Konzertberichte

Peter & The Wolf – Goldkante, Bochum, 13. April 2008

Schon schöne Sache dieses Web 2.0. Abseits dieses übertriebenen Blogosphäre und UGC-Hypes gibt’s dann nämlich auch noch Sachen, die einem ein bisschen Wärme um das Indieherzchen zaubern. So geschehen bei Red Hunter alias Peter & The Wolf. Einer einfachen Myspace Bulletin mit dem Hinweis, er würde gern Deutschland betouren, habe aber keine Ahnung, wie genau er das gebacken kriegen soll folgt der Zusammenschluss einiger deutscher Musiknerds , die Red bei allen Vorbereitungen helfen. Also Indie as Indie can be. So ähnlich auch die ungewöhnliche Location, die eher eine Bar mit großem Schaufenster ist, aber lustig, hat sowas von Nightwash. So untypisch die Art des Bookings ist, so spannend wird dann auch die Ankunft des Künstlers erwartet, die eigentlich für 18 Uhr vorgesehen war.

Um 19:15 erreicht er dann auch endlich die Goldkante unversehrt, genehmigt sich erst einmal 1, 2 oder auch 6 Bierchen und beginnt nach einigen Schwätzchen und vielen Späßchen dann auch sein Set. Erkenntnisse aus den Schwätzchen, Red ist schon viel rumgekommen, freut sich tierisch auf Berlin und hofft einiges von der Stadt sehen zu können und ist der beste Freund von Jared von Voxtrot. Mit der Freundin von Jared hätte er am Vortag sogar noch in Paris gesungen. Eine weitere Erkenntnis, St. Vincent kommt entgegen ihrer eigenen Behauptungen nicht aus Austin. Wortlaut: „What?! She really told you she’s from Austin. What the…? Wow, she lied to you. She’s from Dallas. Well, if I was from Dallas I would like being from Austin too, cause it’s a really cool city!“. Wichtigste Erkenntnis, „Whiskey is a bad girlfriend. To be true, she’s a bitch. Tequilla is my new girl, she’s much nicer.“. Das folgende Konzert offenbart dann einen talentierten jungen Songwriter mit einem erstaunlichen Stimmumfang. Allein mit seiner Klampfe steht er da vor der fast vollen Goldkante, die mucksmäuschenstill seinen Songs lauscht. Eine gebannte Stille, die niemand durch Getuschel oder ähnliches stören möchte. (Ab und zu wird mal von unserer Fotografin eine Flasche umgeschmissen, aber das war’s dann auch.) Immer wieder macht Red kleine Späßchen zwischen den Songs, fragt das Publikum was bestimmte Dinge auf deutsch heißen, um diese dann laut zu rufen und fordert bei einigen Songs zum Backgroundsingen und Mitschnippsen auf. Nach gut 40 Minuten ist er dann auch schon durch und lässt sich nur durch die Androhung von Bierentzug noch davon überzeugen einen weiteren Song zu spielen. Nach diesem ist er dann aber endgültig fertig und bedankt sich artig bei seinen Fans. Alles zu beschreiben, was an diesem Abend an Eindrücken von Red Hunter gewonnen werden konnte würde vermutlich den Rahmen sprengen, so viel muss aber sein: Red Hunter ist ein „ulkiges Kerlchen, das man irgendwie lieb haben muss“ (Zitat unser Fotografin), das ein wenig Spaß haben will und mit seinen Songs versucht die Zuhörer für eine Stunde oder mehr ein bisschen träumen zu lassen.

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Iain WhiteTapes

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