Konzertberichte

I Like Trains + Post War Glamour Girls – Grammatikoff, Duisburg, 16. Mai 2013

I Like Trains @ Grammatikoff, Duisburg, May 16th, 2013

Mehr als zwei Jahre ist es schon her, dass wir I Like Trains aus Leeds live sahen. Seinerzeit spielte die Band in Münster die Songs des im Herbst zuvor veröffentlichten „He Who Saw The Deep“. Im letzten Jahr erschien mit „The Shallows“ nun das mittlerweile dritte Album der Band und so schauten I Like Trains denn auch wieder bei uns in der Nähe vorbei.

Das Grammatikoff in Duisburg war darüber hinaus eine tolle Location für die Band aus Leeds. Das ehemalige Kino bietet eine große Bühne und viel Platz für die Besucher in der größten Hafenstadt des Ruhrgebiets. Wir fanden uns kurz nach Einlass in der noch recht jungen Konzertlocation ein. Bereits da war der Club gut gefüllt, was wohl auch an der Vorgruppe lag, die ist nämlich eng mit dem Hauptact verbunden. Post War Glamour Girls kommen nämlich nicht nur aus Leeds, sie veröffentlichten ihre Single „Jazz Funerals / John and Mary“ auf I Like Records, dem Label von I Like Trains. Pünktlich, eine halbe Stunde nach Einlass, stand die junge Bans aus Leeds dann auch schon auf der Bühne und wusste gleich zu überzeugen.

Das Quartett aus Leeds, das I Like Trains auf der gesamten Europa-Tour begleitete, spielt laut eigener Zuordnung Dark Wave. Mit diesem Etikett beschreiben sie sich im Gegensatz zu vielen anderen Bands, die versuchen sich selbst irgendwo einzuorden, auch goldrichtig.

Post War Glamour Girls @ Grammatikoff, Duisburg, May 16th, 2013

Mit dunkler Stimme führte Sänger James durch die teils mit dumpfen Bässen, teils mit schneidenen oder wahlweise donnernden Gitarren instrumentierten, Stücke. Dabei konnte die Wirkung der teils gesprochenen Stücke mit dem ziemlich britischen Sound aus Wave und Punk als durchaus hypnotisch beschrieben werden. Post War Glamour Girls erinnerten mit diesem Sound an eine Mischung aus Neil’s Children, The Horrors und The Chapman Family. Das war live wirklich erfrischend und deutlich spannender als auf den Aufnahmen der Band.

Nach nur knapp einer halben Stunde war die junge Band aus Leeds auch schon durch mit dem Set und machte für eine halbe Stunde Umbau Platz. Sänger James war schnell fertig, er verschob sein Effektbrett und seine Gitarre nur an den linken Bühnenrand, er sollte nämlich auch I Like Trains live unterstützen. Punkt 21:45 stand das Quartett aus Leeds dann auch auf der Bühne und eröffnete mit „Beacons“, einem Stück des aktuellen Albums „The Shallows“.

Mit seinem düsteren Beat und den Synthieklängen erzeugte das Stück eine für I Like Trains Fans der ersten Stunde vielleicht etwas ungewöhnliche Tanzstimmung, die aber anscheinend nicht irritierte, denn einige Fans wippten denn auch mit. Einzig der Gesang von David Martin schien zu Beginn noch etwas unsicher. Das kann auch daran liegen, dass er nicht der größte Sänger vorm Herrn ist und die neueren Stücke etwas mehr Gesangsleistung erfordern.

I Like Trains @ Grammatikoff, Duisburg, May 16th, 2013

Interessant zu beobachten war vor allem, wie gut sich die neueren, Industriallastigeren Stücke in die von Post-Rock und New Wave inspirierten Stücke der Vorgänger einfügten. Ein Kunststück, das I Like Trains durch eine geschickt zusammengestellte Setlist gelang. Stücke wie „A Father’s Son“ und „He Who Saw The Deep“ harmonierten dadurch perfekt mit „Mnemosyne“ und „The Hive“. Auch Songs vom Debüt „Elegies To Lessons Learnt“ und der EP „Progress / Reform“ passten sich durch geschickte Übergänge ins Set ein. Gerade das wuchtige „Terra Nova“ mit seinen aufgetürmten Gitarren und dem kraftvollen Wehklagen von David Martin bildete ein Highlight des Sets.

Nach knapp 50 Minuten waren I Like Trains auch schon durch und die Setlist auch am Ende. Trotzdem kam die Band für eine Zugabe zurück auf die Bühne. Die Wahl fiel auf das knapp acht Minuten lange „Sea Of Regrets“, das I Like Trains herrlich aufbauschten und so noch einmal eine riesige Soundwand auf das Publikum losließen. Ein toller Abschluss für einen gelungenen Abend mit zwei Bands aus Leeds, die wir bei ihrem nächsten Besuch in unserer Nähe natürlich wieder ansehen werden.

Fotos: Ariane WhiteTapes, mehr von Post War Glamour Girls hier und mehr von I Like Trains hier

Discussion

  1. […] wir das Quartett von den Post War Glamour Girls im vergangenen Mai als Support für I Like Trains in Duisburg sahen, waren wir noch nicht so recht von ihnen überzeugt. Live lieferten die Underground-Rocker […]

    Posted by Post War Glamour Girls – Video zu “Red Terror” | WhiteTapes | Februar 4, 2014, 2:03 pm

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