Konzertberichte

Kettcar + Computer, Bielefeld, Ringlokschuppen, 09. Dezember 2008

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Erfolgreich. Ein kleines Wort, dass die momentane Lage von Kettcar wohl am Besten in einem Wort passend zusammenfasst. Ein Top Ten Album, eine restlos ausverkaufte Hamburg Tour, eine weiter ausgedehnte Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz, auf vielen Festivals vertreten und zum Abschluss nochmal die letzten Winkel der Nation durchforsten und ein paar Clubgigs spielen. Darunter ein Abstecher in den Ringlokschuppen in Bielefeld. Der kleine Saal, der aber heute pickepacke voll ist. „Ausverkauft“ prankt über dem Eingang hervor. Man mag sie halt – sogar in Städten, die es angeblich nicht einmal gibt, wie eben Bielefeld.


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Eröffnen dürfen, auf Wunsch von Kettcar, den Abend Computer. Meine kategorische Ablehnung gegen Bands, bei denen der Schlagzeuger vom Computer ersetzt wird ändert sich auch nicht nach dem Auftritt vom Computer. Der schon recht volle Saal war trotzdem angetan und applaudierte höflich, zu mehr sollte es für die drei Jungs an diesem Abend nicht reichen. Scheint aber auch zu genügen, sie strahlen.

alt text„Deiche“,war dann Song Nummer Eins der Setlist und bot den perfekten Einstieg in einen schönen Abend mit den Hamburgen. Scheint zudem so etwas wie Tradition geworden zu sein und es funktioniert. Der noch verhalten tanzende Saal singt immerhin schon lauthals mit. Was Kettcar vielleicht live auch so erfolgreich macht, ist das nicht unmotiviert die Setlist ertragen wird, sondern trotz ruhiger Passagen und nachdenklichen Texten eine Bühnenpräsenz dahintersteckt, die man als Aussenstehender vielleicht nicht direkt erwartet. Und natürlich die Anekdoten, die vorgetragen werden, Erlebnisse aus dem wahren Leben, die trotzdem so lustig sind, dass sie nicht wahr sein dürfen. Ob Wahrheit oder Lüge, egal, gelacht wird.

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„Landungsbrücken Raus“ sorgt an diesem Abend für eine einzige Gänsehaut bestehend aus 800 Leuten. Das schöne an den Songs von Kettcar ist, dass es keine richtige und keine falsche Interpretation ihrer Lieder gibt, man kann sie deuten, wie man sie oder sich gerade fühlt. Und so sieht man in jedem Gesicht eine eigene dazu vorhandene Geschichte. „Graceland“ und „Nullsummenspiel“ vom aktuellen Album „Sylt“ finden zurecht Platz in der großen Setlist. „Ich danke der Academy“ und „Am Tisch“ bilden den Abschluss des ersten Sets. Natürlich folgt eine Zugabe, so gehört sich das ja auch. Ordentlich und brav wird auch das zweite kurze Set beendet und um ein letztes Mal die Bühne zu betreten, weise war er schon immer, Markus Wiebusch und fasst gut zusammen, dass Geld alleine nicht Glücklich macht, aber es schon besser ist im Taxi zu weinen, als im HVV Bus. Zum Schluss wird die Slayer Hymne „Balu“ angestimmt, wobei, wie Markus Wiebusch verrät, es sich um einen Frauensong handelt. Man lernt auch nie aus. Würdiger Abend, würdiges Ende. Danke!

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