Konzertberichte

M O N E Y + The Future’s Dust – Tivoli Spiegelbar, Utrecht, 18. November 2013

Money

Einige Monate nachdem M o n e y aus Manchester mit ihrem Debüt-Album „The Shadow Of Heaven“ wunderschöne Songs mit berührendem Gesang und kunstvoller Instrumentierung veröffentlichten und damit bisher nur Hamburg und Berlin besuchten, kamen sie nun auch endlich in unsere Nähe. Zwar nicht nach Köln, Münster oder Osnabrück, aber zumindest nach Utrecht und da die Spiegelbar über der großen Halle des Tivoli de Oudegracht auf Bildern einen schönen Eindruck machte, fanden wir uns dort natürlich gern ein. Vor das Quartett aus Manchester hatten die Veranstalter allerdings noch einen Support gesetzt. Ein Quintett namens The Future’s Dust aus dem niederländischen Leeuwarden. Da wir bisher mit niederländischen Bands eher durchwachsene Erfahrungen gemacht haben, hielt sich unsere Vorfreude in Grenzen. Die jungen Musiker überzeugten uns dann aber jedoch davon, dass man auch in den Niederlanden gutes Songwriting beherrscht. Im Opener rockte die Band schön nach vorn mit einer Mischung aus The xx und The National. Soll heißen, eine schöne Frauenstimme und eine sanfte Männerstimme mit leicht melancholischem Unterton trafen auf wuchtige Gitarren.

Das ruhige „The Fields“ zeigte dann noch stärker die Liebe der Band zu The xx. Spärliche Instrumentierung, abwechselnder Gesang und pluckernde Beats erzeugten eine tolle Atmosphäre. Ein wenig mehr Eigenständigkeit im Sound hätte der Band jedoch dennoch nicht schlecht getan, denn in der Folge wirkten die Stücke manchmal ziemlich austauschbar.

Wenn Sängerin Rosan Rozema sich jedoch mal zu lauteren Gitarren richtig rein hängte, kam das einem guten Weckschrei gleich. Mehr davon. Weniger Gebrauch sollten The Future’s Dust auch von Stimmverzerrern machen. Das Stück „Dreamer“ ist hier das Paradebeispiel. Gitarrist Abel de Grefte singt dabei eine monotone Songzeile durch einen Verzerrer und wird dabei nur von spärlichen Arrangements begleitet. Viereinhalb Minuten, die das seltene Konzertprädikat „unerträglich“ verdienten, den Gesamteindruck aber nicht zu sehr prägten, so dass wir die junge niederländische Band auf jeden Fall noch im Auge behalten werden.

Nach einer halbstündigen Umbaupause ging es dann auch schon weiter mit M O N E Y, dem Grund für unseren Besuch. Anfangs stand das Publikum noch recht weit entfernt von der Bühne, weshalb Sänger Jamie Lee erst einmal ein paar Worte an das Publikum richtete und sagte, dass er zwar Leute ungern um etwas bitten wolle, was diese eindeutig nicht wollen würden, er sich aber dennoch freuen würde, wenn das Publikum vor die Bühne käme. Dafür hielt er dann als kleines Dankeschön auch 3 Sixpacks Bier bereit, die dann in der ersten Reihe verteilt wurden. Als dann wieder Ruhe einkehrte stimmte er ganz allein, a capella und ein ganzes Stück vom Mikro entfernt, den The Pogues Klassiker „A Pair of Brown Eyes“ an. Ein schöner Vortrag, der das Publikum mit dem anschließenden Albumopener „So Long“ direkt in seinen Bann zog.

In der Folge schufen M O N E Y mit viel Gefühl und einem guten Gespür eine intime Atmosphäre, in die man sich wunderbar fallen lassen konnte. Sänger Jamie Lee stand dabei bedingt durch seinen begnadeten Gesangseinsatz und sein extrovertiertes Auftreten natürlich im Mittelpunkt und lockerte das Set durch kleine Albernheiten zwischen den Songs immer etwas auf. Dabei ließ er sich auch nie die Laune davon verderben, dass sein Mikro ständig kippte und sich verstellte und vor einem Song der Verstärker muckte, quietschte und drohte komplett auszufallen.

Vor den Verstärkerproblemen kam allerdings früh im Set bereits eines der Highlights des Abends, nämlich das Stück „Cold Water“. Das spielte die Band auf fast zehn Minuten aus und tobte sich dabei stellenweise shoegazig aus und kreierte eine schöne, dichte Soundwand nach der anderen. Ein Beleg dafür, dass diese Briten auch rocken können. Nach weniger als einer Stunde und dem wunderschön vorgetragenen „Letter To Yesterday“, das noch einmal für eine letzte Gänsehaut sorgte, mussten sich M O N E Y leider auch schon verabschieden, da im Anschluss noch eine Aftershow Party mit John Wizards auf ihrem einzigen Konzert in den Niederlanden geplant war. Mehr als eine Stunde nach den Briten hatte die Band aus Südafrika aber immer noch nicht begonnen, was das Erlebnis etwas trübte, da man dadurch merkte, dass noch viel mehr Zeit für M O N E Y gewesen wäre, die aus Zeitgründen auf Songs, wie „Goodnight London“ und „Black“ verzichten mussten. Dafür nahm sich die Band nach der Show aber ausgiebig Zeit für ihre Fans und gab zahlreiche Autogramme.

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So sorgte die Band insgesamt für einen kurzweiligen Abend, der höchstens noch durch mehr Songs und eine richtige Lichtshow noch weiter hätte aufgewertet werden können. Beim Support wurde über zahlreiche Glühbirnen in Verbindung mit unzähligen Diskokugeln nämlich ein tolles Licht erzeugt, dass auch M O N E Y bestens in Szene gesetzt hätte. Stattdessen war die Bühne über 3 Scheinwerferchen in beiden Ecken hinten an der Bühne beleuchtet, die aber alle nicht in der Lage waren, die Bühne in Licht zu hüllen und so nur bunte Lichtpunkte weiter hinten waren.

Die Bühne war somit die meiste Zeit entweder fast ganz dunkel oder durch die ab und zu aufflackernden Lämpchen an der decke, in ein unangenehmes weißes Licht getauch. Aber glücklicherweise konnten M O N E Y die Atmosphäre über ihre Musik erzeugen, ohne dass sie auf diese Unterstützung hätten bauen müssen. Mit richtigem Licht wäre sie jedoch noch viel dichter gewesen. So hätte man fast besser das normale Licht im Raum anlassen können, der Effekt mit leicht gelblichem, normalem Zimmerlicht hätte im Vergleich auch etwas für sich gehabt.

Fotos: Ariane WhiteTapes

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