Konzertberichte

I Walk The Line + Love Is All, Münster Gleis 22, 10. September 2008

Punkrock aus Skandinavien ist natürlich immer so eine Sache, es gibt leider nur wenige Vertreter dieses Genres, die wirklich etwas anderes als Einheitsbrei auftischen. I Walk The Line aus Finnland wird nachgesagt, dass sie den Punkrock nun erfolgreich mit New-Wave gekreuzt hätten, demnach also eventuell tatsächlich mal den Sound etwas aufgefrischt hätten und vielleicht sogar hörbar seien. Davon wollten wir uns natürlich überzeugen.


Erst einmal sollten aber Love Is All, eine Indiekombo aus Schweden eröffnen. Die einen absolut tanzbaren, leicht punkigen Indiesound ablieferten, geprägt vom leicht leiernden quietschigem Gesang von Frontfrau Josephine Olausson und einem Saxophon, dass die Kompositionen etwas auffrischte und vor dem abdriften in Klischees bewahrte.

Einige der ca. 20 im Gleis 22 Anwesenden schien das schwedische Quintett allerdings wohl etwas zu verwirren, passenderweise schreiben Love Is All auf ihrem Myspace bei Einflüsse „Misunderstandings“ und bei Klingt Wie: „Confusion“. Uns haben Love Is All auf jeden Fall überzeugt und so konnten wir nach der ersten Hälfte des Abends schon die Gewissheit mitnehmen, dass auch noch guter Indie aus Schweden kommt.


Während der folgenden Umbaupause füllte sich das Gleis nun doch etwas und schnell war zu erkennen, auch wenn I Walk The Line ein innovativerer Sound nachgesagt wird, das Publikum ist ganz typisch für das Genre. Genau wie die Bandmitglieder selbst waren diese dunkel gekleidet und an so ziemlich jeder ersichtlichen Körperstelle tätowiert. Als die Finnen dann mit ihrem Set begannen war die Überraschung auch nicht mehr groß, dass sich hinter I Walk The Line dann doch nur eine typische skandinavische Punkrock Band befand. Die Songs waren dennoch eingängig und perfekt vorgetragen, nur die erwähnten Innovationen suchte man vergebens. So gingen wir nach einem einstündigen Set mit dem Gedanken, dass Innovationen in dem Genre wohl einfach nicht mehr drin sind, aber gutes Songwriting dennoch auch hier eine Wohltat ist und das besitzen I Walk The Line, so rangen sie uns das Urteil nicht innovativ aber unterhaltsam ab. Love Is All als Headliner hätten uns aber noch besser gefallen. Bildlich hätten wir die Johnny Cash Gedächtnis Rocker natürlich auch noch gern festgehalten, unsere mitgebrachte Kamera hielt das leider für keine gute Idee.

Iain WhiteTapes

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