Konzertberichte

Spring Offensive + Waves Of Joy – Studio 672, Köln, 24. Juni 2013

Spring Offensive, Studio 672, Köln

Die im Nordwesten von London liegende Stadt Oxford hat neben Foals und Stornoway eine weitere beachtliche Band hervorgebracht: Spring Offensive. 2011 bespielten sie das erste Mal auf deutschen Boden in winzigen Locations. Bei ihrer letzten Tour durch Deutschland war das Kölner Stereo Wonderland der letzte Halt, im Dezember 2012. Dort wollten so viele Menschen Spring Offensive sehen, dass gar nicht alle in die kleinen Club passten und damit Vorlieb nehmen mussten, draußen in der Kälte zu zu hören. Der Band war einerseits so von dem Ansturm überrascht und doch gleichzeitig traurig, dass nicht alle, die wollten dabei sein konnten. So entschieden sie sich kurzerhand, nach dem Auftritt noch ein paar Songs für alle akustisch draußen vor dem Stereo Wonderland zu performen. Aber das liegt jetzt auch schon ein paar Monate zurück. Im Juni kamen die fünf Oxforder für vier Konzerte zurück nach Deutschland und machten dieses Mal nicht nochmal den Fehler, zu kleine Locations zu buchen. In Hamburg und in Köln kam der Support von Waves of Joy, über deren EP wir hier schon berichtet haben. Vorher mag man sich vielleicht denken, dass man lieber auf eine weitere deutsche Vorband verzichtet, doch bei dem ca. 30-minütigen Set vor Spring Offensive in Köln durfte man sich vom Gegenteil überzeugen lassen. Das, was sie auf ihrer EP „Days Of Value“ versprechen, halten sie auch live und überzeugen einige der Zuschauer, sich nachher eben diese EP zu kaufen. Die sehr jung wirkenden Hamburger spielen sehr souverän, so dass man ihnen anmerkt, dass sie über die letzten drei Jahre Erfahrung auf der Bühne, vor allem in ihrer Heimatstadt, sammeln konnten.

Spring Offensive, Studio 672, Köln

Nach dem Auftritt von Waves Of Joy herrschte dann auch kurz eine Aufbruchsstimmung wie bei Festivals, fast alle verließen ihren Platz um draußen zu rauchen oder frische Luft zu schnappen oder sich einfach nur an der Bar etwas zu trinken zu holen. Gegen 21.30h versammelten sich aber alle wieder vor der Bühne des gemütlichen, überwiegend rot ausgeleuchteten Studios. Kurz danach betrat die Band des Abends auch schon die Bühne und begann ganz ruhig und harmonisch mit den ersten Zeilen aus Synapse To Synapse, dass aber nicht lange so ruhig bleibt, sondern nach und nach lauter wird und dann in einem großen Finale endet. Der beste Song, den sie sich aussuchen konnten um ein Konzert zu beginnen, denn von nun an waren alle schon in den Bann gezogen und lauschten ganz gespannt.

Nach Speak, dessen Refrain einem immer im Ohr bleibt und momentan immer noch als freier Download auf der Homepage der Band zu finden ist, folgt Carrier als Akustik-Version. Dazu stellen sich alle fünf nebeneinander, viel mehr Platz wäre auf der Bühne auch nicht gewesen. Nur mit zwei Gitarren und der präsenten Stimme des Sängers beginnen sie das Stück, später singen die anderen einzelne Abschnitte zur Verstärkung mit. Würde man jemandem, der Spring Offensive bisher noch nicht kannte, diesen Song vorspielen, würde es wahrscheinlich schon reichen, um ihn von der Band und ihrem Können zu überzeugen.

Spring Offensive, Studio 672, Köln

Lucas Whitworth ist dabei nicht nur Sänger, beispielsweise kommen auch mal Schlagstöcke oder auch Tamburine zum Einsatz, sodass er nicht nur mit seinem Gesang begeistert. Zwischendurch erzählten sie, dass sie auf ihrem Weg nach Köln von Hamburg über zwei Stunden im Stau standen, dass es das aber durchaus wert gewesen sei und sie es jederzeit wieder tun würden. Das Publikum scheint das ähnlich zu sehen, denn nach jedem Song wird von jedem Anwesenden applaudiert, teilweise so lange, dass die Band einfach ganz verlegen mit dem nächsten weitermacht.

Generell merkt man ihnen einfach an, dass sie noch wirklich Spaß am Spielen haben und nicht einfach nur ihr Programm abarbeiten, es wirkt manchmal sogar so, als ob sie teilweise alles um sich herum vergessen haben und nur auf die Musik konzentriert waren.

Not Drowning But Waving bildete wie erwartet den Abschluss des zwar kurzen, aber sehr schönen Abends. Für eine längere Setlist wäre auch noch nicht genug Material vorhanden gewesen, da ein Album der immer noch auf sich warten lässt, und so bleibt das Konzert sicherlich allen in guter Erinnerung. Gegen eine weitere Tour im Herbst oder Winter hätten wir nichts einzuwenden!

Setlist Spring Offensive

Synapse To Synapse
Ridgefield
The River
Speak
Carrier
Hengelo
Worry Fill My Heart
52 Miles

Red Oak
Not Drowning But Waving

Fotos: Stephanie WhiteTapes

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