Konzertberichte

Pete & The Pirates (+ Black Box Revelation) – Köln, Studio 672, 26. September 2008

Der Name Pete & The Pirates ist leider hierzulande völlig zu unrecht noch sehr unbekannt und so war es keine Überraschung, dass sich zum ersten Köln Konzert der Band, im „Vorprogramm“ von The Black Box Revelation gerade einmal 50 Leute einfanden. Eine Schande auch, wenn man bedenkt, dass die Band kurz davor ist ihr zweites Album aufzunehmen, aber in Deutschland das erste Album „Little Death“ gerade einmal als Download bei iTunes, aber noch immer nicht physisch erhältlich ist.

Das Studio 672 ist ein winziger Keller, unterhalb des Stadtgartens, in dem im Frühjahr beispielsweise A Fine Frenzy gespielt hat und wer den Stadtgarten kennt, weiß, dass die Parksituation nicht gerade vorteilhaft ist.  So verschob sich dann der Beginn des Konzerts auch um zwanzig Minuten, auf das immer noch sehr frühe 19:50 Uhr, um mehr Leuten die Chance zu geben, sich noch pünktlich zu den Piraten einzufinden.

Ganz im Band Corporate Design betraten die beiden Petes mit drei Piraten dann auch die Bühne, die T-Shirts bemalt mit Piraten-Motiven und im Fall von Lead-Sänger Tommy (den wir auch zuvor zum Interview trafen), mit einem großen weißen Herz auf der Brust. In England haben sich Pete & The Pirates mittlerweile durch Auftritte mit Maximo Park und Blood Red Shoes, mit denen sie auch engen Austausch pflegen, eine große Fan-Base bilden können. Die deutschen Bühnen werden nun also geentert.

Das geschieht dann jedoch nicht mit für Piraten typischer Brutalität, Pete & The Pirates gehen da viel subtiler vor, nämlich mit hoch melodiösen Indie-Popsongs. Ganz wichtig dabei, der extrem charmante Chorgesang der Band, so gehört sich das ja auch für Piraten. Maximo Park sind übrigens Fans dieses Quintetts und schon beim ersten Song wird klar warum.

Die Band kennt in ihrer Performance nämlich nur eine Richtung, ab nach vorn. Dabei trifft der bereits erwähnte Chor- / Harmoniegesang auf verspielte Gitarren, von denen es auf der Bühne drei gibt, neben Leadsänger Tommy Sanders schlagen nämlich auch noch Gitarrist und Begleitsänger Pete Cattermoul und David Thorpe, der so etwas wie die Lead-Gitarre spielt, in die Saiten. Beim Gesang nimmt neben Sänger Tommy dann auch noch der zweite Pete der Band, Bassist Pete Hefferan eine wichtige Rolle ein.

In ihrem knapp 45 minütigen Set spielt die Band neben den Hits ihres Debüts, von denen auch „Mr. Understanding“ bald als Single wieder veröffentlicht wird, viele neue Stücke, die auf das neue Album kommen sollen, dass die Band diesen Winter schreiben und aufnehmen möchte. Besonders schön war zu sehen, wie diese junge Band aus Reading eine wirklich starke Bühnenperformance entwickelt hat und zu jeder Zeit präsent war, selbst bei den ruhigeren Stücken hatten sie das Publikum in ihrer Gewalt und so gab es nach dem Set sogar so etwas wie eine längere Schlange vor dem Merchkoffer der Band.

The Black Box Revelation sind übrigens nach Pete & The Pirates auch noch aufgetreten, waren allerdings mit ihrer Duobesetzung aus Schlagzeuger und Gitarrist noch langweiliger als sagen wir Johnossi. So bleibt die Erkenntnis, dass Pete & The Pirates es schon lange verdient hätten auf viel größeren Bühnen zu spielen und der Dank für ein wirklich tolles Konzert des sympathischen Quintetts.

Fotos von Ariane WhiteTapes, mehr hier

Iain WhiteTapes

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