Konzertberichte

Stornoway + Night Beds, Gebäude 9, Köln, 10. April 2013

Stornoway live im Kölner Gebäude 9

Erst vor knapp zwei Monaten haben wir über Stornoway in der Oxford Town Hall berichtet, im April kamen sie dann auch endlich wieder für vier Konzerte nach Deutschland. Der zweite Termin dieser Tour fand im Kölner Gebäude 9 statt, wie auch beim letzten Mal im Jahr 2011.

Der Support kam von Night Beds, einer Band aus Nashville. Die 5 Musiker schlagen überwiegend ruhigere Töne an, steigern sich aber durchaus während einigen Songs, sodass man während des 30-minütigen Sets auf keinen Fall einschläft und auch das Schlagzeug häufiger zum Einsatz kommt. Ramona ist ein Song, der heraussticht und viel Potenzial hat, er bleibt auch nach dem Auftritt im Ohr und überzeugt besonders durch den Refrain. So ist es kein Wunder, dass er als einer der ersten Songs gespielt wird, um das Interesse der Zuschauer zu wecken. Auch „Even If We Try“ gehört zu den Songs, die man sich anhören sollte. Country Sleep ist der Titel des bereits veröffentlichten Debuts, bei iTunes ist zusätzlich noch die EP „Every Fire; Every Joy“ erhältlich. Die Band sollte man zumindest was Liveauftritte angeht, im Auge behalten, nur ein paar Tage später hatten sie einen Auftritt bei Jools Holland, auch Stornoway durften dort 2009 Zorbing und Fuel Up präsentieren.

Nach einer Umbaupause, in der etwas umständlich die Instrumente von Night Beds abgebaut wurden um für Stornoway Platz zu machen, ging es ein paar Minuten nach 22h weiter. Der große Mond, der auf dem Albumcover das zweite „o“ aus „Stornoway“ ersetzt, ist auch wieder mit dabei. Als der Mond beleuchtet wird und Violinistin Susie Attwood zunächst alleine die Bühne betritt, dürften alle bemerkt haben, dass das Konzert begonnen hat. Langsam beginnt sie auf der Violine zu spielen um dann in die ersten Töne von „Knock Me On The Head“ überzugehen. Währenddessen kommen Jon, Rob, Brian und Oli sowie Trompetenspieler Tom Hodgson hinzu.

Stornoway live im Kölner Gebäude 9

Anlass der Tour ist natürlich das im März erschienene zweite Album „Tales From Terra Firma“ und so stand es auch im Vordergrund, Songs daraus zu präsentieren. Die Band konzentrierte sich weniger auf das erste Album, dementsprechend standen auch alle neun Songs des neuen Albums auf der Setlist. Auf „Hook, Line, Sinker“ musste dann aber doch kurzfristig verzichtet werden, weil eine Saite von Brians Gitarre gerissen ist.

Wie gewohnt erzählt Sänger Brian zwischendurch ein paar Geschichten, die immer zu großem Gelächter führen. Dieses Mal war die Gaffel-Brauerei am Dom Thema, welche die Band am Vormittag besuchten, als sie die Stadt erkundet haben. Dort wurden sie auch über die „Rivalität“ zwischen Kölnern und Düsseldorfern aufgeklärt, so versicherte Brian aber umgehend, dass Düsseldorfer, falls anwesend, trotzdem willkommen und „safe“ sind.

Das Gebäude 9, oder wie die Band selbst sagt: „Building Nine“ kann von der Optik natürlich nicht mit der Town Hall mithalten, trotzdem sind die Konzerte dort immer schön und vor Allem intim. Die Setlist umfasste zwar genau so viele Songs wie im Februar, das Konzert in Köln schien aber viel kürzer.

Das lag bestimmt nicht an der Stimmung, denn das englische Publikum ist in der Regel viel offener und sorgt für Stimmung. Es wurde ordentlich applaudiert und bei Brians zwischenzeitlichen Ansagen gelacht, das reicht aber nicht um die beiden Konzerte vergleichen zu können. Wann die Band uns das nächste Mal beehrt,steht noch in den Sternen, im November und Dezember ist zunächst das Vereinigte Königreich mit einer ausführlichen Tour an der Reihe. Aber es besteht ja noch die Hoffnung auf ein paar Festivals, die Band selbst würde laut eigener Aussage gerne auf dem Haldern Pop Festival spielen, das eines ihrer Lieblingsfestivals in Deutschland ist. Das wäre natürlich eine Gelegenheit, ihren gefeierten Auftritt in 2010 nicht zu wiederholen, aber vielleicht zu toppen.

Setlist:
Knock Me On The Head
The Coldharbour Road
Fuel Up
The Bigger Picture
Farewell Appalachia
You Take Me As I Am
November Song
Here Comes The Blackout
(A Belated) Invite To Eternity
The Ones We Hurt The Most
Zorbing

I Saw You Blink
The Great Procrastinator
Watching birds

Fotos: Stephanie WhiteTapes

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