Konzertberichte

Sky Larkin + Johnny Foreigner, Köln, Gebäude 9, 25. Februar 2009

Aschermittwoch in Köln, der Großteil der Jecken, Narren und wie sie alle heißen weilt zu Hause und kuriert den Kater aus, der von der fünften Jahreszeit als einziges Überbleibsel mit in die Fastenzeit genommen wurde. Einige tapfere, vielleicht auch nicht so karnevalsverrückte, Musikfans fanden dennoch den Weg in eine alte Fabrikhalle in der Nähe der Kölner Messe, um auf die Fastenzeit zu pfeifen und mit Sky Larkin, die gekommen waren, ihr erstes Konzert als Headliner in Köln zu spielen, weiter zu feiern. Zu ihrer ersten Tour als Headliner haben sich Sky Larkin dann nicht nur irgendeine Vorgruppe eingepackt, sondern ihre Freunde von Johnny Foreigner eingeladen, das gleiche Management macht’s möglich. Eine spannende Kombi also, die sich circa 70 Musikjünger natürlich nicht entgehen lassen wollten, wer es doch tat verpasste was, das war schnell klar.

Foto: Ariane WhiteTapes

Denn Johnny Foreigner brachten schon mit ihrer 30-minütigen Show die Bühne des Gebäude 9 zum explodieren, so energiegeladen trugen sie ihre Stücke vor. Johnny Foreigner, die eigentlich nur ein Trio sind, machten ab der ersten Minute Krach für 10 und Stimmung für 1.000. Bassistin Kelly trug einen Sweater, in den sie vermutlich noch zusammen mit dem Rest der Band gepasst hätte, hüpfte mit ihrem Bass von einer Ecke der Bühne in die andere und stand nur kurz für ihre Gesangsparts still am Mikro. Auch Sänger Alexei zeigte sich als ähnliches Energiebündel und schrie die Texte ähnlich inbrünstig, wie auf dem Debüt-Album. Die Frage, wie Johnny Foreigner die Stücke, die sich auch schon auf dem Album vor allem durch ihre immense Energie und wahnsinnige Geschwindigkeit auszeichnen, wohl live umsetzen können beantwortete die Band dann auch selbst, durch wahnsinniges Tempo und die bereits erwähnte unbändige Energie.

Foto: Ariane WhiteTapes

Die Befürchtung, dass die leicht chaotischen Stücke live in eine einzige Kakophonie ausufern könnten machte die Band durch perfekte Harmonie und Präzision wett. Gekoppelt mit der beinahe anarchischen guten Laune, die das Trio versprühte waren das 30 Minuten unfassbar unterhaltsame Minuten. Hinzu kamen noch seltsam bis schräge Ansagen und Aktionen der Band in den Songpausen, mehrere Male wurde nämlich versucht in Erfahrung zu bringen, wo man denn ein wenig Marihuana bekommen könnte und dass man auch bereit sei, das gegen Merchandise zu tauschen. Ein eindeutiges Indiz für den sympathischen Vogel, den die Band hat war neben dem eigenwilligen Kopfschmuck von Alexei auch eine Aktion von Drummer Junior, der mit großer Freude auf sein Becken einschlug, als gerade der Roadie der Band dort herum kroch, um das Drum-Kit in Ordnung zu bringen.

Auch die im Anschluss folgenden Sky Larkin haben wir bisher nur gut gelaunt erlebt, so dass es auch keine Überraschung war, dass Katie mit Betreten der Bühne breit grinste. Mit „Pica“ spielten die Drei dann auch gut gelaunt los und 60 charmante Minuten Indie-Pop sollten folgen. Unfassbar dabei auch, wie Drummer Nestor auf sein Drum-Kit einprügelt, die Band ihren Sound dennoch so abgemischt bekommt, dass keine Trommelfelle (haha, Wortspiel) platzen und der Rest des Trios auch noch zu hören ist. Auch Sky Larkin hatten in einer der Songpausen eine Frage an das Publikum, dabei ging es nicht um Marihuana, sondern darum, wo man in Köln Drumsticks bekommen könnte, da Nestor seine im alten Van hat liegen lassen und er sich deshalb immer welche von Junior von Johnny Foreigner leihen müsse.

Foto: Ariane WhiteTapes

Dieser Ansage folgten im späteren Verlauf des Konzerts noch eine Unterhaltung mit einigen Iren im Publikum und nicht zuletzt Witze über die Cowboy-Stiefel, die Doug sich zugelegt hatte, weil die Band für die Tour durch Skandinavien auch festes Schuhwerk bräuchte. So machte das charmante Trio seinem Namen auch alle Ehre, „skylarking“ ist im englischen umgangssprachlich für herumalbern. Aber auch musikalisch gab es natürlich allerfeinste Kost. Der Wechsel zwischen Gitarren- und Keyboardstücken gelang immer stimmungsvoll. Besonderes Highlight war der Song „Geography“, den die Band das erste Mal seit dem Release von „The Golden Spike“ live performte. Das schaffte die Band natürlich, wie bei allen Stücken absolut gelungen, wie auch bei den Stücken „Molten“ und „Beeline“, die das Set beschlossen. Natürlich aber nicht, ohne das die Band noch einmal für „Keep Sakes“ und die Sonderzugabe „Handsome“ zurückkehrte. Einmal mehr also ein charmantes Konzert von drei absolut sympathischen jungen Engländern.

Fotos: Ariane WhiteTapes

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