Konzertberichte

Gregor McEwan + Joseph Myers – Wohnzimmer-Konzert, Osnabrück, 12. Februar 2012

Knapp zwei Monate nach seinem letzten Besuch in Osnabrück wagte sich Gregor McEwan wieder in die Stadt. Damals hatte er als Support die wunderbaren Trapped Inside The Chase dabei, die normalerweise wesentlich härtere Klänge von sich geben. Für diesen Abend hatten sie ihre Songs etwas zurück genommen, was mir ausgesprochen gut gefallen hat. Leichte Indieeinflüsse wurden immer wieder erkennbar, was ihnen wirklich gut zu Gesicht stand. Irgendwie mussten sie sich ja dem Singer-Songwriter-Headliner anpassen, in dessen Band das Trio ja ebenfalls mitwirkt. In Kürze kann man diese Kombination wieder live erleben und ich gehe stark davon aus, dass ich mir das nicht entgehen lassen werde. Aber nun genug vom Dezember…

Im Februar durfte Joseph Myers den guten Gregor supporten. Auch dieser Name ist ein Pseudonym, denn im „richtigen Leben“ heißt der gute Mann Ulf Ronnsiek. Als Unterstützung hatte er sich Jonathan Scharrenberg mitgebracht, der mit Gitarre und Mandoline das kleine Wohnzimmer in den ehemaligen Osnabrück-Wallenhorster Waschkauen beschallte. Joseph Myers supporting Gregor McEwanJoseph Myers hat sein Herz ebenfalls an das Singer-Songwriter-Dasein verloren. Ich persönlich war sehr positiv überrascht. Stimmlich erinnerte mich der Sänger und Gitarrist die ganze Zeit an John Rzeznik von den Goo Goo Dolls. In den Songs meinte ich zwischendurch Parallelen zu Sir Simon zu entdecken. Insgesamt eine sehr interessante Kombination, die einen sehr positiven Eindruck bei mir hinterlassen hat. Ich bin eigentlich ohne eine Erwartungshaltung gekommen, da es inzwischen ja so viele Singer-Songwriter gibt, dass man längst aufgehört hat zu zählen. Joseph Myers sollte allerdings keiner sein, den man allzu schnell wieder vergisst.

Im Anschluss nahm Gregor McEwan die „Bühne“ in Beschlag. Das Publikum kuschelte sich eh schon seit Beginn des Abends auf den Sofas und Stühlen zwischen den vielen Kissen zusammen. Privater als bei einem Wohnzimmer-Konzert kann es eigentlich gar nicht zugehen, weshalb Hagen alias Gregor mit uns auch ein ziemlich gewagtes Experiment durchführte. Dazu komme ich aber erst später. Erst ein Mal starte er wie gewohnt in sein Set. Er führte uns durch sein Album „Houses And Homes“ mit der ewigen Begeisterung, die bei ihm seit Jahren nicht abbricht. Genau aus diesem Grund ist es mir immer wieder eine Freude ihn live erleben zu dürfen.

Jedes Mal lässt er die Songs so klingen als hätte er sie gerade neu geschrieben und würde sie das erste Mal seinem Publikum vorstellen. Bei „Canola Fields“ durften wir natürlich wieder als Meer herhalten, was danach erstmal in schallendem Gelächter endete. Gregor McEwanDie Gäste im Wohnzimmer hatten so etwas anscheinend bisher noch nicht erlebt. Danach leitete er direkt in „Together Alone“ über. Natürlich durfte auch „10 Seconds“ nicht fehlen. Mittendrin wurde Natalie Imbruglias „Torn“ aus dem Nähkästchen oder besser gesagt aus dem Gitarrenkoffer gezogen und auch die Beatles wurden mit einer Coverversion geehrt. Zusätzlich durften wir auch einem neuen Song lauschen, den Hagen für seinen Vater geschrieben hat.

Schlagerstar Hansi Siems

Nachdem der ernste Teil des Abends vorbei war, möchte ich nun auf das Experiment zurückkommen. Hagen hatte uns im Vorfeld bereits vorgewarnt und uns erklärt, dass man in der Musikbranche heute ja gucken müsse wo man bliebe und dass er sich gedacht hätte, dass die Künstler in der Schlagerabteilung ja irgendwie besser dran wären.

Damit er weiterhin ernstzunehmende Musik machen könne und diese auch finanzieren kann, hat er sich also einen ganz speziellen Plan ausgedacht. (Anmerkung der Redaktion: Natürlich sind diese Ideen unter Alkoholeinfluss entstanden und von daher nicht unbedingt als ernsthaft zu betrachten.) Hagen sind während seines letzten Urlaubes nicht nur Songs für Gregor McEwan sondern auch für einen Schlagerstar namens Hansi Irgendwas eingefallen. Zwei dieser Titel durften wir exklusiv hören. Titel Nummer 1 hört auf den Namen „Schwarzwälder Kirsch“. Wenn Hansi damit dann Erfolg hat und ihn die Frauenwelt verehrt, kommt Titel Nummer 2 auf den Tisch, „Verdammt geiler Typ“. Lustig waren beide Songs allemal, allerdings hoffe ich sehr, dass Hagen Gregor McEwan nicht in die Ecke schmeißt, falls er damit Erfolg haben sollte.

Wir haben viel gelacht, gelauscht und einfach die tolle Stimmung genossen mit gutem Wein und leckerem Essen. Das Wohnzimmer-Konzert war wirklich ein Erlebnis. Neben der Musik wurden Fotos der Künstlerin Vivian Andrea Rieping ausgestellt und es wurde Geld gesammelt für das Wasserprojekt „Green Paradise Project NOW“ in Kenia. Ein tolles und sehr wichtiges Projekt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat den Menschen im Hochland Kenias wieder eine Chance zu geben sich selbst verpflegen zu können. Für nähere Informationen besucht doch einfach die Homepage des Projektes: www.afrika-wasserprojekt.org

Fotos: Chiara WhiteTapes, mehr hier

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