Konzertberichte

Kyte + Batrider + Bogatzke – Münster, Gleis 22, 18. September 2008


Kyte haben uns mit ihrem wundervollen Debütalbum schon in träumerische Sphären gehoben, das Konzert der fünf Jungs aus Leicestershire war da natürlich ein Pflichttermin für uns. Ein wenig Sorge bereitete allerdings, ob die junge Band (die in Natura noch viel jünger wirkt, als auf Pressefotos) es schaffen würde, den komplexen Sound der Platte live umzusetzen.

Vor Kyte hatten die Veranstalter an diesem Abend allerdings noch zwei Bands, im Rahmen der Gleis 22 Reihe „Münster weltweit“ gesetzt, es hieß also erst einmal geduldig ausharren. Erst einmal spielte Bogatzke, ein junger Mann aus Hamm, der sich mit seiner Gitarre und Laptop auf die Bühne stellte und seine Electro-Nummern vorspielte. Viel passierte dabei nicht, die interessanteste Beobachtung war noch, dass der auch anwesende Luke Leighfield während des Sets fluchtartig das Gleis verlies. Batrider aus Neuseeland spielten nach Bogatzke. Das interessanteste an ihnen noch, das die Sängerin der Band sichtlich überfordert mit ihren Effektgeräten war und immer wieder in die Hocke gehen musste, um Dinge nachzuregeln, wobei ihr sehr kurzes Kleid nicht unbedingt von Vorteil war.

Als der Vorhang der Bühne sich dann für Kyte wieder öffnen sollte, wurde man Zeuge einer wunderbaren Live-Show. Schnell waren auch die Zweifel behoben, ob die Band ihren Sound auch live so perfekt rüberbringen könnte. Sie konnte. Die zwei Schlagzeuge auf der Bühne machten auch schnell deutlich, dass Kyte ihre Songs live noch druckvoller spielen werden.


An diesem Schlagzeug nahm dann aber nicht Sänger Nick Moon in den vielen gesangsfreien Phasen der Songs Platz, sondern der Keyboarder der Band – der nebenher auch noch das Glockenspiel betätigte – wanderte zwischen Keyboard und Schlagzeug, sogar in einzelnen Songs, hin und her, ganz nebenbei spielte er dann auch noch ein wenig Gitarre und das auch noch mit einer Lässigkeit, als würde er das bereits seit 20 Jahren so machen und nicht, als wäre er gerade knapp über 20.

In seinen Gesangspausen regelte Nick lieber etwas an den vielen Effekten, die er vor sich aufgebaut hatte, oder stellte sich ein wenig ins Publikum, um seine Kollegen zu beobachten. So hüllten Kyte in den knapp 60 Minuten des Sets, das gesamte Gleis 22 in eine dichte, warme und träumerische Atmosphäre, die ein Glücksgefühl hinterließ, dass noch lange anhalten sollte. Eine beeindruckende Leistung also, einer Band, die noch so tierisch jung ist und ihre erste Deutschland-Tour spielte.

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Mark


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