Konzertberichte

Hellacopters + Bloodlight, Köln, E-Werk, 27. September 2008

„WE WILL ROCK YOU, TONIGHT“

Grundgütiger! Ausverkaufte Hallen, ein neues Album, ein bis an den Rand mit Hits gefüllter Tourbus und fünf Schweden auf ihrer Abschiedstour. „This is not a funeral, it..s a Party“, war das Motto des Abends und so sollte es auch kommen! Es lag etwas Besonderes in der Luft als das E-Werk am 27.09. seine Tore öffnete. „The Tour before the fall“ und zugleich auch das nun nahende letzte Deutschlandkonzert der Hellacopters waren der Grund dafür.

An jeder Ecke spürte man die Vorfreude auf die finale Show, derer die sich die letzte Chance nicht nehmen lassen wollten Schwedens Rock’n’Roll-Aushängeschild einmal live zu sehen oder man lauschte den Geschichten der Schlachtenbummler, die aus Schweden, Norwegen, den Niederlanden und aus allen Regionen Deutschlands kamen, um sich von ihren Helden zu verabschieden.

Um 20.00 Uhr begann es dann im Saal laut zu werden als die Bloodlights aus Norwegen die Bühne betraten. Die Band um Captain Poon, ehemals Gitarrist bei Gluecifer, hatten nicht den leichtesten Start, da sich viele Konzertgänger ihre Tanzlust für den Headliner aufbewahren wollten. The Bloodlights ließen sich davon aber nicht beirren und spielten sich durch ein sehr ordentliches Set. Zu hören bekam man Songs wie „Addiction“ oder „One Eye Open“. Bei „Bullshit on your Mind“ konnte man auch die ersten Chöre vernehmen. 40 Minuten heizten sie dem Publikum ein, bis sie die Bühne verließen und der Umbau für die Hellacopters begann.

Die Massen versetzten sich in Bewegung um Getränke zu holen, schnell noch dem Klo einen Besuch abzustatten oder versuchten einen guten Platz zu finden, was in der fast unangenehm gefüllten Halle nicht einfach war.

 

Um 21.00 Uhr war es dann endlich soweit und in dem mit 1600 Menschen gefüllten E-Werk ging das Licht aus. Ein Filmmusik ähnliches Intro ertönte vorsichtig aus den Boxen und sichtbar wurden fünf im Nebel stehende Gestalten. Ein Meer von Händen erhob sich und forderte die Band. Plötzlich erstrahlte die Bühne in weißem Licht und die Hellacopters preschten mit „Hopeless Case In A Kid In Denial“ los.

Das Feuer war entfacht. Die Masse geriet in Bewegung und wer bis zu diesem Moment die Hände noch nicht in Richtung Bühne streckte, der riss sie aus den Hosentaschen und schmiss sie in die Höhe. Was folgte war eine 100 Minutenreise durch 14 Jahre Hellacopters.

Schlag auf Schlag folgten Hits wie „The Devil Stole The Beat From The Lord“, „Fake Baby“, „Toys and Flavors“, „I’m in the Band“ und „Electrocute“, der Opener vom aktuellen Album Head Off. Die Hellacopters hatten an diesem Abend kein schweres Spiel, denn das Publikum wusste genau worum es ging und nutze die Chance ein letztes Mal „Carry me Home“ mitzusingen oder bei „Like no other man“ die Mähne zu schütteln.

Die Spielfreude war den fünf Schweden deutlich anzusehen. Sehr atmosphärisch und fast ein bißchen traurig wurde es als nach einem kleinen Gitarrenspiel „No Song Unheard“ einsetzte. Die einen sangen mit, andere standen wie erstarrt da und wieder andere umarmten einfach mal den/die Nebenmann/frau. Das entfachte Feuer brannte weiter und Nicke Andersson forderte die Menge mit „Are you Ready for Level two?!?!“ „Oh we are everywere“ hieß es dann beim The Robots-Cover „In the sign of the Octopus“ und „By the Grace of God“ zwang sogar den zwischendurch etwas verhaltenen Balkon wieder zum mittanzen.
Anschließend peitschte die Hymne „Gotta Get Some Action! NOW“ einer Ohrfeige gleich durch den Saal.

Daraufhin verschwand die Band von der Bühne. Die Menge forderte Zugaben und nach kurzer Zeit waren die Hellacopters mit einer Überraschung zurück. Was folgte war ein Cover des Queen-Klassikers „We will Rock you“, gespielt in guter alter Hellacopters-Manier. Die rasante Version wurde sehr positiv angenommen.

Mit „Soulseller“ als letzten Song wurde noch einmal richtig aufgeräumt und ein Gitarrengewitter auf die wild tanzende Meute losgelassen. Das Konzert endete schließlich in der selben Lichtstimmung wie schon am Anfang. Wieder waren die fünf Schweden von Nebel umgeben und man erkannte nur noch ihre Silhouetten. Dazu spielten sie ein sehr schweres und dramatisches Outro, das für einen Moment die Leichtigkeit des Konzertes verflogen ließ.

Dann wurde es dunkel und die Musik verstummte. Ende! Keine Chartsstürmer, keine Fernsehstars! Die Hellacopters waren und sind eine Ausnahme-Rockband unserer Zeit, die sich im laufe der Jahre durch tolle Alben, etlichen Touren mit unvergesslichen Konzerte wie genau diesem, tief in die Herzen ihrer Fans gespielt hat.

Applaus und Danke Dafür!

Fotos: Martin WhiteTapes

Ben WhiteTapes

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