Konzertberichte

Gregor McEwan – Gleis 22, Münster, 22. Dezember 2012

Gregor McEwan

Wir beenden unser Live-Jahr, wie wir es begannen. Im Februar gehörte Gregor McEwan mit zu den ersten Künstlern, von deren Konzerten wir hier 2012 berichteten und nun beschließen wir auch das Jahr mit ihm. Optimistisch, wie er ist, hat er sich den 22. Dezember 2012 für seine erste Headlining-Show im Münsteraner Gleis 22 ausgesucht. An den Weltuntergang glaubte er nicht und offensichtlich sollte er Recht behalten. Zwei Tage später war zudem Heiligabend, es gab also gleich in mehrfacher Hinsicht etwas zu feiern. Wie sich das für eine Weihnachtsfeier gehört, fing das Programm im Gleis 22 pünktlich an. Die Eröffnung übernahmen drei Bandmitglieder aus der Gregor McEwan Tourband The Ellipses Road Band, die als Trapped Inside The Chase auftraten. Alles andere als weihnachtlich, oder besinnlich war der Sound, den sie darboten. Der entpuppte sich nämlich als ziemlich straighter Indie-Rock mit Einspielungen aus Punk und Emo und kam beim zu großen Teilen aus ihrer Heimatstadt Haltern stammenden Publikum auch gut an und sorgte in den Songpausen für angemessenen Jubel. Angeheizt durch das positive Feedback spielten die drei Halterner dann auch ganze 50 Minuten und damit länger, als manche Newcomer-Band zeitlich in ein Headlining-Set investiert.

Nach diesen 50 Minuten und einer kurzen Umbaupause standen die drei dann auch schon wieder als Tourband von Hagen Siems, alias Gregor McEwan auf der Bühne, der sein Set sinngemäß mit den Worten „wenn man schon von einer Vorband an die Wand gespielt wird, ist es ganz cool, wenn’s die eigene Tourband ist“ eröffnete. Selbstvertrauen klingt anders, da er zu diesem Zeitpunkt gerade einmal einen Song gespielt hatte und sich deshalb nicht wirklich behaupten ließ, er sei an die Wand gespielt worden. Zumal das Publikum bei ihm nun deutlich gedrängter stand, als noch beim Support. Mit der Nähe kam allerdings auch eine größere Unruhe, die sich darin äußerte, dass sich viele Besucher lieber lauthals unterhielten, als der Musik etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Das sprach der Sänger allerdings offen an und sorgte damit dafür, dass etwas mehr Ruhe herrschte. Die hinteren Reihen brachte er damit zwar nicht zum schweigen, aber die sind auf Konzerten meist eh nur mit plappern und trinken beschäftigt. Jene Besucher verpassten ein wirklich konzentriertes, gefühlvoll vorgetragenes Set, bei dem Gregor allerdings immer mal wieder ein wenig einfließen ließ, dass er eigentlich mehr Engagement des Publikums gewohnt sei. Besonders bei „Vs.“ wurde das deutlich, wo das Publikum sonst auf seinen Konzerten als Meer fungiert und das Rauschen der Wellen nachstellt. Das gelang bei mehreren Versuchen aber nur derart kläglich, dass letztlich doch der Sound vom Computer kam.

Etwas mehr Nähe stellte er dann mit der Einladung her, sich doch hinzusetzen, da das Set nun etwas ruhiger würde. Die Einladung nahmen viele gerne an und lauschten dem sanften Folksound des Wahl-Berliners. Bei „The Banks“ setzte er sich dann mit zwei Bandmitgliedern an den Bühnenrand und kündigte an „jetzt spielt Ruby Banjo auf der Ukulele, angeblich geht das“. Das klappte auch, aber viel wichtiger war natürlich das Gesamtkonstrukt und das war in dieser Darbietung besonders schön. Toll war auch das Gesamtset, das trotz ein paar Störfaktoren durchgezogen wurde und sich der Sänger nie die Freude nehmen ließ. Nach knapp 75 Minuten verabschiedete er sich mit seiner Band von der Bühne, um nach kurzer Pause für zwei Zugaben zurückzukehren. Auf der Setlist standen eigentlich drei, eine wurde aber wohl spontan gestrichen. Das machte aber nichts, das Set war dennoch rund und eine gelungene und stellenweise auch hübsch besinnliche Einstimmung auf die bevorstehenden Feiertage. 2013 auch gern mehr davon, sicher auch hier bei uns und bei folgenden Terminen:

11. Januar 2013, Leipzig – Horns Erben
13. Januar 2013, Dresden – Blue Note Dresden
16. Januar 2013, Düsseldorf – Brause – Vereinsheim des Metzgereischnitzel e.v.
17. Januar 2013, Dortmund – Hafenschänke subrosa
18. Januar 2013, Leer – Juz Leer
08. März 2013, Munich – Südstadt
09. März 2013, Heidelberg – ActionHouseHD

Foto: Ariane WhiteTapes

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