Antwort: Punkrock. Draußen ist es immer noch warm und der Landschaftspark lädt nun mal auch zum Gucken ein, so dass die Halle zwar schon mehr Besucher zählt aber im Großen und Ganzen jeder noch genug Platz hat. Der Band ist es egal und sie drücken das Gaspedal durch um die Leute nicht zu enttäuschen, die den Weg in die recht unangenehm warme Halle gefunden haben. Punkrock kann so einfach sein und vielleicht macht das den Reiz aus. Hier sitzt nicht alles perfekt, hier ist die Stimme mal schief, der Chord wird verfehlt, aber es funktioniert. Schön, dass auch die Flatliners ihr Handwerk beherrschen.

Danach gibt es wieder so manch Fahrradfahrer, der unglaubliche Tricks vorführt aber danach ist das eigentliche Finale der Abends. NOFX. Die größte Punkband aller Zeiten. Der kleine dicke Jude am Bass, der Religion verabscheut – der kleine dicke Mexikaner an der Gitarre, mit einer Vorliebe für Fastfood – ein dünner Zottel, dessen Dreadlocks älter sind als er – und der muskulöse Schlagzeuger, der 40 geworden ist. Mit Namen Fat Mike, El Hefe, Eric Melvin und Smelly. Seit 25 feiern sie Erfolge all over the world, wie auf der kürzlich erschienen Doppel DVD Backstage Passport zu sehen, stehen kurz vor Veröffentlichung des neuen Album Coaster. Ihr Erfolgsrezept? Sie tun seit 25 Jahren, dass was sie wollen. NOFX klingt nach NOFX und darf nie anders klingen. Auch heute in Duisburg wird es so sein. Knapp 1 ½ Stunden geben sie alles. Sie springen, sie singen, sie tanzen und sie machen alles, was ihnen in den Kram passt. Die Hittüte ist heute gut gefüllt. Songs aus allen Dekaden NOFX zu finden. Schon der Opener Linoleum bringt die Halle zum Beben. Auch danach kehrt keine Ruhe ein. Stickin in my eye, Champs – Elysee, Louise, Murder the Government. Alleine diese kleine Auswahl zeigt, dass es heute an gar nichts fehlt. Es werden auch Songs vom neuen Album gespielt, The Quitter ist einer davon. Man weiß einfach, dass NOFX definitiv wenig falsch machen können. Kein Thema ist zu Heikel für die Band. Religion (Leaving Jesusland), die Frage ob Punkrock noch wirklich das ist, was es ist(The Seperation of Church and Skate) oder der amerikanische Weg, der Richtige ist (Franco Un-American). Gecovert haben sie auch. Radio von Rancid war es, in einer angenehm tanzbaren Dubversion. Nach einer Stunde verlassen sie die Bühne und nochmal zur Zugabe ein paar Songs zu spielen. Bob und Kill All The Whitemen bilden den Abschluss dieses langen Tages. Und der Abschluss fällt würdig aus.

Fotos: T-Mobile

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