Konzertberichte

Kaki King, Admiralspalast (Studio), Berlin, 15. Mai 2011

Hey Katherine Elizabeth King. Es gibt viele Schlagwörter, die man Dir immer wieder an den Kopf wirft: Du seist eine Ausnahmegitarristin, gar eine Gitarren-Göttin. Auch mit Gastspielen bei den Foo Fighters und Tegan and Sara und mit der Filmmusik zu „Into The Wild“ könntest du prahlen. Tust du aber nicht. Vielmehr machst du Musik für niemand anderen als dich selber und auf deinem letzten Werk „Junior“ verzichtest du (bis auf zwei Sekunden) sogar komplett auf deine Finger-Tapping Technik, die dich bekannt gemacht hat.

Heute spielst du also im Studio des Admiralspalast. Auf deiner Tour im letzten Jahr, hattest du deine Band dabei und die Setlist war um dein damals gerade erschienenes letztes Album- was zum ersten Mal auch mehr wie ein Bandalbum, als wie das einer Solokünstlerin klang – ausgerichtet. Diesmal sitzt nur du auf der Bühne, zwischen einer ansehnlichen Auswahl an Akustik-Gitarren, die eine Art Stuhlkreis um dich zu bilden scheinen. Man könnte glauben du seist genau dort geboren und bei dem was du tust, müsstest du dich garnicht anstrengen. So einfach geht dir alles, im wahrsten Sinne des Wortes, von den Fingern. Die Songauswahl heute abend besteht hauptsächlich aus frühen und daher auch vermehrt instrumentalen Stücken, gespickt mit halb-fertigen Songs, die du während du auf Tour bist, hast angefangen zu schreiben („this song is actually still being written“) und deinen eigenen Interpretationen von klassischen Gitarrenstücken. Was letztes Jahr eine Rockshow war, lässt du in diesem Jahr einem intimen Wohnzimmerkonzert weichen. Immer wieder spickst du die Pausen zwischen den Songs mit kleinen Anekdoten und ziehst damit alle auf deine Seite. Man kann sich auch einfach nicht so gut wehren, wenn das Zwerchfell vor Lachen schmerzt. Und nein, auch wenn ich die Komplexität der Situation natürlich vollkommen verstehe, weiß ich leider auch nicht, wie du deine Nachbarin In New York am Besten fragst, ob sie mal Baseball mit dir spielen geht. Aber finde es sehr lobenswert, dass du nun italienisch lernst. („I wanna learn it, because it’s slutty, you know?“) „Playing with Pink Noise“, „Life Being What it is“ und „Sunnyside“ als letzte Zugabe zählen zu den Highlights des Sets – nicht zu unterschlagen die fantastische Version von „Zeitgeist“ mit Dan Brantigan an der Trompete.

Kaki, der Rolling Stone hat ausnahmsweise mal recht: Du bist eine Gitarrengöttin. Auch ich muss dir leider diesen Stempel aufdrücken. Zum Glück bist du es ohne die dazugehörige Arroganz. Entertainerin bist du noch dazu. Um diesen Punkt muss die Liste der Schlagwörter auf jeden Fall erweitert werden. Ich übernehme das hiermit.
Deine Kristina

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