Konzertberichte

Maxïmo Park + His Clancyness – Botanique, Brüssel, 10. Februar 2014

Nur eineinhalb Jahre nach ihrem letzten Album „The National Health“ veröffentlichten Maxïmo Park Ende Januar ihr nunmehr fünftes Album „Too Much Information“. Ein Album, das alles andere als ein Schnellschuss ist, sondern die Band von ihrer stärksten Seite zeigt. Pünktlich zum Release haben Maxïmo Park sich dann auch einiges überlegt und neben zahlreichen Special Editions auch ein eigenes Bier mit dem Namen „Maxïmo Park No. 5“ auf den Markt gebracht, das im Rahmen der UK-Tour verkauft wird. Auf ihrer Europa-Tour hatten sie es leider nicht dabei, aber Maxïmo Park genießt man sowieso am besten nüchtern. Statt des eigenen Biers hat sich das Quintett aus Newcastle für seine Tour durch Europa mit His Clancyness seinen Wunsch-Support eingepackt.

His Clancyness

Die Band um den Italo-Kanadier Jonathan Clancy hatte neben guter Laune auch das aktuelle Album „Vicious“ im Gepäck und fand sich pünktlich zum Beginn des Konzerts um 20 Uhr auf der Bühne der Orangerie im Botanique ein. Dort spielte das Quartett vor einer zu gut einem viertel gefüllten Halle auf und bot einen lockeren Einstieg in den Abend. Die Mischung aus Indie-Rock, Dream-Pop und Garage kam so gut an, dass sich die Halle während des Sets der Band bis zur Hälfte füllte. Und das obwohl die Band nicht den besten Sound bekam. Der Bass war etwas laut aufgedreht, sodass man den Gesang häufiger nicht mitbekam. Im Laufe des Sets besserte sich das aber ein wenig und man den Auftritt von His Clancyness auch richtig genießen konnte.

Der schlechte Sound beim Support ließ uns einmal ein wenig Sorgen in Bezug auf den weiteren Abend aufkommen. Diese waren jedoch unberechtigt, denn schon beim Opener „Give, Get, Take“ merkte man, dass es dem Mischer gelungen war Maxïmo Park optimal abzumischen, was zu einem lupenreinen Sound führte. Die fünf Musiker waren von Beginn an gut aufgelegt und konnten sich ein breites Lächeln Anfangs kaum verkneifen.

Maximo Park

Auch das Publikum war sofort mitgerissen und feierte im gut gefüllten Botanique die Band. Obwohl es sich um die Tour zum fünften Album handelte, war die Setlist bunt durchmischt und eher ein Best Of der letzten zehn Jahre. Positiv fiel auf, wie gut die Setlist abgestimmt war. Auf einen stürmischen Beginn folgte zunächst der Hit „The Coast Is Always Changing“ und dann das erste „Too Much Information“ Vorabstück „Brain Cells“. Ein Song, der für Maxïmo Park Verhältnisse vielleicht untypisch ist, aber überraschend gut ins Set passte. Der treibende Rhythmus gepaart mit den ruhigen Gesangspassagen von Paul Smith sorgte für einen angenehmen Ruhepol im Set, den Publikum und auch Band als kleine Verschnaufpause nutzen konnten.

Gerade Paul Smith hetzte wie gewohnt von einer Seite der Bühne zur Anderen, sprang herum und tanzte teils wie wild geworden. Eine Energieleistung, die einfach ansteckt und vom Publikum nach jedem Stück mit tosendem Applaus belohnt wurde. Insbesondere nach dem Überhit „Apply Some Pressure“, der vom Publikum noch frenetischer bejubelt und lauter mitgesungen wurde, als „Books From Boxes“ in den vergangenen Jahren. Im Anschluss wurde so lange applaudiert, dass Paul Smith gar nicht dazwischen kam und die ganze Band irgendwann herzlich lachend verlegen wirkte. Das anschließende „Midnight On The Hill“ kündigte er dann an mit „this is a song about getting wasted“, um sich im Anschluss wieder in einen Tanzwahn zu bringen.

Maximo Park

Danach war erst einmal Schluss. Aber natürlich nicht, ohne dass Maxïmo Park noch einmal für drei Zugaben zurück kehrten. Der offizielle Albumcloser „Where Were Going“ war hier perfekt platziert und wurde sehr gut angenommen. So sehr, dass direkt folkig im Takt mitgeklatscht und lauthals mitgesungen wurde. Eigentlich typisch für Konzerte der Band folgte dann mit „By The Monument“ ein Publikumswunsch vom frühen Abend. Sicherlich das persönliche Highlight der jungen Dame und für alle ein Song zum feiern, der trotz spontanem Einbau in die Setlist genau in die vorherrschende Stimmung passte. Weniger gut lief es für einen Crowdsurfer, der es nicht wirklich schaffte und zur Belustigung aller und dank haltender Arme einen Köpper in Zeitlupe hinlegte.

Überraschend war insgesamt, wie gut die neuen Stücke in den eineinhalb Stunden vom Publikum angenommen wurden. Jeder Song wurde laut mitgesungen und ebenso bejubelt wie die Klassiker von Maxïmo Park, sodass durchgehend Partystimmung angesagt war. Kein Wunder also, dass das Publikum nach dem Ende des Sets die Band kaum von der Bühne lassen wollte. Dass die Band auch eine extrem gute Zeit hatte, sah man ihr am breiten Grinsen am Ende des Sets an. Als kleinen Dank ließen sie es sich dann auch nicht nehmen, Setlisten persönlich zu übergeben und auch einzelnen Besuchern noch einmal für einen gelungenen Auftakt der Europatour in Brüssel zu danken. Bei Twitter bedankte sich die Band später dann auch noch bei Brüssel dafür, dass aus einem Montagabend ein Freitagabend gemacht wurde.

Setlist Maxïmo Park

Give, Get, Take
Our Velocity
The Coast Is Always Changing
The National Health
Brain Cells
Hips & Lips
A Fortnight’s Time
Questing, Not Coasting
I Want You To Stay
Lydia, The Ink Will Never Dry
Leave This Island
Books From Boxes
My Bloody Mind
Write This Down
Limassol
The Undercurrents
Girls Who Play Guitar
Her Name Was Audre
Apply Some Pressure
Midnight On The Hill

Where We’re Going
By The Monument
Going Missing

Fotos: Ariane WhiteTapes

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