Konzertberichte

Josh Rouse + Loney, Dear + Downpilot (Sit Down And Sing V), Münster, Gleis 22, 11. November 2008

SitDownAndSingBereits zum fünften Mal machte die Reihe „Sit Down And Sing“ dieser Tage bereits halt im schönen Gleis 22. Eine Konzertreihe, bei der Bierbänke in die Clubs gestellt werden, sich auch die Musiker setzen und dann entspannt der Musik gelauscht / die Musik gespielt wird. Verständlicherweise gehört es da natürlich auch zum Konzept, dass sich die Musiker meist einer rein akustischen Instrumentierung bedienen. Dabei blickt das „Sit Down And Sing“ schon auf eine Reihe bekannter Vertreter dieses Genres zurück, so durfte man etwa schon dem großartigen Kristofer Âström, dem ebenso tollen Christian Kjellvander und der sympathischen Maria Taylor lauschen. In diesem Jahr waren nun die Amerikaner Downpilot und Josh Rouse, sowie der Schwede Loney,Dear an der Reihe. Gerade wegen den beiden letzt genannten eigentlich ein Pflichttermin für Freunde der sanfteren Klänge, zumal mit Josh Rouse ein nicht gerade unbekannter Vertreter der Songwriter-Zunft anwesend war.

Was dann folgte war beinahe so etwas wie Ernüchterung, oder doch Ermüdung? Als sich nämlich Paul Hiraga, alias Downpilot auf die Bühne begab, sich an sein Keyboard setzte und mit seinen ruhigen Songs begann führte die ruhige Instrumentierung und die absolute Homogenität der Stücke bald dazu, dass die Sitzhaltung auch zu einer gefährlichen Döshaltung werden konnte. Auch wenn es das Motto des „Sit Down And Sing“ ist die Künstler mit ruhigen Songs auf die Bühne zu schicken, hätte man Downpilot dennoch darauf hinweisen können, dass einige Highlights im Songwriting einen Abend dennoch spannender gestalten können. So führte das knapp 50-minütige Set von Downpilot, dass sich hervorragend als Hintergrundbeschallung beim Bügeln geeignet hätte dann zu einem matten Zweifel, ob man den Rest des Abends noch durchstehen könne.

Foto: Oskar Gyllenswärd

Zweifel, die der sympathische Schwede Emil Svanängen, angetreten als Loney, Dear dann glücklicherweise schnell ausräumen konnte. Mitsamt Zweitgitarrist / Akkordeonspieler spielte er dann ein sehr kurzweiliges Set schwedischer Songwriter-Perlen. Im Gegensatz zu seinen Kollegen Kjellvander und Âström macht der Schwede allerdings durchaus fröhliche Musik, bei der er sogar das Publikum einbezog das „And Sing“ der Konzertreihe mit ihm gemeinsam umzusetzen. Mit nur knapp 40 Minuten dann leider auch das kürzeste Set des Abends, aber dafür auch das Beste.

Nach dem sehr liebenswerten Schweden sollte dann, nach dank Konzertreihenmotto sehr kurzer Umbaupause, mit Josh Rouse der vorgeshene, eigentliche Höhepunkt des Abends folgen. Tat er aber wie gesagt nicht, denn der hatte schon in Person von Loney, Dear die Bühne wieder verlassen. Denn trotz aller Brillanz, die Josh Rouse in seinem Songwriting auf den meisten seiner Alben zeigt, wollten die Stücke an diesem Abend nicht so Recht zünden. Das mag an der sehr amerikanischen Art liegen, die er nun einmal im Gegensatz zu dem eher bodenständigen Schweden Loney, Dear an den Tag legt. Aber wahrscheinlich lag es auch einfach nur daran, dass nach einem eher ermüdenden Set von Downpilot und einem klasse Set von Loney, Dear einfach die Konzentration für amerikanichen Folk nicht mehr vorhanden war und Josh Rouse mit Band einfach auch um Längen besser ist. Schade eigentlich, aber für den Schweden hat sich das Hinsetzen schon gelohnt, zumal man mit singen durfte.

Iain WhiteTapes

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