Konzertberichte

Lisa Hannigan – Tonhalle, Düsseldorf, 30. April 2012

Vom 3. bis zum 7. Oktober wird auch in diesem Jahr wieder das New Fall Festival stattfinden. Mit Get Well Soon, Tindersticks, The Black Atlantic und The Notwist wurden dafür jetzt auch die ersten Namen bekanntgegeben. Damit zeigt sich also jetzt schon, dass das diesjährige Line-Up dem letztjährigen, das unter anderem Ólafur Arnalds, Scott Matthew und Isbells aufzubieten hatte, mindestens ebenbürtig sein wird.

Lisa Hannigan - Tonhalle, Düsseldorf

Als erstes kleines Pre-Event für geladene Gäste und Kartengewinner luden die Macher des Festivals nun kurz vor dem Vorverkaufsstart heute am 2. Mai zum Tanz in den Mai mit der Irin Lisa Hannigan. Die spielte mit ihrer Band in der direkt am Rheinufer gelegenen Tonhalle. Genau genommen in der Rotunde direkt unter dem Konzertsaal. Die Band hatte ihre Instrumente im Kreis in der Mitte angeordnet. Überraschend war dabei die Blickrichtung von Lisa Hannigan. Die schaute nämlich in die Mitte und konnte während des gesamten Sets ihre Bandmitglieder beobachten. Sicherlich auch mal eine neue Erfahrung für die Dame, die vor dem Set vom Ansager, der uns freundlicherweise ein Wasser spendierte, als irische Ausnahmekünstlerin angekündigt wurde.

Mit derlei Superlativen sind wir dann doch lieber vorsichtig. Aber ein wirklich einzigartiges Set sollte es dennoch werden. Allein schon wegen des schon erwähnten Bühnenaufbaus, der unterhalb der Lichtinstallation in der Rotunde mit den weißen Leuchtröhren einfach schon eine wunderschöne Atmosphäre zauberte. Verzaubert waren die Anwesenden dann auch spätestens von Lisa Hannigan, die in einem roten Kleidchen mit weißen Punkten und mit Blumenmädchen-Frisur zunächst allein die Rotunde betrat und solo „Little Bird“ zum Besten gab.

Keine Überraschung war dabei für uns, dass ihre Stimme genau so klar und rein klingt, wie auf ihren Alben. Eine Erfahrung, die wir bereits machen durften, als sie noch als Begleitsängerin eines gewissen Damien Rice unterwegs war. Mit absoluter Perfektion trifft die Irin die Töne und intoniert auch die schwereren Parts ihrer Stücke problemlos. Einzigartig ist jedoch ihre tiefe und leicht heisere Sprechstimme, die ihre Singstimme noch eine Spur besonderer erscheinen lässt. Das Zusammenspiel mit ihrer Band funktionierte ebenso perfekt. Kein Wunder eigentlich, hatte sie doch zum Beispiel mit dem Londoner Folk-Musiker John Smith, dem Americana-Musiker Gavin Glass oder dem Studio- und Tour-Bassisten Shane Fitzsimmons, der auch schon Damien Rice begleitete, einige erfahrene Vollblut-Musiker dabei.

Gemeinsam zauberten sie ein wunderschönes Set, das zum Schwelgen einlud. Nach knapp 70 Minuten wurden Lisa Hannigan und ihre Männer deshalb auch mit donnerndem Applaus verabschiedet. Nach einer kurzen Pause kamen sie noch einmal kurz zurück, um zwei Zugaben zu geben. Die erste Zugabe stellte sogleich auch den größten Gänsehautmoment des Abends dar. Gemeinsam stellten sich die fünf Musiker hinter das Mikro von Lisa und sangen zu Ehren des letzte Woche verstorbenen Levon Helm den The Band Klassiker „The Night They Drove Old Dixie Down“. Es folgte noch das wunderbare „I Don’t Know“ vom ersten Album „Sea Sew“ und die Besucher wurden in die noch junge Nacht entlassen. Der Vorverkauf für das New Fall Festival startet übrigens heute. Auf der Homepage des Festivals könnt ihr die Karten vorbestellen und euch auf ähnlich tolle Events freuen.

Lisa Hannigan auf Tour

03. Mai, Berlin, Bi Nuu
04. Mai, Dresden, Beatpol
06. Mai, AT – Wien, Chaya Fuera
11. Mai, Köln, Gebäude 9

Setlist

Little Bird
Pistachio
Passenger
Venn Diagram
O Sleep
A Sail
Flowers
Paper House
Lille
What’ll I Do
Knots

The Night They Drove Old Dixie Down (The Band Cover)
I Don’t Know

Foto: Ariane WhiteTapes

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